Hersteller_Casio DP_Digitalpiano DP_Kompakt
Test
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15.08.2014

Praxis

Tastatur

Wie alle anderen neueren Casio Privia- und Celviano-Pianos verfügt das Privia PX-150 über eine Tastatur mit dem Namen „Tri-Sensor skalierte Hammermechanik II“. Casio ist damit der einzige Hersteller, der in alle seine Pianos von der Einsteiger- bis in die Mittelklasse die gleiche Tastatur einbaut. Als günstigstes Modell profitiert das PX-150 natürlich von diesem Prinzip, denn so kommt man schon für wenig Geld in den Genuss einer skaliert gewichteten Hammermechanik mit drei Sensoren pro Taste und einer dem Elfenbein nachempfundenen „Ivory Touch“-Beschichtung – wahrlich keine Selbstverständlichkeit in dieser Preisklasse. Die Anschlagdynamik lässt sich mit drei Velocity-Kurven anpassen oder auf Wunsch ganz deaktivieren.

Die Tastatur ist gut spielbar, reicht aber nicht an den Realismus mancher höherklassiger Tastaturen anderer Hersteller heran. Die gemaserte Struktur der Oberfläche ist recht deutlich spürbar, was sicherlich nicht jeder mag. Insgesamt muss man dem PX-150 aber eine für diese Preisklasse überdurchschnittlich gute Tastatur bescheinigen, erst recht, wenn man sich ihr geringes Gewicht vor Augen führt.

Klänge

Von den insgesamt 18 Klangfarben des PX-150 bilden die Flügelklänge mit fünf Vertretern die größte Fraktion. Allerdings vermuten wir, dass alle fünf Flügelsounds auf denselben Samples beruhen und lediglich mit unterschiedlichen EQ- und Filtereinstellungen in verschiedene Richtungen getrimmt wurden. Neben dem Concert Grand gibt es die Varianten Modern, Classic, Mellow und Bright, die sich in der Brillanz und in den Effekteinstellungen unterscheiden.

Ähnlich wie die Tastatur können die Flügelsounds gemessen am günstigen Preis des PX-150 durchaus überzeugen, aber nicht mit höherklassigen Modellen mithalten. Das Concert Grand ist eher auf der klaren, hellen Seite des Spektrums und hat eine schöne Dynamik. Allerdings ist der Grundklang etwas künstlich und im Ausklang sind Sample-Loops hörbar. Einem geübten Ohr wird man diesen Sound nicht als echten Flügel verkaufen können, für ein so günstiges Instrument geht er aber absolut in Ordnung.

Nicht selbstverständlich in dieser Preisklasse ist zudem das Dämpfergeräusch beim Treten des Haltepedals, das allerdings aus einem einzigen Sample besteht und deshalb bei häufigen Wiederholungen künstlich wirkt und zu nerven beginnt. In der Lautstärke regeln oder ganz abschalten lässt es sich beim PX-150 anders als bei den höherklassigeren Casio Modellen leider nicht.

Hier hört ihr den Flügelsound des PX-150, aufgenommen über den Kopfhörerausgang und über Mikrofone:

Die 13 weiteren Sounds umfassen die üblichen E-Pianos, Orgeln, Streicher und so weiter. Ihre Qualität ist mäßig – hier haben einige Konkurrenten auch in dieser Preisklasse mehr zu bieten. 

Eine spezielle Rolle kommt den beiden Basssounds zu, die sich ausschließlich im unteren Bereich der Tastatur spielen lassen und an den Split-Modus gekoppelt sind. Das PX-150 besitzt sozusagen eine „Splitfunktion Light“: Die Tastatur lässt sich zwar auf zwei Sounds aufteilen, aber der linke davon muss einer der beiden Bässe sein und der Splitpunkt lässt sich nicht einstellen. Flexibler ist der Layer-Modus, der eine Kombination zweier Klänge mit Ausnahme der beiden Bässe erlaubt. Das Mischverhältnis ist dabei einstellbar. Weiterhin verfügt das PX-150 über einen Duett-Modus, in dem die Tastatur in zwei Hälften geteilt wird, denen jeweils der gleiche Tonumfang desselben Sounds zugeordnet wird. Das ist besonders für Unterrichtssituationen interessant.

Die Effektabteilung ist mit je vier nicht weiter editierbaren Reverb- und Chorus-Effekten ausgestattet. Den Klängen kann gleichzeitig je ein Reverb und ein Chorus zugewiesen werden, die Effektanteile sind aber leider nicht einstellbar. Außerdem gibt es eine Brillanz-Einstellung mit sieben Stufen.

Weitere Funktionen

Der MIDI-Recorder des PX-150 bietet zwei Spuren, die nacheinander aufgezeichnet werden können – nicht alltäglich in dieser Klasse. Im internen Speicher ist leider nur Platz für einen Song, aber da sich Songdaten via USB auf einem Computer archivieren lassen, kann man den Speicher freiräumen, ohne die Aufnahme löschen zu müssen. Allerdings werden aufgenommene Songs nicht im Standard-MIDI-File-Format gesichert, sondern in Casios eigenem CSR-Format, sodass sie sich nicht ohne weiteres mit Musiksoftware weiterverwenden lassen. Schade, so bleibt der Recorder etwas hinter den Erwartungen zurück.

Weiterhin verfügt das PX-150 über eine Musikbibliothek und Übungsfunktion mit 60 Songs. Die Bibliothek bietet einen Querschnitt durch die Klavierliteratur, man findet hier Werke von Bach, Schumann und Chopin genauso wie den unvermeidlichen „Entertainer“. Bei der Wiedergabe kann man das Tempo einstellen und die linke und rechte Hand getrennt an- und abschalten, um die Stücke zu üben. Toll ist die Möglichkeit, über USB weitere MIDI-Songs in den Speicher des Pianos zu laden. Dafür stehen zehn freie Speicherplätze in der Musikbibliothek zur Verfügung. Das PX-150 akzeptiert Daten im SMF-Format (.mid) oder Casios eigenem CM2-Format.

Das integrierte Metronom des PX-150 beherrscht verschiedene Taktarten und lässt sich in der Lautstärke einstellen.

Bedienung

Die Bedienung des PX-150 ist relativ schnörkellos: Für die wesentlichen Funktionen (Aufrufen der wichtigsten Klänge, Metronom, Recorder) gibt es eigene Taster. Für die übrigen Klänge und erweiterte Einstellungen muss man die Funktionstaste gedrückt halten und bestimmte Tasten der Klaviatur betätigen. Glücklicherweise ist Casio sich im Gegensatz zu einigen anderen Herstellern nicht zu fein, diese Sonderfunktionen auf das Gehäuse zu drucken, sodass man nicht ständig zur Anleitung greifen muss. Damit man auch ohne Display weiß, welche Einstellung man gewählt hat, gibt das Piano akustische Rückmeldungen in Form von Pieptönen. So ertönt zum Beispiel beim Auswählen eines Halleffekts eine Reihe von 1-4 Pieptönen und gibt Auskunft über die gewählte Einstellung. Das ist clever gelöst, reicht aber natürlich nicht an den Komfort von LEDs oder gar einem Display heran.

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