Test
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20.02.2020

Austrian Audio Hi-X55 Test

Geschlossener Studiokopfhörer

Monitoring-Profi aus Österreich

Austrian Audio, der neue Hersteller mit „AKG-Wurzeln“, hat mit seinen Mikrofonen OC818 und OC18 in der Audiowelt auch außerhalb von Austria bereits mächtig für Furore gesorgt. Als nächste Gerätegattung haben sich die Österreicher das Kopfhörersegment vorgenommen und starten mit den beiden geschlossenen Modellen Hi-X50 und Hi-X55 ins Jahr 2020.

Letzterer liegt zum Test vor mir, um auf Herz und Nieren geprüft zu werden und meine Erwartungshaltung ist hoch, da hinter dem Austrian Audio Kopfhörer offensichtlich das gleiche Entwicklungsteam steckt, das für meinen jahrelangen Wegbegleiter AKG K812, der ebenfalls noch in der Alpenrepublik gefertigt wurde, verantwortlich ist. Für welche konkreten Anwendungen der Studiokopfhörer geeignet ist, lest ihr in unserem Testbericht!

Details

Bauweise und Verarbeitung

Der Austrian Audio Hi-X55 ist ein ohrumschließender Kopfhörer mit dynamischen Schallwandlern, dessen Gehäuse über einen Gelenkmechanismus zum platzsparenden Zusammenklappen des Kopfhörers verfügt. Optisch wirkt der in Österreich gefertigte Hi-X55 äußerst markant und hochwertig, was unter anderem an der Verwendung von Metall für die tragenden Gehäuseteile liegt. Dennoch beträgt das Gewicht lediglich moderate 305 Gramm, womit der Austrian Audio leichter ist, als es optisch den Anschein hat. Die Verarbeitung ist makellos. Auch haptisch unterscheidet sich der Hi-X55 in keiner Weise von teureren Premium-Kopfhörern. Lediglich die arretierbare Kunststoff-Steckverbindung in der linken Ohrmuschel macht einen etwas fragileren Eindruck als vergleichbare Lösungen der mir zeitgleich vorliegenden Studiokopfhörer von AKG, Audio-Technica, Adam Audio und Mackie, was nicht so recht in das robuste Gesamtbild des Kopfhörers passt. Beim Arretieren des Bajonettverschlusses besteht nach meiner Einschätzung die Gefahr, den Mechanismus zu überdrehen und auf Dauer möglicherweise auszuleiern und im schlimmsten Fall zu beschädigen.

Lieferumfang

Das austauschbare 3-Meter-Kabel des Hi-X55 verfügt über das obligatorische Duo aus 3,5-Millimeter-Klinkenstecker und einen 6,35-Millimeter-Schraubadapter, beides vergoldet. Weiterhin gibt es noch einen Stoffbeutel, einen Aufkleber mit dem Firmenlogo und einen Hinweis/Tipp bezüglich der Nutzung des Klettbandes, das um den Verpackungskarton gewickelt ist, zum „Kabelmanagement“. In Bezug auf den Lieferumfang gibt sich Austrian Audio selbstbewusst und versucht nicht, mit diversen Kabeloptionen und praktischen Hardcases um Kundschaft zu buhlen, wie es beim amerikanischen Unternehmen Mackie mit seinen neuen Modellen MC-350 und MC-450 der Fall ist, die mir zeitgleich zum Test vorliegen. Das soll keine Kritik sein, fällt in diesem Kontext aber auf.

Technik und Kennzahlen

Die neu entwickelten dynamischen Treiber des Hi-X55 gewährleisten aufgrund ihrer geringen Impedanz von 25 Ohm und hohen Empfindlichkeit (118 dB SPL/V) neben ihrem eigentlichen Einsatzzweck im Studio auch eine kräftige Wiedergabe an schwächeren Kopfhörerausgängen, wie beispielsweise den Kopfhörerbuchsen mobiler Abspielgeräte. Die weiteren technischen Daten, die wie immer am Ende des Testberichts aufgelistet sind, entsprechen in allen Details den Anforderungen an einen professionellen Kopfhörer, und sagen, mit Ausnahme des Klirrfaktors, selten etwas über den tatsächlichen Wiedergabecharakter aus. Mehr hierzu im Praxisteil. 

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