Bass Hersteller_Darkglass
Test
7
15.10.2018

Darkglass Hyper Luminal Hybrid Compressor Test

Kompressor-Pedal für Bass

Neues Pedal, neues Basserglück!

Wenn der Name "Darkglass" fällt, denken die meisten Tieftöner sicher reflexartig an Verzerrer. Verständlich, denn schließlich begann der kometenhafte Aufstieg der finnischen Amp- und Effekt-Schmiede mit Preamps und Distortion-Pedalen für E-Bassisten. Das Portfolio wurde allerdings stetig erweitert und im Jahre 2015 stellte Darkglass mit dem Super Symmetry ein hervorragendes Kompressor-Pedal vor. Leider musste Darkglass die Produktion des Super Symmetry relativ schnell wieder einstellen, weil ein wichtiges Bauteil mittlerweile nicht mehr erhältlich ist. Diesen Umstand nahm Doug Castro, seines Zeichens Chef und Mastermind von Darkglass, zum Anlass, sich erneut mit der Thematik zu befassen und einen neuen, deutlich flexibleren Kompressor zu entwickeln. Das Ergebnis hört auf den Namen "Hyper Luminal" und wurde im Spätsommer 2018 der Öffentlichkeit präsentiert.

Details

Bei Darkglass legt man prinzipiell viel Wert auf das Design der Produktverpackungen, daher wird auch das Hyper Luminal in einem schicken Karton ausgeliefert, den man ohne Weiteres auch für eine elegante Uhrenschachtel halten könnte. Im Karton befindet sich neben dem Pedal ein USB-Kabel, ein Darkglass-Plektrum, vier Gummifüße zum Aufkleben und schließlich noch eine knappe Bedienungsanleitung.

Noch schicker als die Verpackung ist allerdings der Hyper Luminal selbst: Das Design ist sehr clean und alles an dem Pedal wirkt hochwertig und edel. Ich habe bisher jedenfalls noch keinen schöneren Kompressor in den Händen gehalten! Erfreulicherweise hat Darkglass es geschafft, den Hyper Luminal trotz der umfangreichen Features kompakt und leicht zu halten. Die Abmessungen betragen 75 x 111 x 43 mm und auf der Waage macht sich das Pedal mit gerade mal 250 Gramm bemerkbar.

Alle Anschlüsse befinden sich auf den Seitenflächen des Gehäuses - rechts parkt die Input-Klinke für die Verbindung mit dem Bass und der Anschluss für das Netzteil (9 Volt, nicht im Lieferumfang), und auf der linken Seite finden wir den Klinkenausgang zur Weiterleitung des Signals zum Amp sowie einen USB-Anschluss, falls das Pedal mit dem Computer gekoppelt werden soll (mehr dazu später).

Im oberen Bereich der Front sitzen vier Regler, mit denen einige kompressortypische Parameter geregelt werden. Der Compression-Regler ist für die Stärke der Kompression zuständig, mit dem Time-Regler werden Attack- und Release-Zeiten geregelt, der Blend-Regler mischt das Effektsignal mit dem cleanen Sound, und der Output-Regler dient zum Angleichen der Endlautstärke.

Die weiteren Features des Hyper Luminal werden mit zwei Sensoren bedient, die zwischen den normalen Reglern und dem Bypass-Fußtaster sitzen. Derartige Sensoren habe ich bei Effekt-Pedalen bisher noch nicht gesehen, obwohl die Vorteile dieser Technik auf der Hand liegen - die berührungsempfindlichen Felder sparen Platz auf der Oberfläche, sie sind unempfindlich gegen Fußtritte, und davon abgesehen sehen die Sensoren auch einfach sehr stylisch aus!

Mit dem rechten Sensor können drei verschiedene Kompressor-Modelle angewählt werden - BUS steht für den Solid State® Logic Bus Kompressor, FET steht für den legendären Urei 1176 und auf Stellung SYM wird der in der Einleitung erwähnte Darkglass-Kompressor Super Symmetry nachgebildet. Hierzu sei erwähnt, dass beim Hyper Luminal das analoge Basssignal mit der digitalen Nachbildung des jeweiligen Kompressormodells bearbeitet wird - das Basssignal bleibt also komplett analog, weshalb Darkglass das Pedal als "Hybrid Compressor" bezeichnet. Mit dem linken der beiden Sensoren wird der Ratio-Wert bestimmt - also das Kompressionsverhältnis. Die Original-Kompressoren bieten natürlich unterschiedliche Werte für die Ratio und demzufolge wechseln auch beim Hyper Luminal je nach gewähltem Modell die Einstellungen.

Für den BUS-Kompressor stehen die Ratio-Werte 1.5, 2, 4 und 10 zur Verfügung, beim FET-Kompressor hat man Zugriff auf die Werte 4, 8, 12, 20 sowie den berühmten "All Buttons-Mode" des Vorbilds 1176, und der SYM-Kompressor bietet schließlich die gleiche Ratio-Bandbreite wie das mittlerweile eingestellte Darkglass-Original.

Die Einstellungen der beiden Sensoren für Mode und Ratio werden mit sehr kleinen, aber hell leuchtenden LEDs angezeigt. Über den Sensoren sitzt außerdem eine zehnteilige LED-Kette, an der die Gain-Reduktion des Kompressors abgelesen werden kann - ein sehr nützliches Feature, das auch für bereits erfahrene Kompressor-User beim Einstellen hilfreich sein kann!

Wie wir sehen, kann der Darkglass Hyper Luminal wirklich viel, mithilfe der kostenlosen Software "Darkglass Suite" und eines Computers wird das Kompressor-Pedal allerdings noch flexibler. Am wichtigsten ist hier sicherlich der Zugriff auf die Attack- und Release-Zeiten der jeweiligen Kompressor-Modelle und auf die grundsätzliche Arbeitsweise des Time-Reglers. Im Standard-Modus ab Werk arbeitet der Time-Regler immer invers: Im Uhrzeigersinn gedreht wird die Attack-Zeit länger und die Release-Zeit kürzer. Mithilfe der Software kann der Time-Regler auf eine proportionale Arbeitsweise umgestellt werden, sodass sich beide Zeiten auf dem Reglerweg vom eingestellten Minimalwert bis zum eingestellten Maximalwert verändern.

Damit nicht genug, denn jedes Kompressor-Modell kann auch mit einer fixierten Attack- oder Release-Zeit versehen werden, sodass der Time-Regler nur den nicht fixierten Parameter verändert. Die Darkglass-Suite bietet außerdem für jedes Modell einen Sidechain Highpass-Filter mit einer Bandbreite von 5-500Hz, und schließlich können die Einstellungen sogar auf dem Rechner als Presets gespeichert werden!

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