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16.08.2017

Die 10 besten Synthesizer aller Zeiten

Von 1970 bis heute...

...selbstverständlich völlig subjektiv

Welches sind die 10 besten Synthesizer aller Zeiten? In diesem Artikel findest du 10 Synthesizer, die alle mindestens eine so besondere Eigenschaft haben, dass man sie durchaus dazu zählen kann.

Klar, hier stehen die 10 besten Synthesizer aller Zeiten! Solche Listen gibt’s viele und bisher habe ich noch keine Liste gefunden, der ich komplett zustimmen konnte. Wird für viele von euch bei dieser hier nicht anders sein. Aber das hält mich nicht auf.

Okay, was ich nicht mache, ist eine Rangfolge wie eine Top-10 aufzustellen. Da ist fast immer der Moog Minimoog auf Platz 1. Das ist aber meiner Meinung nach völlig unfair, denn perfekt ist auch der nicht. Vielmehr werde ich hier zehn Synthesizer nennen, die alle etwas ganz Besonderes haben. Du wirst sehen.

Und damit hier wirklich keiner bevorzugt wird, kommt hier die Liste in streng chronologischer Reihenfolge.

Moog Minimoog (1970)

Klar, in meiner Liste der 10 besten Synthesizer darf der Moog Minimoog nicht fehlen. Ohne Robert A. Moog und sein Model D – erst die vierte Version des Minimoog ging schließlich in Serie – wäre die Geschichte der Synthesizer sicher anders verlaufen. Über 12.000 Einheiten wurden bis 1981 gebaut und von den legendären Keyboardern der 70er wie Keith Emerson, Chick Corea oder Rick Wakeman gespielt. 

Sein größter Vorteil ist meiner Meinung aber auch sein größter Nachteil: Der Minimoog kann mit seinem fetten monophonen Sound alles plattbügeln. Um sich in einer gitarrenlastigen Band durchzusetzen, ist er perfekt. Ihn in ein elektronisches Arrangement mit anderen Synthesizern zu integrieren, gerät dagegen gerne mal zu einer echten Herausforderung.

Oberheim SEM (1974)

Das „Synthesizer Expander Modul“, kurz SEM, war der Auftakt für eine ganze Reihe fantastischer Oberheim-Synthesizer und steht hier auch irgendwie stellvertretend für alle Nachfolger, mit Ausnahme des OB-12, denn das war gar kein echter Oberheim. Die anderen aber hatten und haben bis heute, wo es ja dank der Zusammenarbeit von Tom Oberheim und Dave Smith den OB-6 gibt, diesen einzigartigen, mittigen Signature-Sound. Sei es der OB-Xa, der es dank Van Halens „Jump“ zum Kult-Synthi schaffte – welcher Keyboarder kann das nicht spielen? Zumindest ein bisschen und den Rest ganz falsch? ;) –, bis hin zur 1HE kleinen Preset-Schleuder Matrix-1000, deren sechster VCO gerne mal den Geist aufgibt.

Das Oberheim SEM wurde als monophoner Klangerzeuger für den DS-2 Sequenzer entwickelt, doch Tom Oberheim beließ es nicht dabei. Als er erkannte, dass so langsam mal polyphone Synths gefragt wurden, entwickelte er daraus den Two Voice und den Four Voice, der mit einem Expander zum Über-Synth Eight Voice erweitert werden konnte. Und daraus folgten eben die weiteren Oberheim-Klassiker.

Seit 2009 gibt’s den SEM übrigens in einer Pro-Version wieder, wenn auch nicht mit allen originalen Bauteilen von damals, denn die gibt’s nicht mehr. Aber der Klangcharakter ist immer noch typisch Oberheim. Und den sollte jeder Keyboarder und Produzent in seinem Repertoire haben.

Sequential Circuits Prophet-5 (1978)

Der Sequential Prophet-5 taucht ja eigentlich in jeder Bestenliste auf. Aber warum eigentlich? Er klingt toll, ja. Aber sein Sound ist weder so fett wie der des Minimoog noch so brachial wie beim Oberheim. Das kann es also nicht sein.

Die Zauberworte heißen „Polyphonie“ und „Speicherbarkeit“ in Kombination mit dem Erscheinungsjahr 1978. Neben den eben genannten Oberheim-Synths gab es damals nur noch den Moog Polymoog und den zweistimmigen ARP 2600, der in dieser Liste unfairerweise fehlt, obwohl aus ihm doch die Stimme von R2D2 stammt.  Alle diese Synths waren aber unfassbar teuer.Und da kam auf einmal das Startup-Unternehmen Sequential Circuits von Dave Smith daher und präsentierte eine 5-stimmigen Synthesizer, der auch noch 40 Speicherplätze hatte (später 120) und der mit ca. 4.500 US-$ auch noch recht günstig war.

Der Prophet-5 traf genau den Keyboarder-Geschmack der Zeit. Guter Sound, günstig, und endlich konnte man ein dreistimmigen Akkord und dazu eine zweistimmige Melodie auf einem einzigen Synthesizer in der damals üblichen Keyboard-Burg spielen. Treffer, versenkt! Dave Smith, der später auch noch den MIDI-Standard mit erfand, ist längst eine Synth-Legende, genau wie der Prophet-5.

Fairlight CMI (1979)

Ich habe ein bisschen überlegt: Nehm ich den ersten oder den letzten Hardware-Sampler in die Liste der besten Synthesizer aller Zeiten auf? Die Wahl fiel auf den ersten, den Fairlight CMI. Übrigens: Das Synclavier, das ab und zu mal als erster Sampler genannt wird, ist zwar älter, war aber zunächst „nur“ ein reiner FM-Synth. Erst später kamen auch Sampling-Funktionen hinzu.

Sampling, digital aufgenommene Sounds, die klingen wie das Original. Was heute in Zeiten von HipHop und Loop-Samples, inklusive diverser Rechtsstreits, bei den meisten nur noch ein leichtes Schulterzucken hervorruft, war damals eine echte Sensation. Auf einmal klang alles „echt“! Wenn wir uns die Ausstattungsmerkmale der ersten Fairlight-Variante ansehen, so können wir aus heutiger Sicht nur den Kopf schütteln. In zwei separaten Cases steckte eine Engine, die mit unfassbaren 8 Bit und 24 kHz Samplingfrequenz sagenhafte 16kB (ja, Kilobyte!) an Audiomaterial aufnehmen konnte. Da es acht autonom arbeitende Klangmodule im Fairlight gab, die jeweils mit 16 kB befüllt werden konnten, konnte man damit trotzdem eine Menge anfangen. Erst die Version III von 1985 hatte übrigens eine Engine mit 16 Bit und bis zu 100 kHz. Preis je nach Ausstattung: zwischen 25.000 und 36.000 US-$. Dafür bekam man aber auch fast 80 kg Hardware! Ach ja, Ausstattung: Grünmonitor mit Lightpen – so fühlte sich damals die Zukunft an! –, 88-Tasten-Keyboard mit einem unverwechselbaren Anschlag, zwei 8-Zoll-Floppy-Disk-Laufwerke für Disks mit jeweils 500 kB Speicherplatz, was für 24 Sounds reichte.

Und zwei Dinge waren wirklich bahnbrechend: 1. der mit der zweiten Serie eingeführte Pattern-Sequenzer auf der legendären „Page R“ und 2. die mitgelieferte Soundlibrary. Zwar konnte und sollte man mit dem Fairlight selbstverständlich selber samplen. Aber die mitgelieferten Klänge prägten tatsächlich die Musik der 80er enorm.

Hör dir mal von The Art of Noise den Song „Moments in Love“ an. Das Vocal-Sample, das auf tausenden von Platten verwendet wurde, war ein Factory-Preset. Sounds des Fairlight findest du überall. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass unter der Käuferliste so illustre Namen wie Peter Gabriel, Stevie Wonder oder Kate Bush auftauchen.

PPG Wave 2 (1981)

Keine Liste der besten Synthesizer aller Zeiten ohne Wavetable-Synthese! Analoge Subtraktion, Sampling und FM hatten wir ja schon. Und stellvertretend für diese von Wolfgang Palm erfundene Syntheseform, bei der mehrere Schwingungsformen in einer Tabelle zusammengefasst und durchfahren werden, steht hier die erste Version des Wave 2, der in seinen verschiedenen Versionen von 1981 bis 1987 gebaut wurde.

Der PPG Wave konnte mit verschiedenen Komponenten erweitert werden, inklusive des Waveterm-Computers, mit dem man selbst samplen, Wavetables erstellen sowie editieren konnte und der einen Sequenzer mit an Bord hatte. Über die Jahre wurde der Wave 2 stetig verbessert, bekam mehr Oszillatoren und eine höhere Auflösung (12 Bit beim Wave 2.3).

Das half aber alles nichts, denn gegen die Massenprodukte wie den DX7 (s.u.) hatte der in der Herstellung sehr teure Wave 2 Mitte der 80er einfach keine Chance. Zum Glück wurde das Wavetable-Konzept mit der Firma Waldorf gerettet. Der Microwave oder das legendäre Synth-Monster Wave ließen diese Syntheseform weiterleben. Wolfgang Palm erfindet immer noch Wavetable-Synths, inzwischen sogar für das iPad!

Merkst du’s? Damals war so viel noch nicht erfunden, dass es ein bisschen so aussieht, als sei es damals recht einfach gewesen, den Synthesizer-Markt mal eben zu revolutionieren und einen der besten Synthesizer aller Zeiten zu bauen. Aber dahinter steckte sehr viel Entwicklungsarbeit. Und manchmal ging so eine Entwicklung zunächst auch mal mächtig in die Hose.

Roland TB-303 (1982)

Die Roland TB-303 war genau so ein Megaflopp in der Synthesizergeschichte. Für Roland war die Silberkiste wohl so ein Unding, dass man dort schlappe 30 Jahre brauchte um zu merken, was eigentlich passiert war.

Der kleine Bass-Synthesizer mit integriertem Sequenzer war eigentlich für Gitarristen gedacht, die zusammen mit der kleinen Drummachine TR-606 so eine Bass- und Schlagzeugbegleitung programmieren konnten. Wollte nur kaum einer. Die TB-303 wurde zunächst für 730 D-Mark angeboten und später für unter 200 D-Mark verramscht. Wollte nämlich immer noch keiner.

Aber dann passierte etwas, das bis heute einmalig in der Geschichte der populären Musik und der Grund ist, weshalb die TB-303 in meiner Liste der besten Synthesizer aller Zeiten auftaucht: Eine komplett neue Musikrichtung wurde damit erschaffen! Klar, die Rockmusik verdankt der E-Gitarre ihren Durchbruch. Aber es ist egal, ob du eine Strat, Les Paul oder was auch immer spielst. Acid dagegen funktioniert nur mit mindestens einer TB-303. Die DJ-Formation Phuture aus Chicago veröffentlichte 1985 den Song „Acid Trax“, der nur aus Drumcomputer und TB-303 bestand. Ein neuer Musikstil war geboren. Acid hatte seinen ersten Höhepunkt Ende der 80er.

Mit Aufkommen der Technobewegung gab’s aber schon ein paar Jahre später ein Revival, das bis heute, zumindest im Clubrahmen, angehalten hat. Den Stellenwert der TB-303 zeigen auch zwei Dinge: Kein anderer Synth ist so oft kopiert oder geklont worden. In den 90ern erschien fast wöchentlich ein neuer Synth, dessen Hersteller behauptete, man könne damit die TB-303 1:1 emulieren –und alle vergaßen, dass die Silberkiste nicht nur einen besonderen Klang, sondern auch einen einzigartigen Sequenzer hat. Selbst Roland hat inzwischen entsprechende Nachfolger im Programm. 

Und welcher Synth – von der Stange, nicht irgendein Signature-Instrument! – bitteschön, schaffte gebraucht so eine Wertsteigerung? Eine originale TB-303 kostet je nach Zustand heute zwischen 1.500 und 2.000 Euro! Hätte ich doch bloß beim Ausverkauf 1984 zugeschlagen ...

Ach ja, ein druckvoller und extrem gut groovender Bass-Synthesizer ist die TB-303 auch, wenn man die Finger von den Knöpfchen lässt. ;)

Yamaha DX7 (1983)

Zurück zu einem echten Kassenschlager! Der Yamaha DX7 steht für den Sound der ersten Hälfte der 80er-Jahre. Keine Ballade ohne sein E-Piano, kaum ein Charthit ohne irgendeinen Sound von ihm. Von Depeche Mode bis zu Whitney Houston – überall war der DX7 zu hören.

Die Gründe für den Erfolg: Er klang mit seinen extrem schnellen digitalen Hüllkurven neu, war 16-stimmig polyphon und hatte 32 Speicherplätze plus einen Card-Slot für Speicherkarten mit weiteren 32 Sounds. Seine Tastatur war anschlagsdynamisch und er hatte bereits MIDI, das gerade erst erschienen war. Dazu war der Yamaha DX7 programmierbar. Zumindest, sofern man FM-Synthese beherrschte und mit dem kleinen Display zurechtkam.

Das Beste aber: Er kostete nur ca. 4.000,– D-Mark und damit einen Bruchteil seiner damaligen Konkurrenten! Der Synthesizer war mit dem Yamaha DX7 im Massenmarkt angekommen und prägte so eine Ära.

Korg M1 Music Workstation (1988)

Hier kommt die Mutter aller Workstations! Prägte der Yamaha DX-7 die ersten Hälfte der 80er, so gab’s ab 1988 nur noch die Korg M1 zu hören. Jeder kennt die Factory-Sounds wie das Piano, die Orgel (beides immer noch in der House-Musik eingesetzt), diverse Leads oder die Drums samt legendärem Fingerschnippser.

Analogfans rümpften die Nase: 4 MB an gesampleten Wellenformen dienen bei der M1 als Basismaterial, das 12-dB-Filter ohne Resonanz ist bestenfalls als „nett“ zu bezeichnen. Aber das war den Keyboardern völlig egal. So viele realistische Sounds, dazu ein 8-facher Multimode – bei dem sich die Sounds allerdings die beiden Effektprozessoren teilen mussten, was oft dazu führte, dass den Sounds sehr viel genommen wurde –, ein integrierter 8-Spur-Sequenzer, anschlagsdynamische Tastatur mit Aftertouch: alles in einem Synthesizer? Da wanderten die ca. 4.500 D-Mark schnell über den Ladentisch.

Auf der M1 basiert die gesamte folgende Entwicklung der „großen“ Synthesizer von Korg – von der aufgebohrten T-Serie über 01/W, Trinity und Triton, Oasys, bis zum aktuellen Korg Kronos. Und auch die anderen großen Hersteller nahmen sich des Workstation-Prinzips schnell an. Mit dem Aufkommen von General-MIDI gab’s sehr schnell 16 Spuren, Sounds wurden unabhängiger von Effektgeräten, eigene Samples konnten eingeladen werden usw.

Noch ein paar Hits gefällig, in denen du die M1 hören kannst? Klar: Die Orgel aus Robin S. „Show Me Love“, das Preset Orchestra 2 in Queen „The Show Must Go On“, das Klavier in Snap „Rhythm Is A Dancer“, alles Sounds aus einem der besten Synthesizer aller Zeiten, der Korg M1 Workstation.

Doepfer A-100 Eurorack (1995)

Und noch ein „Stellvertreter“, mit dem etwas Großes anfing. Als Dieter Doepfer im Jahr 1995 das kleine Modularsystem A-100 auf den Markt brachte, hätte er sich sicher nicht träumen lassen, das es mal zu DEM Industriestandard für modulare Synths werden würde, was es zu einem der besten Synthesizer aller Zeiten macht.

Zu Beginn gab es zwar nur gerade mal zehn Module, aber Doepfer unternahm zwei geschickte Schachzüge: Einerseits gibt’s ein komplettes Modularsystem inklusive Rahmen und den gängigsten Modulen schon für ca. 1.150,– Euro. Vergleicht man das mit den Preisen, die in den 70ern für die großen Modularsysteme aufgerufen wurden, ist das quasi geschenkt.

Dazu machte er alle Spezifikationen öffentlich und lud damit andere Hersteller ein, eigene Module zu kreieren. Von Doepfer selbst gibt’s inzwischen über 120 Module, aber das ist nur ein Bruchteil aller Module, die inzwischen für das Eurorack entwickelt wurden.

Alleine der größte deutsche Vertrieb für Eurorack-Module listet fast 1.000 verschiedene Modelle. Und zum einen hat auch der nicht alles im Programm, zum anderen kommen fast wöchentlich neue Kistchen aus der ganzen Welt hinzu. Die modulare Synthesizer-Zukunft ist dank des Eurorack-Standards und vieler Tüftler jedenfalls gesichert.

Korg microKORG (2002)

Ein Blick auf das Erscheinungsjahr und das Wissen, dass es diesen Synth immer noch in seiner ersten Version im Handel gibt, macht wohl jedem klar, wie es der Korg mikroKORG in meine Liste der besten Synthesizer aller Zeiten geschafft hat. Er ist der am längsten durchgängig gebaute Synthesizer überhaupt.

Im Durchschnitt werden Synthesizer so etwa vier bis sechs Jahre lang gebaut. Während dieser Zeit gibt’s öfters mal neue Revisionen, bei denen irgendwas verbessert wird. Dann wird es Zeit für ein neues Produkt, die Marketing-Leute fangen an zu drängeln.

Der Korg mikroKORG mit seinem vom Korg Vocoder VC10 inspirierten Schwanenhalsmikrofon aber hat sich wohl einfach dazu entschieden, im Programm zu bleiben. Und das seit nunmehr 15 Jahren! 

Ja, er hat, wie der Name schon zu erkennen gibt, kleine Tasten, die nicht jedermanns Sache sind. Es fehlt ein USB-Anschluss, der vor 15 Jahren auch schon drin gewesen wäre. Und die Stromversorgung erfolgt über das von so vielen verachtete externe Netzteil. Oder aber über Batterien für unterwegs!

Und richtig gut klingen tut er auch. Das Mikrofon ist nicht nur Deko, sondern für den integrierten Vocoder zu verwenden. Und überhaupt, ist er nicht süß, der Kleine? Der passt auf jedes Keyboard noch oben drauf. Und mit unter 400,– Euro auch noch günstig. Ja, es gibt inzwischen eine S- und eine XL+-Variante. Und überhaupt hat Korg sein Synthesizerangebot in den letzten 15 Jahren extrem erweitert. Aber ein Ende dieses modernen Klassikers ist nicht abzusehen.

Noch ein paar Worte zum Schluss

Ich habe es im ersten Absatz ja schon angedroht: Diese Liste ist extrem subjektiv. Aber sind das nicht alle Listen dieser Art? Ich hätte sie auch hier und da ganz anders zusammenstellen können, denn so mancher Synth hat etwas Besonderes, das ihn durchaus auch zu einem der besten Synthesizer aller Zeiten machen könnte.

Der oben erwähnte ARP 2600 zum Beispiel. Der brachte es auf zehn Jahre, in denen er gebaut wurde, von 1971 bis 81 und ja: Er ist (nicht nur) in Star Wars zu hören.

ARP 2600 (1971 bis 1981)

Oder wie wäre es mit dem Roland Jupiter-8, der es auf Cover der Hit-Single „New Song“ von Howard Jones schaffte – mehr Ikone geht wohl nicht.

 Roland Jupiter-8 (1981–1985)

Und wo wir gerade bei Roland sind: Der JD-800 von 1991 war zwar komplett digital, aber läutete mit dutzenden Schiebereglern und Knöpfen die Abkehr von den langweiligen schwarzen Kisten der Jahre zuvor ein. Oder der JP-8000, der uns mit der SuperSaw diese ganzen Hands-Up-Feier-Trance-Songs eingebrockt hat.

Roland JD-800 (1991-1996)

Und Korg hat zwar schon zwei Synths in meiner Liste, aber wo ist die Wavestation? Die ließ mit ihrem Sound-Morphing doch massenweise die Kinnladen nach unten wandern.

Korg Wavestation (1990–1994)

Oben erwähnte ich kurz das Synclavier. Schau dir mal an, was Franz Zappa damit alles angestellt hat. Okay, er hatte auch die 300.000 US-$ dafür übrig. Auch Roger Linn hätte vielleicht irgendwie einen Platz hier kriegen müssen, hat er doch neben seinen legendären Drumcomputern den HipHop-Sampler überhaupt entwickelt, die Akai MPC.

Synclavier (1980-1984)

Außerdem gibt’s in meiner Liste nichts von E-mu! Dabei haben die Emulatoren ebenfalls die Musik ihrer Zeit geprägt, z.B. mit dem Shakuhachi-Sample, das du sicher von Peter Gabriels „Sledgehammer“ oder Enigmas „Sadness“ kennst. Ja, das gehörte zur mitgelieferten Sound-Library.

Und was ist mit dem Kurzweil K-2000, der heute noch in so vielen Studios im Einsatz ist? Oder einer der Ensoniq-Synths? Ich kenne genug Leute, die schwören auf deren Synths und Sampler wie ESQ-1 oder Mirage. Und was ist eigentlich mit additiver Synthese? Hier könnte auch ein Kawai K5 stehen.

 Kurzweil K2000 (1990 - 2003)

So eine Liste der 10 besten Synthesizer aller Zeiten kann es nicht allen recht machen. Das will ich auch gar nicht. Vielleicht schreibst Du mir lieber, was deiner Meinung nach hier fehlt!

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