Test
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10.07.2013

Behringer CMD MM-1 Test

DJ-Controller

Vierkanal-MIDI-Mixer mit USB-Hub

Der MIDI-Controller Behringer CMD MM-1 empfiehlt sich als Mischpultersatz innerhalb einer DJ-Software wie Deckadance, Traktor oder Mixvibes, kann aber durchaus auch in einer DAW zum Einsatz kommen. Neben kanalrelevanten Bedienelementen für Pegel und EQ widmet sich die Steuereinheit auch dem Monitoring, verzichtet jedoch auf ein integriertes Audiointerface, wie es beispielsweise beim Konkurrenten Xone:K2 von Allen&Heath verbaut ist.

So, wie bei einem klassischen Mischpult die Zuspieler an das Backpanel angeschlossen werden, finden auch beim MM-1 weitere Steuereinheiten (zum Beispiel der Deck-Controller PL-1) eine Schnittstelle an der Rückseite. Allerdings nicht „analog“, sondern, da es sich um MIDI-Controller Extensions handelt, natürlich “digital“ - hier in Form eines vierfachen USB-Hubs mit eigener Stromversorgung.

Details

Auf der Oberfläche tummeln sich - ganz nach analogem Vorbild - vier Line-Fader, denen jeweils vier Drehregler zugeordnet sind. In deren Mitte hat es sich eine Aussteuerungsanzeige gemütlich gemacht, die mit zweimal 15 LED-Lämpchen dafür Sorge trägt, dass der DJ die Pegelstände des Hauptausgangs fest im Blick behält. Hoch im Norden wartet das MIDI-Pult mit „Lautstärke-Controllern“ für Cuemix, Master und Booth auf, die den Browser-Encoder und seinen beiden Navigationstasten flankieren. In der Mitte treffe ich auf die obligatorischen Cue-Tasten sowie je zwei zusätzliche nummerierte Buttons für die Crossfader-Zuweisung. Die Line-Fader sind naturgemäß nicht so butterweich wie der Überblendregler, und man sollte sie nicht zu stark herunterdrücken, denn sonst schleifen sie auf der Platinenoberfläche. Der Raum zwischen den Bedienelementen ist beim MM-1 insgesamt als praxistauglich bemessen einzustufen, kann vor allem in der Fader-Sektion jedoch nicht mit Mischpulten Marke Pioneer, American Audio oder einem Vestax VCM-600 mithalten, denn der Abstand ist einfach deutlich geringer. Wer jedoch konzentriert zur Sache geht, sollte nicht am Nachbarfader hängen bleiben.

Die OEM-Version ist genau genommen eine vollwertige DJ-Lösung. Jedoch ist sie speziell für die Kontrolleinheit gedacht und lässt einige Ausstattungsmerkmale der großen Brüder (V2, DVS) vermissen. So zum Beispiel DVS-Unterstützung, MIDI-Learn oder individuelle Editoren für Smart Knobs und Gross Beat. Stattdessen gibt es eine stattliche Anzahl an festen Presets, was um auf den Geschmack zu kommen oder zum Ausprobieren definitiv erst einmal ausreicht. Ferner fehlen auch die VST-Integration und ein Session-Rekorder zum Aufzeichnen der Mixsession. Soviel zu dem, was nicht ist. Kommen wir zu dem, was euch die Light-Variante zu bieten hat. Und das wären zunächst mal vier Softwaredecks mit farbcodierten Wellenformen, die ihr wahlfrei mit Musikalien der Formate MP3, FLAC, M4A, WMA, WAV, AIFF und OGG befüllen dürft. Zur Orientierung im Track dienen eine Wellenformübersicht mit Cuepoint-Anzeige und eine vergrößerte Ausschnittbetrachtung. Bis zu acht Smart-Panels pro Deck stehen für Loops, FX, Cuepoints, Pitch, Key, Grid und DVS bereit. Dazu gesellen sich in der oberen Screen-Hälfte der Mixer und die kreativen Bordmittel. Das Mixer-Panel kann zugunsten der Funktions-Panels aus dem Fokus weichen – so dass ihr stattdessen eine der folgenden Sektionen im Blick habt: Effekte, Sampler, Vertical-Waves, VSTs, Gross Beat. Für tiefer gehende Funktionsbeschreibungen empfehle ich die Lektüre des Testberichtes zur Deckadance Vollversion.

Der Browser nimmt in gewohnter Manier die untere Bildschirmhälfte ein und ist mit gängigen Tools zum Anlegen von Playlisten oder zum Filtern der Musikbibliothek ausgestattet. Besonders nützlich bei umfangreichen Musiksammlungen sind die Smart Playlists, denn sie filtern den Datenbestand anhand flexibler Kenngrößen, wobei sich das Ergebnis sortieren und in der Menge beschränken lässt. Ein Beispiel: Suche bitte nach allen House-Titeln von David Morales, die bis zum Jahr 1999 veröffentlicht wurden, sortiere diese nach meiner höchsten Bewertung und beschränke das Ergebnis auf 10 Tracks. Was die globale Musikverwaltung angeht (Rechtsklick auf Library), bietet DD die Möglichkeit zum Import von Ordnern (Einzeltitel aktuell nur über Drag & Drop), ein Backup der Library anzulegen und diese zurückzusetzen. Ich vermisse hier einen manuellen Integritäts-Check mit Update-Funktion für verwaiste oder verschobene Musikstücke.

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