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Test
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01.02.2012

DJ-Tech Pocket-DJ-Duo Test

2-Deck DJ-Controller mit Interface

Platz ist in der kleinsten Hütte

Mal abgesehen von der knallroten Farbgebung und den bunt beleuchteten Buttons wirkt der DJ-Tech Pocket DJ Duo auf den ersten Blick eher unscheinbar. Im Vergleich zu einem Vestax-VCI-400, einem Native Instruments Kontrol S2 oder einem Numark Mixtrack fast wie ein Spielzeug. Doch in letzter Zeit verlassen immer mehr Gerätschaften ähnlicher Bauart die globalen Fertigungsstätten. Ihre Zielgruppe ist nicht der erfahrene Profi, sondern geneigte Greenhorns. Die Konsolen verstehen sich als kompakte Werkzeuge, um die ersten Schritte in Richtung digitales Deejay-ing auszuprobieren. Sie sind oftmals leichter als eine Tüte Milch und finden in der Jacken- oder Damentasche Platz. Sie erschlagen den User nicht mit zu vielen Funktionen und Knöpfen, passen auf jeden Schreibtisch und können im Notfall sogar als Backup-System für einen Full-Size-Controller herhalten. So wie unser heutiger Testkandidat Pocket DJ Duo.

Beim Pocket DJ-Duo handelt es sich um einen All-in-One-Controller mit integriertem Vierkanal-Audio-Interface samt Haupt- und Kopfhörerausgang. Als DJ-Software hat er Deckadance LE im Gepäck, das mit einer Sample-Library von sage und schreibe 1000 Samples auftritt. DJ-Tech bietet seinen Spross für eine Preisempfehlung von 179 Euro an, womit er in der gleichen Liga kämpft, wie Geminis Firstmix I/O für (149 UVP). Spielzeug oder Tool? Wir machen den Check.

DETAILS

Ausgepackt

Zunächst gilt es, die Westentaschen-Jukebox aus ihrer bunten Verpackung zu befreien und ans Tageslicht zu fördern. Schließlich hat sie eine lange Reise aus Fernost hinter sich, was der rückseitige „Made in China“ Aufkleber untermauert. Allerdings gibt es noch einen Hinweis am Gehäuseboden, der besagt, das Gerät sei in Frankreich konzipiert worden. Wer da wohl seine Hände im Spiel hatte? Wie dem auch sei, zum Lieferumfang gehören ein Pocket-DJ, ein USB-Kabel, ein Cinch-Kabel, eine sechsseitige verständliche Bedienungsanleitung sowie eine Installations-CD für Deckadance LE. Der Kandidat bringt 400 Gramm auf die Waage und misst 260 x 110 x 32 Millimeter. Das Gehäuse ist komplett aus Kunststoff gefertigt, an der Unterseite sind vier Gummifüße angebracht, die für Standfestigkeit trotz des geringen Gewichtes sorgen.

Frontseite und Backpanel

Aussagen bezüglich des Frontpanels sind schnell getätigt, denn hier findet sich nichts weiter, als das Markenlogo und der Typenschriftzug. Sollte hier nicht eigentlich ein Kopfhörerausgang zugegen sein? Ich finde schon. Dieser ist aber mitsamt des zugeordneten Lautstärkereglers, der für meine Begriffe übrigens ziemlich winzig erscheint, am Backpanel untergebracht. Auch der Master-Volume-Regler für die Hauptlautstärke sitzt hinten neben dem Master Cinch-Out und zudem bedrohlich nah am Kopfhörer-Volume. Bedeutet: Einmal einstellen und gut sein lassen.

Bedienoberfläche

Auf den ersten Blick sehe ich einige bekannte Tools, oder sagen wir besser Basiswerkzeuge für die Mixsession, aber eben nicht alle. Beginnen wir also mit dem zentralen Mixer und Browserpart. Hoch im Norden wartet der obligatorische Push-Encoder mit Ladebuttons, darunter folgen winzige Cue-Tasten von knapp zweieinhalb Millimeter Durchmesser, die praktischerweise eine Status-LED spendiert bekommen haben. Dazwischen sitzt der Jogwheel-FX-Button, auf den ich an späterer Stelle noch zurückkommen werde. Was folgt, sind zwei 15 Millimeter lange Channelfader im Miniatur-Look und ein ebenso kurzer Crossfader. Auch wenn mir der Regelweg ein wenig zu kurz erscheint, muss ich ihnen ein für die Größe akzeptables Gleitverhalten bescheinigen. Neben dem Crossfader befinden sich zwei Taster mit der Beschriftung Mix to A/B nebst Kontrolllämpchen, die eine automatische Überblendung des entsprechenden (Software) -Kanals generieren.

Besonders schmerzhaft für mich als Mix-DJ und Frequenzfrickler ist das Fehlen von jedweden weiteren Drehreglern, besonders Equalizern oder Gain-Reglern, was ich selbst unter Anbetracht der Zielgruppe und der kleinen Arbeitsfläche als Minuspunkt werten muss. Statt dessen entschied sich der Hersteller für Kill-EQs, die dem Einsteiger, oder all denjenigen, deren Musikgeschmack sich abseits verschachtelter elektronischer Klangspielereien bewegt, vielleicht für erste Gehversuche ausreichen. Macht keinen Sinn, die Polka-Scheibe mit der Rocknummer „beatzumatchen“ und zu mixen. Oder? Wer es doch versuchen will, drückt auf Sync und kann sich über zwei aus jeweils vier LEDs bestehende Anzeigen zwischen den Kanal-Fadern freuen, die die einzelnen Takte eines Musikstückes repräsentieren. Ihr ahnt sicher schon, was jetzt folgt? Richtig, es handelt sich um eine visuelle Mix-Hilfe, welche die Beat-Synchronität der Tracks anzeigt. Laufen beide Lichter im gleichen Tempo exakt nebeneinander, ist der Track (theoretisch) synchron. In der Praxis funktioniert dies aber leider nicht immer. Was an der Software-Analyse der Geschwindigkeit und des Downbeats liegt.

Auf den beiden Außenflanken sehen wir klassische Decksektionen mit Transporttasten, Kreativabteilungen und (wie es sich gehört) je einem Jogwheel. Das leitet uns in den Praxisteil über.

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