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28.11.2021

Cymatics Origin Test

Vintage-Plugin für Windows und macOS

Freeware: Aus Neu mach Alt

Zum sechsten Jahrestag haut Cymatics direkt ein weiteres Freeware-Plugin raus: Nach dem Drum-Enhancer Diablo Lite und dem Reverb Space Lite gibt es nun Origin, ein sogenanntes Vintage-Plugin.

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Details

Allgemeines

Das Plugin gibt es direkt über den Hersteller und kann nach Angabe einer Mail-Adresse auf dessen Homepage heruntergeladen werden. Erhältlich ist es für Windows und macOS, allerdings 64-Bit only. Die Formate VST, AU und AAX werden unterstützt, damit kann es auch in Pro Tools genutzt werden. Über Begrenzungen, die die Version des jeweiligen Betriebssystem betreffen, werden keine Angaben gemacht – einfach downloaden, installieren und ausprobieren.

Konzept und GUI

Origin nennt sich selbst „Vintage-Plugin“ und bietet einen Lo-Fi-Vibe, mit dem ein Signal auf alt getrimmt werden kann und dadurch so klingt, als käme es direkt von einer alten Bandmaschine. 

Der große Regler in der Mitte des GUIs steht für die Frequenz des Resampler-Bitcrusher-Moduls, Werte zwischen 44 Hz und 44.1 kHz sind möglich. Kombiniert wird diese Funktion mit drei Filtern: einem Anti-Aliasing-Filter, das nach dem Resample-Prozess eingreift, einem weiteren Filter, das davor eingreift und einem Highpass-Filter, das Frequenzen ab 200 Hz entfernt. 

Die vier weiteren Funktionen können einzeln deaktiviert werden und lassen sich über die korrespondierenden Regler steuern. Saturation fügt dem Signal durch Bandsättigung diese Art Charakter und Farbe hinzu, wie man sie von analogen Geräten her kennt. Modulation steht für den Wow- und Flutter-Effekt, der bei den analogen Originalen durch unterschiedliche Bandgeschwindigkeiten hervorgerufen wird. 

Das Noise-Modul bietet verschiedene Geräusche aus der analogen Welt, die dem Signal für einen noch realistischeren Sound beigemengt werden können, außerdem lässt sich dieses Modul sowohl vor als auch nach den Resampler schalten. Das Chorus-Modul emuliert dagegen den bekannten Chorus-Klang des Juno-60 Synthesizers und ermöglicht dadurch dessen klassische Klangfärbung.    

Sound

Mit den drei Audiobeispielen habe ich versucht, die gesamte Bandbreite der Klangbearbeitung aufzuzeigen, die mit Origin möglich ist, denn das Plugin kann definitiv mehr als Vinyl-Sounds oder Bitcrushing. Der Drum-Loop in Beispiel 1 wird dezent verzerrt, dadurch packt die Kick mehr zu und der ganze Loop wird griffig und aggressiver. 

Im zweiten Beispiel, einem Rhodes-Loop, zeigt Origin dann seine Kernkompetenz, mit dem Plugin klingt der Loop nämlich, als käme er von einer alten Platte, inklusive Knistern und Wobble-Effekt. Beim Kontrabass in Beispiel drei steht dagegen das Chorus-Modul im Vordergrund.   

Fazit

Auch das dritte Freeware-Tool von Cymatics liefert ab, nämlich Vintage-Sound vom Feinsten. Über das ansehnliche GUI lassen sich viele Effekte steuern, von der Bandsättigung bis zur Verzerrung, vom emulierten Chorus bis hin zum Plattenknistern. Die verbauten Features können qualitativ durchaus bei RC-20 mithalten, für die direkte Konkurrenz fehlt bei Origin aber noch die ein oder andere Funktion, wie zum Beispiel ein Hall-Modul. Eigene Presets lassen sich abspeichern, ein schneller und individueller Einsatz des Plugins ist also möglich, so könnte Origin durchaus zu einem Standard-Tool bei Producern werden.  

  • Pro
  • guter Vintage-Sound, kann aber auch mehr
  • viele Presets
  • eigene Presets können abgespeichert werden
  • skalierbares GUI
  • Contra
  • kein Contra
  • Features
  • Resampler/Bitcrusher-Modul
  • Saturation- und Movement-Module
  • Chorus-Modul im Juno-106-Style
  • Noise-Player
  • 42 Presets
  • eigene Presets können abgespeichert werden
  • skalierbares GUI in drei Stufen
  • Preis
  • Cymatics Origin: kostenlos

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