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03.10.2020

Die 10 besten Fuzzriffs - Gitarren Workshop

Gitarren Workshop Berühmte Fuzz-Riffs mit Noten zum Download

Rolling Stones, Jimi Hendrix, Nirvana, White Stripes & Co in Noten und Tabs

Das Fuzz zählt zu den ersten Gitarreneffekten überhaupt und seine Entstehung hat ganz pragmatische Gründe. In den 60er Jahren gab es für Gitarristen nur einen Weg, an mehr Verzerrung zu gelangen: Der Amp musste ohrenbetäubend weit aufgerissen werden. Irgendwann begab man sich schließlich auf die Suche nach einem Pedal, das den Sound eines angenehm warm zerrenden Amps auch bei niedriger Lautstärke generieren sollte: Ein Versuch, der kläglich fehlschlug. Eigentlich ...
Denn das Ergebnis entsprach zwar nicht den Vorgaben, hatte aber seinen ganz eigenen Charme: Das Fuzzpedal war geboren, das bekanntlich eine ganz charakteristische Art der Verzerrung hervorbringt. Heute ist dieser unverwechselbare Sound aus der Musikgeschichte nicht mehr wegzudenken und prägt Stilrichtungen von 60s und 70s Rock über Spaghettiwestern-Soundtracks bis hin zu Grunge und Stonerrock.

Wir haben euch hier 10 bekannte Fuzzriffs der letzten sechs Dekaden zusammengestellt, an denen ihr euch austoben könnt!
Wenn ihr euch fragt, welches Fuzzpedal und welches Setup ihr am besten wählen solltet, wird euch hier geholfen:

Feature

Fuzz-Pedal Auswahl, Einstellung und Position im Board

Wir haben euch die Noten in einem PDF zusammengefasst, das ihr hier downloaden könnt:

1. I can't get no satisfaction - Rolling Stones

Dieser Rolling Stones Klassiker stammt aus dem Jahre 1965 und bietet ein tolles, einprägsames Fuzz-Riff, gespielt von Keith Richards. "Keef" setzte für den Sound ein Gibson Maestro Fuzz-Tone FZ-1 ein, das erste Fuzzpedal, das einem breiten Markt angeboten wurde. Da das Riff von dem Song "Nowhere to Run" von Martha and the Vandellas inspiriert war, sollte es ganz Motown-like ursprünglich von Bläsern gespielt werden, doch die anderen Bandmitglieder konnten Keith davon überzeugen, hier mit der Gitarre ans Werk zu gehen.

2. In a gadda da vida - Iron Butterfly

Dieser Titel zählt sicherlich zu den bekanntesten Hymnen der Psychedelic- und Flower Power-Bewegung und wurde auch auf dem Höhepunkt der Hippiezeit 1968 aufgenommen. Zum ungewöhnlichen Titel kam es Gerüchten zufolge dadurch, dass der Sänger und Organist Doug Ingle im betrunkenen Zustand versuchte, "In the Garden of Eden" zu singen, was sich aber eher nach einem vernuschelten "In-a-Gadda-Da-Vida" anhörte. Das Fuzzpedal ist hier ein Mosrite Fuzz Rite Modell.

3. Foxy Lady - Jimi Hendrix

1967 erschien mit "Are you experienced" Jimi Hendrix' Debutalbum, das die Gitarrenszene gehörig umkrempelte, und das in mehrerlei Hinsicht. Sowohl kompositorisch wie spieltechnisch, aber auch in puncto Sound wurde hier die Messlatte extrem hoch angelegt.
Jimi spielt hier ein Dallas Arbiter Fuzz Face, allerdings noch eine Version mit Germaniumtransistor, bevor er zur Siliziumvariante wechselte, deren aggressiveren Sound er später bevorzugte.

4. Cherub Rock - Smashing Pumpkins

Die Smashing Pumpkins zählen zu den bedeutendsten Alternative-Rockbands der 90er Jahre und ihr 1993 erschienenes Album "Siamese Dream" liefert mit dem Opener "Cherub Rock" ein tolles Fuzzriff. Der Gitarrist und Sänger Billy Corgan verwendet hierzu eine Stratocaster mit Lace Sensor Pickups, ein Marshall JCM 800 im Low Gain Input und ein Big Muff Fuzz-Pedal.

5. Are you gonna go my way - Lenny Kravitz

Wir bleiben im Jahre 1993 und springen zu Lenny Kravitz, der mit "Are you gonna go my way" eines der prägendsten Alben der 90er schuf. Der Titelsong kommt mit einem fuzzigen Riff, das später oktaviert wird und deutliche Hendrix-Vibes aufkommen lässt. Der Gitarrist Craig Ross setzte für "Are you gonna go my way" ein Fuzzpedal ein, vermutlich ein Fuzz Face oder ein Tone Bender Modell.

6. Spirit in the sky - Norman Greenbaum

Dieser Klassiker aus dem Jahre 1969 durfte sich jüngst wieder neuer Beliebtheit erfreuen, da er auf dem Soundtrack zu "Guardians of the Galaxy" zu finden ist. Der Song ist eine interessante Mischung aus Gospel, 60s Rock und Hardrock, was nicht zuletzt auch dem etwas ungewöhnlichen Gitarrensound zu verdanken ist. Norman Greenbaum spielt hier selbst die Gitarre und wählte eine Fender Telecaster, in die ein Fuzz eingebaut wurde, ein Trick, dem sich z.B. Matt Bellamy von Muse auch heute noch bedient.

7. Lithium - Nirvana

1991 erschien mit "Nevermind" das wohl wegweisendste Album der Grunge-Ära. Als Gegenbewegung zu den 80ern und Rückbesinnung auf die 60er und 70er kamen natürlich in den 90ern auch wieder die alten Sounds in Mode, wozu unter anderem Tremolo, Leslie und natürlich auch das Fuzz zählten - zu hören auf der dritten Singleauskopplung "Lithium". Kurt Cobain griff für Lithium zu einem Electro Harmonix Big Muff, wie Produzent Butch Vig verrät: "We used an Electro- Harmonix Big Muff fuzz box through a Fender Bassman on 'Lithium' to get that thumpier, darker sound." Die Gitarren sind im Original einen Ganzton tiefer gestimmt, hier hört ihr das Riff allerdings im Standardtuning.

8. Blue Orchid - White Stripes

Blue Orchid war die erste Single des Albums "Get behind me Satan" aus dem Jahre 2005. Jack White setzte hier auf ein Electro Harmonix POG-Pedal, ein polyphones Oktaver-Pedal, das eine höhere und tiefere Oktave dem Signal hinzufügt, und vermutlich einen Big Muff. Die Gitarren sind im Original mindestens gedoppelt und die Oktavierungen tragen ihr Übriges dazu bei, diesen fetten Sound zu erzeugen.

9. Born to be wild - Steppenwolf

Mit "Born to be wild" haben wir eine weitere Hymne der Flower-Power-Bewegung. Die Band Steppenwolf, deren Bandname von dem gleichnamigen Hermann-Hesse-Roman inspiriert wurde, hatte 1968 mit diesem Song ihren größten und eigentlich auch einzigen wirklich großen Hit, nicht zuletzt, weil er sich auf dem Soundtrack zum Filmklassiker "Easy Rider" befand. Die Gitarre bediente Michael Monarch, der eine Fender Esquire über einen Fender Concert Amp spielte. Da der Sound sehr fuzzig ist und Monarch gerne Fuzzpedale einsetzte, ist davon auszugehen, dass dies auch hier der Fall war.

10. Woman - Wolfmother

Die australische Band Wolfmother gehört zu den wichtigen Vertretern des Stoner Rocks, ein Genre, in dem das Fuzz-Pedal nach dem Grunge quasi eine zweite Renaissance erfuhr. Der Song stammt vom Album "Wolfmother" aus dem Jahre 2005 und wurde 2007 mit einem Grammy für die beste Rock-Performance ausgezeichnet. Die Gitarren übernimmt der Sänger Andrew Stockdale, der für das Albumrecording neben seiner SG eine Gibson ES335 über einen Marshall spielte und damals noch einen Big Muff als Verzerrer einsetzt.

Weitere heiße Fuzzriffs findet ihr übrigens in unserer Workshopreihe über die besten Gitarrenriffs:

Und nun viel Spaß mit den Fuzz-Riffs!

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