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09.09.2021

Behringer Studio L Test

Monitorcontroller mit USB 2.0 Audiointerface

Allround-Tool für mittelgroße Home- und Projektstudios

Behringers Studio L ist eine etwas ausstattungsreduzierte Variante des Monitorcontrollers Studio XL, den wir bereits im Test hatten. Wo die Unterschiede liegen und für welche Studioanwendungen, die übrigens über den Funktionsumfang eines gewöhnlichen Monitorcontroller hinausgehen, das Studio L geeignet ist, lest ihr in unserem Testbericht!

Details & Praxis

Features

Das Desktopgerät Studio L ist eine Kombination aus Monitorcontroller und 2x2 USB 2.0 Audiointerface, mit dem Line- und Mikrofonaufnahmen in 24 Bit mit Samplingfrequenzen bis zu 192 kHz und möglich sind. Zwei kräftige und separat regelbare Kopfhörerausgänge, integriertes Talkback und ein latenzfreies Direct Monitoring gewährleisten das praxisfreundliche Tracking und auch das Erstellen von Streaming-Inhalten per Loopback ist mit dem Studio L möglich. Apple Computer (macOS 10.14+) akzeptieren das Class Compliant Interface (USB 2.0) unmittelbar als Audioschnittstelle, während zum Betrieb an Windows-Rechnern ein Treiber notwendig ist, der auf der Homepage von Behringer bereitgestellt wird. Als Monitorcontroller-Features sind neben dem prominenten und VCA-gesteuerten Lautstärkepoti typische Features wie Mono, Mute und Dim (-20 dB) sowie die praxisfreundliche Trim-Regelung beider Monitor Outputs zu nennen. Im Gegensatz zu Behringers passiven Monitorcontroller Studio M lassen sich bei Bedarf beide Monitorausgänge parallel nutzen.

Anschlüsse und Verarbeitung

Das Behringer Studio M ist eine lediglich in der Breite geschrumpfte Version des mit mehr I/Os und weiteren Features ausgestatteten Studio XL. Die Verarbeitungsqualität der robusten Metallkonstruktion bietet auch hier überhaupt keinen Anlass zur Kritik. Alle Bedienelemente und Anschlüsse machen einen, dem vermutlich günstigen Preis entsprechend, sehr soliden Eindruck. Lediglich der alternative Miniklinkeneingang (In 3/4) auf der Vorderseite sitzt für meinen Geschmack ein wenig zu flexibel im Gehäuse. Mit Ausnahme der Kopfhörerbuchsen befinden sich alle weiteren Ein- und Ausgänge, wie auf der folgenden Abbildung zu sehen, auf der Geräterückseite.

Performance und Praxis

Der Test des Behringer Studio L verlief auch beim Abspielen und Bearbeiten komplexer DAW-Projekte mit einem MacBook Pro (macOS 10.14.6) vollkommen unproblematisch und stabil. Ein Test unter Windows hat mangels Windows-Rechner nicht stattgefunden. Während ich auch beim Studio XL den Regelbereich der Kopfhörerverstärker bei lautem Eingangssignal und die Lesbarkeit der teilweise grauen Beschriftung als nicht ganz optimal empfinde, muss ich die etwas lieblose (und identische) Bedienungsanleitung des aktuellen Testgeräts hier nicht zwingend nicht als Kritikpunkt aufführen. Aufgrund der reduzierten I/Os und Routing-Optionen fällt dieser Umstand beim übersichtlicheren Studio L nicht so stark ins Gewicht wie beim komplexeren XL. Die generelle Bedienbarkeit des standfesten Geräts mit seinen griffigen und haptisch einwandfreien Bedienelementen ist einwandfrei.

Sound

Jegliche Klangaspekte des preisgünstigen Studio L können überzeugen. Neben dem hervorragenden Stereogleichlauf des VCA-Potis, einer färbungsfreien Wiedergabe und gut klingenden Preamps glänzt das Behringer-Gerät mit einem problemlosen Brumm- und Rauschverhalten wie auch einer robusten Gleichgültigkeit gegenüber elektromagnetischen Einstreuungen, beispielsweise von Smartphones. Transparenter Sound, wie ihn das Marketing verspricht! Auch mit störenden Umschaltgeräusche bei Anwahl der I/Os oder der Aktivierung des internen Talkback-Mikrofons kann Behringers Studio L nicht dienen und liefert ein insgesamt sehr erwachsenes Bild ab.

Fazit

Wie auch der große Bruder Studio XL ist Behringers Studio L ein empfehlenswertes Tool mit hohem Nutzwert für kleinere bis mittelgroße Studio-Setups, an dem es nicht viel zu bemängeln gibt. Zum Zeitpunkt unseres Tests stand der konkrete und vermutlich günstige Verkaufspreis beider Geräte noch nicht fest. Daher gilt es, im Endeffekt individuell abzuwägen, ob sich die Preisersparnis gegenüber der XL-Version lohnt, die bei gleichen technischen Daten eine reichhaltigere I/O-Ausstattung besitzt.

  • Pro
  • praktikable Ausstattung
  • insgesamt gute Audioeigenschaften
  • hervorragender Stereogleichlauf durch VCA Stereo Tracking
  • zwei gute Mikrofonvorverstärker
  • zwei separat regelbare Kopfhörerausgänge
  • separate Trimregler für beide Monitor Outputs
  • solide Verarbeitung
  • Contra
  • schlechte Lesbarkeit der teilweise grauen Beschriftung der Bedienelemente
  • Miniklinkenbuchse sitzt etwas locker
  • schmaler Regelbereich der Phones-Regler bei lautem Eingangssignal
  • Features & Spezifikationen
  • mit USB 2.0 Audiointerface
  • 2 Inputs / 2 Outputs (Interface)
  • Auflösung bis zu 24 Bit/192kHz
  • USB-B Anschluss
  • Class Compliant
  • Systemvoraussetzungen (Interface-Betrieb): macOS 10.14+ / Windows 10 (Treiber erforderlich)
  • Inputs (Monitorcontroller)
  • Input 1/2: 2 x XLR/TRS (Mic: 3kOhm / Line: 1MOhm)
  • Inputs 3/4: 2 x TRS (6,35mm Klinke)
  • Input 3/4 (alternativ): 1 x TRS (Miniklinke Stereo), +4/-10dB
  • 2 Midas Preamps (+48V, 3kOhm)
  • Gain am Testgerät ca. +60dB (keine Herstellerangabe)
  • Outputs
  • 2 Monitor Outputs mit separatem Trim-Regler: 4 x TRS (6,35mm Klinke)
  • 1 2-Track Output: 2 x TRS (6,35mm Klinke)
  • 2 Phones Outputs mit separatem Lautstärkeregler: 2 x TRS (6,35mm Klinke)
  • Loopback-Funktionalität für Streaming-Anwendungen
  • VCA Stereo Tracking (Volumeregler)
  • Dim (-20dB), Mute (-60dB), Mono
  • internes Talkback-Mikrofon
  • Lieferumfang: USB-B auf USB-A Kabel, Audiokabel (Miniklinke stereo)
  • Maße: 80mm x 252mm x 163mm (H/B/T)
  • Gewicht: 1,5kg
  • Preis: zum Veröffentlichungszeitpunkt noch nicht bekannt

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