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20.04.2015

B.log – Hol alles aus dir raus!

Gesangsvorbereitung fürs Studio

Am Freitag war ich den ganzen Tag mit Ingo Siara, dem Sänger der Berliner Band „The Wake Woods“, in unserem Studio. Vor ihrer ersten CD-Aufnahme im Horus Studio in Hannover hatten wir bei uns einen letzten Gesangs-Check-Up.


Zur Vorbereitung haben wir in den vergangenen Wochen alle Texte der zwölf Album-Songs noch einmal überarbeitet und an den Gesangsmelodien gefeilt. Am Freitag ging es nun darum, für jeden Song ein finales Gesangslayout zu fixieren.

Folgende drei Punkte waren mir dabei besonders wichtig:


1) Check-Up der neuen Wörter

Obwohl wir sehr darauf geachtet haben, die neuen Wörter und Sätze auf Rhythmik und Klang der alten Gesangsphrasen zu schreiben, wollte ich Ingo mit den neuen Textbausteinen noch einmal final aufgenommen hören. Liegen ihm die Wörter wirklich gut im Mund? Kann er sie singen ohne auf sie achtgeben zu müssen?

Das hatten wir zwar alles vorher schon über Skype (Ingo wohnt in Berlin) und mit Gitarre x-fach gecheckt. Aber als Ingo die Songs live vor mir eingesungen hat, kamen doch noch einige Baustellen ans Licht: Hier mussten wir den Text noch einmal ändern.

2) Check-Up: Natürlichkeit der Darbietung

Neue Texte brauchen Zeit, um sich im Unterbewusstsein auszubreiten. Und jede Runde, in der sich der Sänger oder die Sängerin intensiv mit ihnen beschäftigt (Auftritt oder Aufnahme), packt sie ein Stück tiefer in den Körper. Nichts ist doofer als gesungene Texte, die leblos klingen, weil sie abgelesen werden.
Da Ingo auch Hauptsongwriter und Bassist der Band ist, kam das Üben der neuen Texte manchmal etwas zu kurz. Unser Studio Check-Up sollte ihn diesen Schritt nachholen lassen.

Wie wichtig die Verankerung der Texte im Unterbewusstsein ist zeigt sich, wenn ihr beim Singen völlig loslasst, den Kopf ausschaltet und nur noch Musik seid. Am Freitag passierte es uns, dass wir zwar eine tolle Interpretation hatten, aber die falschen Wörter. In der Pre-Produktionsphase ist das nicht so schlimm. Doch bei den richtigen Aufnahmen sehr hinderlich.

3) Check-Up der Interpretation

Natürlich weiß Ingo, wie er seine Songs singen will. Die Frage war nur: Kommt das auch auf der Aufnahme rüber? Bei einem Song half es schlicht, auf die erdigen Viertel des Beats zu singen. Bei einem anderen Song nimmt er sich jetzt die Dynamik der alten Soulsänger als Vorbild und bei manchen Songs half es, wie ein Schauspieler zu denken.
Wir haben immer ganze Takes aufgenommen und uns dann die Fassung angehört. Anschließend haben wir uns überlegt, wie wir die Stellen - die noch nicht überzeugten - besser hinbekommen können.

Das tolle bei Ingo ist, dass er absolut sauber intonieren kann und eine riesige Schippe Musikalität besitzt. So mussten wir uns kaum um die Basics kümmern, sondern konnten direkt in das Finetuning gehen. Es war ein langer Tag doch wir hatten eine Menge Spaß.

Im Sinne der Ramones sag ich nur: Hey ho let’s go! Viel Erfolg Ingo!

Und Euch eine sonnige Woche.

Catharina


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