Drums 15_Zoll_Snare_Beier_Steel
Test
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07.04.2016

Beier Drums 1,5 Steel 15“x5,5“ Snare Test

Stahl Snare mit 15 Zoll Durchmesser

Workhorse XXL

Aus Oconomowoc kommt unser Testobjekt. Städte mit fünf O’s im Namen dürften ziemlich selten sein. Damit haben sie eine Gemeinsamkeit mit 15 Zoll durchmessenden Snaredrums, die machen sich nämlich auch äußerst rar. Während sich im Laufe der Jahre 13, 12 und 10 Zoll große Snaredrums als gängige Alternativen zum 14 Zoll-Standard etabliert haben, fristen ihre 15er Kollegen ein Schattendasein. Trommelbauer James Beier lässt sich davon nicht irritieren und bietet diese Größe – neben 13ern und 14ern – in Tiefen von vier bis acht Zoll an. 

Der Erfolg scheint ihm Recht zu geben, denn mittlerweile kann er auf eine kleine, aber treue Fan-Gemeinde blicken, die auf seine  Instrumente schwört. Unter der matten, in schwarz gehaltenen Lackierung verbirgt sich ein von Mr. Beier selbst hergestellter Stahlkessel, vom einfachen „Assembling“, also dem bloßen Zusammenbauen zugelieferter Komponenten, ist man also weit entfernt. Wenn ihr wissen wollt, wie sich die interessante Konstruktion in der Praxis bewährt und ob sie überhaupt auf einen handelsüblichen Snare-Ständer paßt, solltet ihr jetzt weiter lesen. Das Testinstrument hat uns übrigens der deutsche Ausnahmetrommler Achim Färber zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!

Details

Der Stahlkessel besitzt keine Bördelung 

Nein, ein echter Hingucker ist die Beier 1,5 Steel Snaredrum auf den ersten Blick nicht. Die nur acht, mit Kunststoff unterlegten, Stimmböckchen wirken auf dem großen Kessel etwas verloren, der matte schwarze Lack verströmt ein eher funktionales Flair, und auch sonst wirkt die Trommel aus Wisconsin zunächst nicht wie ein Instrument, bei dem man schon aus optischen Gründen kaum die ersparten Taler bei sich halten kann. Die nähere Inspektion fördert dann die kleinen, aber feinen Details zutage, die die Beier Snaredrum als sorgfältig gebaute Custom-Trommel ausweisen. Da wären zunächst die dezenten, von James Beier per Hand eingravierten, Schriftzüge auf jedem Böckchen, weiter geht es mit seiner Signatur im Inneren des Kessels, zusätzlich versehen mit dem Baujahr. Ist die Trommel erst einmal geöffnet, fällt der Blick auf eine 1,5 Millimeter starke, beidseitig lackierte Kesselwand. Nahtlos ist der Metallzylinder nicht, die Schweißnaht ist von innen erkennbar, von außen allerdings glatt geschliffen und unsichtbar. Das sorgfältig eingefräste Snarebed fällt relativ steil ab, ist aber mit zwei Millimetern nicht sehr tief. Eine Bördelung der Kesselränder gibt es nicht, ebenso wenig eine Sicke. Damit erinnert die Konstruktion an die Metall-Snares des Kanadiers Ronn Dunnett, der auf diese Fertigungsdetails bei einigen seiner Modelle ebenfalls verzichtet. 

Als Abhebung kommt die DW MAG zum Einsatz

Alle Hardware-Teile sind mit dem Kessel verschraubt, was auch für das metallene Typenschild gilt. Eine DW MAG Abhebung wird von James Beier als Standardabhebung montiert, hierbei handelt es sich um eine Throw-Off-Variante, bei welcher der Abwurfbügel ab dem Überschreiten eines Totpunktes magnetisch in Position gehalten wird. Sie wirkt sehr stabil und hochwertig und ist – laut Beier – die bevorzugte Abhebung seiner Kunden, weshalb es auch keine weiteren Optionen gibt.  Eine Ausnahme stellt die Gibraltar Piccolo Abhebung dar, welche aufgrund der geringen Höhe am 15“x4“ Modell verbaut wird. Teppichseitig geht es recht unspektakulär zu, hier greift Beier auf ein Standardmodell mit verchromten Spiralen zurück. Obwohl es sich hier offensichtlich um ein Zubehörteil aus Fernost handelt, bietet es keinen Anlass zur Kritik. In die Kategorie Standardmodell gehören auch die montierten Remo Felle vom Typ Ambassador coated auf der Schlag- sowie Hazy auf der Resonanzseite. Die solide Konstruktion und der kräftige Kessel sorgen für ein recht stattliches Gesamtgewicht, daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Snaredrum über normale, dreifach geflanschte Spannreifen verfügt. Insgesamt ist die Verarbeitung der Trommel auf hohem Niveau und lässt damit für den Praxisteil Gutes erwarten. 

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