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Test
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27.01.2017

Audio-Technica ATH-R70x Test

Offener Referenzkopfhörer

Starkes Leichtgewicht

Mit nur 210 Gramm gehört der Audio-Technica ATH-R70x von vermutlich zu den leichtesten Over-Ear-Kopfhörern, die zurzeit am Markt erhältlich sind. Bei der Entwicklung dieses Modells war offenbar ein möglichst freies Tragegefühl ein erklärtes Ziel der Audio-Technica-Konstrukteure. So kommt es auch, dass die Japaner nach über 40 Jahren Erfahrungen in dieser Sparte ihren ersten offenen Kopfhörer präsentieren. Ob der ATH-R70x seinen halboffenen und geschlossenen Kollegen Konkurrenz machen kann, wollen wir im folgenden Test herausstellen.

Details

Verarbeitung des ATH-R70x

Viel dran scheint am ATH-R70x nicht zu sein. Das Gestell wirkt auf den ersten Blick eher drahtig denn stabil. Obwohl er jedoch eine fragile Note vermittelt, macht er beim Anfassen einen robusten Eindruck, was sicher nicht zuletzt an den verwendeten Materialien liegt. Der metallene Bügel ist flexibel und die Treiber sind in ein Aluminiumgehäuse gefasst. Auch die gute Verarbeitungsqualität trägt zur Annahme bei, dass der vorliegende Kopfhörer ein „Arbeitstier“ ist und auch hier und da mal einen Stoß wegstecken kann. Anstatt auf ein reguläres Kopfband setzt Audio-Technica auf ein spezielles Flügelsystem. Die Kopfpolster des ATH-R70x stehen nach innen ab und wirken dadurch wie eine Mischung aus militärischen und futuristischem Cyborg-Equipment. Ihre Befestigung am Bügel ist gefedert, die Polster selbst haben Spiel in sämtliche Richtungen für eine optimale Anpassung an die Kopfform. Die Ohrmuscheln selbst lassen sich hingegen nur um wenige Grad neigen. Auf der Rückseite zeigt sich das, was man als „schonungslose Offenheit“ bezeichnen kann. Direkt hinter der hexagonalen Wabenstruktur liegt sichtbar der Treiber. Die Ohrpolster bestehen aus einem samtigen Stoff und versprechen Bequemlichkeit.

Lieferumfang und technische Details des Kopfhörers

Der Lieferumfang entspricht einem guten Standard. Neben einem Y-Kabel von drei Meter Länge und einem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker auf Verstärkerseite liegt der entsprechende 6,3-Millimeter-Adapter bei. Das Kabel ist beidseitig geführt und hält einen Clou bereit: Kennzeichnungen zur rechten oder linken Seite gibt es an der Hörerseite nicht. Vielmehr „routet“ der Kopfhörer dank eines technischen Kniffs von allein auf die richtige Seite. So wird an jede Ohrmuschel ein Stereo-Signal übergeben und letztlich mittels entsprechendem Kontakt lediglich das entsprechende Mono-Signal an den Treiber geleitet. Zudem wurde noch eine Schutztasche beigelegt.

Ein Blick ins Datenblatt des Kopfhörers gestaltet sich ungleich spannender als auf die Beigaben-Liste. Hier bekommen wir noch einmal schwarz auf weiß das verschwindend geringe Gewicht. Im Innern befinden sich Treiber von 4,5 Zentimeter Durchmesser. So verspricht Audio-Technica eine überdurchschnittlich räumliche Wiedergabe. Die Membran besteht zum Teil aus Karbonfaser, was eine exzellente Transientendarstellung erlauben soll. Angetrieben wird sie von Neodym-Magneten und CCAW-Schwingspulen (also aus kupferumwickeltem Aluminiumdraht) für maximale Verzerrungsarmut. Auch soll so ein Frequenzgang von 5 Hertz bis hinauf zu 40 Kilohertz erreicht werden. Die Impedanz von 470 Ohm ist für heutige Verhältnisse relativ hoch bemessen, sollte jedoch auch von durchschnittlichem Heimstudio-Equipment locker zu handlen sein. Der Preis von 345 Euro scheint der Verarbeitungsqualität und dem technischen Aufwand durchaus angemessen.

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