Gitarre Bass Hersteller_Boss
Test
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05.06.2012

PRAXIS

Alle Bedienelemente sind sinnvoll angeordnet und verständlich beschriftet, ein kleines Display mit zwei Zeichen und zehn LEDs gibt ausreichend Auskunft über den aktuellen Betriebszustand. Um die etwas kryptischen Displaymeldungen beim Einstellen der verschiedenen Wiedergabe-Modi (Loop, Loop mit Fade-Out, One-Shot), des Einzählers und der Löschfunktionen richtig zu deuten, bedarf es zu Anfang natürlich des Handbuchs.

Die elf beleuchteten Gummitaster sind alle eindeutig ihren jeweiligen Funktionen zugeordnet und erklären sich von alleine. Die beiden Fußschalter sind durch einen Anzeigenbereich mit einer Power-LED und der Statusanzeige für die Zustände REC, Dub und Play voneinander getrennt. Der Rhythm ON/Off-Taster lässt nach zweisekündigem Drücken die Wahl zwischen den Drum-Pattern Hi-Hat, Kick&Hi-Hat, Rock 1, Rock 2, Pop, Funk, Shuffle, R & B, Latin und Percussion, und das sowohl in Vier- als auch in Dreivierteltakt-Metrik. Die Pattern sind zwar sinnvoll programmiert, die Soundauswahl überzeugt hingegen nicht.

Mit dem rechten Fußtaster legt man in bewährter n-Manier das Tempo des gewählten Rhythmus-Pattern fest, der Pegel der Rhythmus-Begleitung lässt sich mit einem eigenen Poti regeln. Bei aktivierter Rhythm-Funktion startet eine Aufnahme taktgenau, ein Einzähler vor Beginn der Aufnahme ist ebenfalls möglich. Egal, wann man die Aufnahme stoppt, bei eingeschaltetem Rhythmus wird die Länge der Sequenz automatisch an gerade Takteinheiten angepasst.

Erstmaliges Betätigen des linken Fußtasters startet die Aufnahme einer Phrase; ist   Auto-Recording gewählt, reicht dazu das Anliegen eines Audiosignals. Ein weiterer Tritt setzt den Endpunkt des Loops und lässt die Aufnahme im Overdub-Modus weiterlaufen. Beliebig viele weitere Schichten können so hinzugefügt werden, bis der maximale Audio-Speicherplatz von 2 Gigabyte dem irgendwann eine natürliche Grenze setzt. Der nächste Tritt schaltet die angewählte Spur dann auf Wiedergabe. Um wieder im Overdub-Modus aufzunehmen, betätigt man einfach erneut den Taster. Außerdem sorgt der linke Fußtaster bei zweisekündigem Drücken für ein Undo, also ein Widerufen der zuletzt gemachten Aufnahme einer Phrase. Das erneute Betätigen für mindestens zwei Sekunden eliminiert wiederum ein Undo und stellt die Aufnahme wieder her (Redo).

Ohne einen bei der Aufnahme laufenden Begleitrhythmus ermittelt die RC-3 automatisch das Tempo des Loops und setzt voraus, dass man mindestens einen Takt oder folgende geradzahlige Takte (2, 4, 8, 16 ...) eingespielt hat. Das rechte Pedal fungiert als Stopp-Taster und Spur-Umschalter. Dort sorgt ein einmaliger Tritt für den Stopp der Wiedergabe der ausgewählten Spur, zweimaliges Tippen stoppt beide Spuren. Ein Betätigen des rechten Fußtasters für zwei Sekunden schaltet zwischen den zwei Loop-Spuren der RC-30 um. Im Menü lassen sich zudem diverse Stopp-Verhalten oder auch eine OneShot-Wiedergabe individuell für beide Spuren festlegen. Die optionale Einbindung eines weiteren Pedals lässt eine andere Belegung der Tasterfunktionen zu und macht die ganze Sache durch Vermeidung von Doppelbelegungen erheblich übersichtlicher. Ist man mit seinem Werk zufrieden, kann man den Loop auf einem der 99 Phrase-Memories dauerhaft abspeichern. Diese können komfortabel per USB auf einen PC oder Mac transferiert werden, der umgekehrte Weg eines WAV-Files vom Rechner in den Speicher der RC-30 funktioniert nach kurzem Handbuchstudium ähnlich leicht.

Hat der RC-30 Phrasen auf einer oder auf beiden Spuren aufgenommen und spielt diese als Loops ab, hat man die Möglichkeit, das Ausgangssignal der Spuren individuell über die beiden kleinen Schieberegler zu pegeln. Das ausgehende Stereosignal kann dann noch mit einem Effekt versehen werden. Die Kollegen Bend Down, Step Phaser, Sweep Filter, Tempo Delay und Lo-Fi funktionieren allerdings nur bei der Wiedergabe und lassen sich folglich nicht mit aufnehmen - sie haben aber beim kreativen Experimentieren und im Live-Umfeld sicher ihre Berechtigung. An den Parametern der Effekte kann leider nicht geschraubt werden und beide Spuren werden immer gleichzeitig damit versehen. Insgesamt kann man die Audioqualität des RC-30 als gut bezeichnen, sie zeichnet in 16 bit mit einer Abtastrate von 44.1kHz auf und die Wandler verrichten einen sauberen Job.

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