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Test
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16.06.2017

BigTick TickyClav Test

Freeware Clavinet-Plug-in

Extremely supersticious

Das Hohner Clavinet findet sich in unzähligen Funk- und Rock-Aufnahmen der 70er Jahre. Das Freeware-Plug-in TickyClav von BigTick bietet den markanten Sound für Windows und Mac OSX und liefert auch gleich noch den gern genutzten Wah-Wah-Effekt mit.

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Details

Allgemeines

Stevie Wonder setzte dem Hohner Clavinet mit dem Song „Superstition“ ein Denkmal, als er 8 der 16 Spuren des Songs damit einspielte – Gitarren sucht man hier vergebens! Auch heute werden Clavinet-Klänge wegen des perkussiven Sounds, der für groovige Sequenzen geradezu prädestiniert ist, gerne im House oder auch im Pop eingesetzt. 

BigTick TickyClav gibt es für Mac (AU/VST) und PC (VST, Stand Alone), allerdings leider nur in 32 Bit. Es kann nach einmaliger Registrierung auf der Webseite von Big Tick Audio Software geladen werden. Um das Plug-in in aktuelle DAWs einzubinden, muss man sich gegebenenfalls mit einem 64-Bit-Wrapper behelfen. Und nicht nur hier merkt man das Alter der leider nicht mehr weiterentwickelten Freeware. Das Plug-in-Fenster lässt sich nicht skalieren. Die vielen Regler mit den darunter angezeigten Werten sind so auf hochauflösenden Displays recht schwer abzulesen.

Nicht mehr ganz frisch, aber verdammt gut

Und trotzdem sollte man TickyClav eine Chance geben, denn das Plug-in weiß durchaus zu überzeugen. Das liegt zum einen an den vielen Parametern, die selbstverständlich alle per MIDI-Controller ferngesteuert werden können. Zum anderen liegt es am Sound des Plug-ins, der mit seiner Drahtigkeit und seinem Punch punkten kann.

Das Fenster des Plug-ins ist in drei Bereiche aufgeteilt: In der linken Hälfte oben wird der Sound eingestellt. Zwei Pickups können über den virtuellen Saiten positioniert werden. Dazu gibt es Regler für die Saitendämpfung, die Brightness des Gesamtsounds, den Klick beim Loslassen der Saite (hierzu sollte man sich mal kurz mit dem klassischen Spinett befassen), die Gesamtlautstärke und die Stimmenanzahl, die von einer bis zu 32 Stimmen regelbar ist.

Darunter werden die Pickup-Modi ausgewählt. Mindestens ein Pickup muss schon aktiviert werden, sonst hört man logischerweise nichts. Neben den einzelnen Pickups stehen auch Wahlschalter für beide zusammen und beide in out-of-phase bereit. 

Unverzichtbar: Wah-Wah

In der rechten oberen Hälfte befinden sich die Parameter für den Wah-Wah-Effekt. Hier gibt es Regler für die Resonanz, die tiefste Frequenz und die Breite des Wahs sowie einen Value-Regler, der je nach Modus verschiedene Funktionen übernimmt: Im Autowah-Modus (LFO) regelt er die Geschwindigkeit, im manuellen Modus die feste Frequenz und im Follow-Modus die Sensitivität des Followers. Hier ist also Experimentieren angesagt!

Die untere Leiste des Plug-ins ist für die Presets reserviert. Es können nicht nur einzelne Patches, sondern auch gleich ganze Bänke gespeichert und geladen werden.

Sound

Drahtig, knackig und extrem durchsetzungsfähig: Was für die Original-Hardware gilt, schafft TickyClav auch im digitalen Mix. Der integrierte Wah-Effekt kann bei Bedarf den Sound auch unheimlich lebendig machen. Tipp: Durch den Einsatz eines zusätzlichen Delays grooven die Sequenzen von TickyClav gleich noch mehr!

FAZIT

Schade, dass BigTick TickyClav den Sprung ins 64-Bit-Zeitalter zumindest bisher nicht geschafft hat. Das Plug-in ist ein Freeware-Klassiker, der mit vielen Klangparametern und überzeugendem Sound punkten kann. Wer noch auf 32 Bit unterwegs ist, sollte es unbedingt mal ausprobieren. Und wer sowieso einen entsprechenden Wrapper besitzt, macht mit der Installation dieses kostenlosen Clavinets auch alles richtig.

 

  • Pro
  • durchsetzungsfähiger Sound
  • viele Klang-Parameter
  • integrierter Wah-Wah-Effekt
  • Contra
  • nur 32 Bit
  • Features
  • Clavinet-Plug-in für Mac und PC, PC auch Stand Alone
  • 2 virtuelle Pickups
  • viele Parameter zur Sound-Anpassung
  • integrierter Wah-Wah-Effekt mit drei Modes
  • Preis
  • kostenlos nach Registrierung

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