Chapman Guitars
Test
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20.02.2015

Praxis

Die Gitarre macht auf den ersten Blick einen insgesamt recht guten Eindruck, was zum größten Teil der guten Bespielbarkeit zuzuschreiben ist. Durch die Bank hatte ich bei den Hälsen der Chapman Gitarren immer sofort ein gutes Spielgefühl, was sich auch bei diesem Instrument bestätigt. Aber auch die Schwachstellen sind da und die sind mal wieder die Bauteile, besonders der Pickup-Schalter und das wacklige Push/Pull Tone-Poti. Der Kontakt des Schalters greift nicht richtig, ihr hört das auch beim Beispiel mit den Split-Kombinationen. Hier habe ich den Schalter vom Hals-Pickup auf die mittlere Position (beide Pickups) umgelegt und beim ausklingenden Akkord war ganz kurz der Steg-Pickup zu hören.

Zuerst verschaffen wir uns einen Überblick über die sechs verschiedenen Grundsounds, die unser Testmodell im Angebot hat, das Ganze wie immer mit unverzerrtem Amp. Hier sind die drei Humbucker-Kombinationen, zuerst der Hals-Pickup, dann beide und zum Abschluss der Steg-Tonabnehmer.

Jetzt kommt das Ganze im Split-Mode.

Die Tonabnehmer haben einen etwas strammeren Output, man wird mit ihnen auf jeden Fall ein Quentchen mehr Zerre aus einem Amp locken können, dazu gleich mehr. Vom Klang her ist das Ganze recht ausgewogen, was auch bei zwei baugleichen Pickups nicht anders zu erwarten ist. Durch die Split-Sounds stellt sich das Instrument recht breitbandig auf und kann im Cleanbereich von warmen jazzigen Sounds bis zum knackigen Funk Groove einiges abdecken. Hier sind dazu zwei Beispiele, einmal der Halspickup im Humbucker-Mode mit weichem Daumenanschlag und dann das Gegenteil, die Kombination beider Pickups im Split-Mode mit hartem Pick-Anschlag. Immer mit derselben Amp-Einstellung.

Weiter geht es mit den angezerrten Sounds, und hier machen auch die Split-Positionen richtig Spaß, sie kommen mit einer leichten Zerre des Amps sehr crisp aus den Speakern und auch der Attack der Gitarre ist nicht zu verachten, das ist schon recht knackig im Vergleich zu mancher trägen Les Paul. Ihr hört beide Pickups im Split-Mode.

Der Steg-Tonabnehmer klingt als Humbucker dagegen nicht so scharf, hat mehr tiefere Mitten und dadurch einen etwas wärmeren Ton. Bei klassischen Rocksounds macht er eine gute Figur und auch die Übertragung der Dynamik ist nicht von schlechten Eltern. Bei einem Mid Gain Sound lässt sich der Zerrgrad noch recht entspannt mit dem Anschlag steuern, was ihr im nächsten Beispiel hört, bei dem ich zuerst leicht mit den Fingern, dann hart mit dem Pick angeschlagen habe.

In höheren Zerrgefilden sorgt die Gitarre für einen sustainreichen Ton, der bei Lead-Sounds natürlich sehr angenehm ist. Durch den eher wärmeren Klang der Pickups wird das Ganze auch bei höheren Gain-Einstellungen nicht kratzig. Abstriche muss man allerdings in der Klangübertragung machen, es wird bei Akkordspiel etwas undefinierter. Ihr hört im nächsten Beispiel zuerst den Hals-Pickup und dann den Steg-Tonabnehmer mit einem High Gain Sound.

Zum Abschluss gibt es noch die volle Ladung mit Mid Scoop Zerrsound. Auch hier kann das Instrument überzeugen, der Bassbereich ist nicht undefiniert und auch tiefer gestimmtes Riffing geht problemlos von der Hand. Bei Downtunings macht auch die E-Saite nicht schlapp, ihr Tracking ist gut und auch eine schnelle Betätigung klappt ohne Beanstandungen.

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