Workshop_Folge Workshop_Thema Software
Workshop
10
26.09.2018

Apple GarageBand Tutorial für Einsteiger – Folge 1: ein Überblick

Beginner Workshop zu Apples Einsteiger DAW

Wer auf dem Mac ein gutes Musikprogramm für Einsteiger sucht, ist mit dem kostenlosen GarageBand gut beraten. Seit dem Erscheinen im Jahr 2004 wurde es stetig weiterentwickelt. Dieses Einsteiger-Tutorial hilft dir, dich in der Welt von GarageBand zurechtzufinden. Legen wir also direkt los!

Details

Inzwischen ähnelt GarageBand mehr und mehr dem großen Bruder Apple Logic ProX, wodurch ein eventueller Umstieg auf die Profi-Software einfacher wird, wenn man irgendwann vielleicht mal an die Grenzen von GarageBand stoßen sollte. Das kann aber eine ganze Weile dauern, denn GarageBand ist längst sehr umfangreich geworden. Damit Neulinge in Sachen Musikproduktion und Aufnahme den Spaß nicht verlieren, geben wir dir Tipps, wie du dich am besten in GarageBand zurechtfindest.

GarageBand – Installation

Sofern GarageBand auf deinem Mac noch nicht vorinstalliert ist, kannst du es kostenlos aus dem Apple Store herunterladen. Die anschließende Installation der Software dauert nicht lange. Es empfiehlt sich aber, die komplette Library an Sounds nachzuladen. Das dauert zwar je nach Bandbreite eine Weile, lohnt sich aber. Apple liefert nämlich wie bei Apple Logic ProX eine umfangreiche Palette an Klängen, Loops und Software-Instrumenten mit, die sich auch hinter kostenpflichtigen Angeboten keineswegs verstecken muss. Viele Klänge kennt man sogar aus kommerziellen Produktionen. Als Ideengeber oder Basis für weiterführende Experimente sind die Sounds mehr als ausreichend.

GarageBand – Wo ist was?

Bei Start fragt GarageBand direkt mal, was man denn damit anstellen möchte. Wer will, kann auch ein Instrument erlernen und sogar weitere Folgen online nachkaufen. Will man aber selbst Musik machen will, greift man zu einer der sechs verschiedenen Vorlagen aus dem Bereich Neues Projekt, die den Einstieg erleichtern. Hier werden schon verschiedene Instrumente und Spuren bereits bereitgestellt. So muss man sich um Basics nicht weiter kümmern und kann direkt loslegen. Fortgeschrittene brauchen das sicher nicht mehr und wählen lieber ein Leeres Projekt.

Nach der Auswahl öffnet sich das Fenster, in dem nahezu alles passiert. Bis auf ein paar nebensächliche Ausnahmen ist GarageBand nämlich eine One-Window-Application. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, starten wir mit der Songwriter-Vorlage. Keine Sorge, falls dir diese Musikrichtung nicht zusagt, hier geht’s nur um einen Überblick über die verschiedenen Spurtypen.

GarageBand – die Kopfleiste 

Das Fenster von GarageBand ist in der nun folgenden Ansicht des neuen Projekts viergeteilt. Der erste Bereich ist die Leiste oben. Hier finden sich ganz links und ganz rechts Taster zur Aktivierung der Ansicht verschiedener Bereiche. Wenn du mal vergessen hast, wofür ein Taster oder eine Funktion da ist, kannst du zum Beispiel auf das Fragezeichen im Kreis klicken. Dies aktiviert die Dynamische Hilfe, die dir mit leuchtend gelben Sprechblasen Hilfestellungen geben kann. Ist aber nicht dauerhaft zu empfehlen, da sie meist viel überdeckt und eher stört.

Es folgen ein Stückchen weiter rechts zur Mitte der Kopfleiste die Transporttaster, also die Knöpfe zum Starten und Stoppen eines Songs sowie zum Vor- und Zurückspulen, Aufnehmen und der Aktivierung des Loops. In der Mitte der Leiste siehst du die Beats- und Zeitanzeige. Auch das Songtempo sowie die Ton- und Taktart werden hier angezeigt. Mit dem kleinen Pfeil nach unten kannst du dieses Display auf verschiedene Anzeigen umschalten. Schalte mal auf Zeit um und du stellst fest, dass sich auch die oberste Leiste im Bereich darunter von Takten in Sekunden ändert. Das ist sehr praktisch, wenn du einen Song auf eine exakte Länge komponieren willst. Rechts neben der zentralen Anzeige findest du Taster für das Stimmgerät (, das natürlich nur bei Audiospuren mit Eingang funktioniert), den Einzähler und das Metronom. Es folgen noch der Regler für die Gesamtlautstärke und drei Taster für weitere Bereiche, deren Ansicht du aktivieren und deaktivieren kannst.

GarageBand – die Bibliothek

Der linke Teil des Fensters ist so ein Bereich, für den du oben einen Taster hast. Es handelt sich um die Bibliothek, in der du je nach Spurtyp verschiedene Presets angeboten bekommst, mit denen du direkt loslegen kannst. Klick dich im Fester rechts daneben, dem sogenannten Arrangement, mal durch die verschiedenen Spuren. Dazu klickst du jeweils in den linken Bereich einer Spur, in dem du die verschiedenen Icons siehst. Du wirst sehen, wie sich die Auswahl in der Bibliothek ändert. In unserem Beispiel – und deshalb habe ich es auch ausgewählt – gibt es hier für die erste Spur verschiedene Drummer, für die zweite und dritte Spur vorgefertigte Mikrofon- und Gitarren-Setups, dann fertige Spuren für E-Gitarre und Bass und in der untersten Spur die Auswahl für diverse mitgelieferte Software-Instrumente, die du mit einem angeschlossenen USB-Keyboard spielen kannst.

GarageBand – das Arrangement

Beschäftigen wir uns nun ausführlicher mit dem Arrangement. In diesem Bereich entstehen deine Songs! Deshalb nimmt dieser Teil von GarageBand auf dem Bildschirm auch den größten Platz ein.

Auf der linken Seite des Arrangements siehst du die Header der einzelnen Spuren mit Namen, Stumm- und Solo-Taster (durchgestrichener Lautsprecher und Kopfhörer), Lautstärkeregler und einem Drehpoti für das das Panorama, also die Richtung, aus welcher der Sound kommen soll. Durch Doppelklick auf den Namen kannst du ihn jederzeit umbenennen. Neue Spuren fügst du über das Plus-Symbol links oben hinzu. Alternativ kannst du auch im Topmenü neben dem Apfel auf Spur > neue Spur klicken oder eine neue Spur mit der Tastenkombination alt-cmd-N erzeugen.

Rechts vom Plus-Taster befindet sich noch ein Taster. Wenn dieser blau leuchtet, folgt die Ansicht des Arrangements immer der Abspielposition. Leuchtet er nicht, so bewegt sich der sogenannte Song Position Pointer, also die senkrechte Linie, die anzeigt, an welcher Stelle wir gerade sind, irgendwann rechts aus dem Fenster raus und die Ansicht wird nicht neu aufgebaut.

Im rechten Bereich des Arrangements siehst du ganz oben die Zeile mit den Takten – oder wie eben beschrieben der Zeit. Vielleicht fällt dir auf, dass die ersten vier Takte grau hinterlegt sind. Das ist der Loop-Bereich. Du aktivierst ihn über das Loop-Symbol bei den Transporttasten rechts vom roten Aufnahmeknopf oder durch einfachen Klick auf den grauen Bereich. Du kannst diesen Bereich auch verschieben oder einfach in der Takt/Zeit-Leiste einen anderen Bereich anwählen, indem du mit der linken Maustaste dort in einen Takt klickst und mit gehaltener Maustaste nach rechts bis zum letzten Takt des zu erstellenden Loops fährst. Ganz rechts schwebt über der Leiste noch der Schieberegler für den horizontalen Zoom. Wenn du erst mal ein Arrangement fertig hast oder du zwischendurch eine Übersicht brauchst, kannst du es dir damit zum Beispiel komplett anzeigen lassen, indem du alles verkleinerst. 

GarageBand – Spurtypen im Arrangement

Wenn du dir unser Beispiel-Arrangement genauer angesehen hast, wirst du inzwischen festgestellt haben, dass sich darin verschiedene Spurtypen befinden. GarageBand unterscheidet nämlich vier verschiedene Spurtypen je nach Anwendungszweck. 

Die oberste Spur unseres Arrangements ist eine Drummer-Spur. Wenn du so eine Spur erstellst, wird direkt alles für dich vorbereitet: Ein virtuelles Drumkit wird eingeladen, ein Schlagzeugertyp wird ausgewählt und der „spielt“ direkt ein paar Takte ein, denn es wird auch schon eine Region mit Daten im Arrangement erzeugt. Du kannst dann loslegen uns alles nach deinen Wünschen ändern.

Die zweite Spur in unserem Arrangement ist eine Audio-Spur, die für den Einsatz eines Mikrofons vorbereitet ist. Bei diesem Spurtyp werden dir links in der Bibliothek verschiedene fertige Zusammenstellungen angeboten. Hier wurde das Preset Tracking Vocal voreingestellt. Dabei wurden in die Spur schon einige Effekte eingeladen, die für Vocals passen könnten. Du kannst dir diese Effektkette ansehen, indem du oben links auf den Tester mit dem Regler oder die Taste B drückst. Dann öffnen sich im unteren Fenster die sogenannten Smart Controls.

Auch die drei folgenden Spuren sind nichts anderes als Audio-Spuren. Allerdings wurden hier verschiedene Presets aus der Bibliothek gewählt, mit denen du Gitarren oder Bass passend verarbeiten kannst.

Übrigens: Wenn du einfach nur ein Line-Signal, also z. B. ein Keyboard oder etwas von einem externen Player, direkt über ein Kabel aufnehmen willst, dann erzeugst du auch erst mal eine Mikrofon-Spur, verzichtest aber bei der Aufnahme auf die Effekte.

Einen Spurtyp haben wir noch, und der versteckt sich hinter dem Steinway Grand Piano. Eine Spur nur für Klaviere gibt es nämlich nicht, wohl aber allgemein für Software-Instrumente. Wenn du eins der mitgelieferten Instrumente aktivieren willst, nutzt du dafür diesen Spurtyp und wählst es anschließend aus der Bibliothek aus. Du kannst über diesen Spurtyp auch Software-Instrumente einbinden, die du zusätzlich von anderen Firmen als Plug-ins gekauft hast. GarageBand ist nämlich kompatibel zum sogenannten AudioUnit-Format (AU), das Apple selbst erfunden hat.

GarageBand – Daten und Noten im Arrangement

Gut, nun weißt du, wo sich was im Arrangement befindet. Aber außer der vorgefertigten Drummer-Spur sind noch keine Daten da. Also nehmen wir nun etwas auf. Dabei unterscheidet GarageBand wie alle DAWs (Digital Audio Workstations) zwischen Audio- und MIDI-Daten. Nimmst du etwas über ein Mikrofon auf oder spielst eine Gitarre oder einen Bass über ein Audio-Interface ein, so werden Audio-Daten aufgezeichnet. Spielst du ein Software-Instrument über ein USB-Keyboard ein, werden MIDI-Daten aufgenommen. Deshalb gibt es auch die unterschiedlichen Spurtypen.

Die einzelnen Abschnitte, in denen sich die Daten befinden, werden in GarageBand übrigens Regionen genannt. Der größte Unterschied zwischen Audio- und MIDI-Regionen ist die Art der Bearbeitung. MIDI-Regionen werden destruktiv bearbeitet. Das bedeutet, dass du, wenn du in einer solchen Region eine Note verschiebst oder ihre Lautstärke veränderst, auch die Daten auf der Festplatte verändert werden. Keine Sorge, du kannst über den Undo-Befehl das auch wieder rückgängig machen.

Bei einer Audio-Region ist das ein bisschen anders. Die ist nämlich zunächst nur ein Verweis auf die eigentliche Datei auf deiner Festplatte. Wenn du zum Beispiel eine Audio-Region zerschneidest, entstehen einfach zwei Verweise auf diese Original-Datei. Die wird aber nicht zerschnitten. 

Ich habe einfach mal in die erste Audio-Spur etwas über ein Mikrofon eingesungen. Dadurch ist die im Screenshot zu sehende blaue Region mit dem Namen Tracking Vocal#01 im Arrangement entstanden. GarageBand vergibt bei Aufnahmen für Regionen nämlich immer den Namen der Spur mit einer Raute und einer fortlaufenden Nummer.

Wenn du bereits eine fertige Aufnahme hast, kannst du die Audiodatei auch alternativ direkt in die Spur des Arrangements einladen. Dazu klickst du mit der rechten Maustaste an die gewünschte Stelle im Arrangement und wählst aus dem Pop-up-Menü den Befehl Audiodatei hinzufügen … aus.

Danach habe ich in der Spur Steinway Grand Piano ein paar Noten mit einem USB-Keyboard eingespielt. So entstand im Arrangement die erste grüne MIDI-Region mit Namen Steinway Grand Piano. Danach habe ich noch eine neue Aufnahme gestartet und eine weitere kleine Melodie eingespielt. Dabei fällt auf, dass GarageBand MIDI-Regionen nicht durchnummeriert. Du kannst aber sowieso alle Regionen immer nach deinen Wünschen umbenennen.

Zum Schluss erzeuge ich noch eine Drummer-Region. Dazu habe ich für die bessere Übersicht noch unten am Ende des Arrangements eine neue Drummer-Spur erzeugt. Eine Region kannst du hier auf zwei Arten entstehen lassen: In einer noch leeren Spur gehst du mit dem Mauszeiger in den ersten Takt der Spur, wodurch ein kleiner gelber Kreis mit einem Plus sichtbar wird. Klick darauf, fertig. Wenn du schon eine Region in der Spur hast, gehst du mit dem Mauszeiger einfach auf den nächsten leeren Takt, wo wieder der kleine gelbe Kreis entsteht. Alternativ kannst du aber auch an jedem anderen leeren Takt der Spur eine Region erzeugen, indem du dort einfach mit Rechtsklick das Pop-up-Menü aufrufst und dort den Befehl Drummer-Region erzeugen auswählst.

In allen nun erzeugten Regionen befinden sich nun Daten, die du mit einem der Editoren im unteren Bereich des GarageBand-Fensters auf verschiedene Weise bearbeiten kannst.

GarageBand – der untere Bereich des Fensters

Wenn du bisher nicht auf weitere Knöpfe und Taster gedrückt hast, siehst du in diesem Bereich jetzt gerade einen der Editoren. Du kannst diesen Bereich aber auch jederzeit mit dem Taster mit der Schere oben links oder mit der Taste E ein- und ausschalten. Je nach ausgewählter Region gibt es hier unterschiedliche Ansichten und Optionen. 

Da ich gerade eine Drummer-Spur erzeugt habe, fange ich damit auch an. Der „Editor“ der Drummer-Spur ist nämlich ein bisschen speziell. Schließlich bearbeiten wir hier keine absoluten Daten, sondern das Spiel einer virtuellen Person. Wähle zum Beispiel einfach mal bei den Beatvoreinstellungen einen anderen Grundrhythmus aus oder verschiebe den Punkt auf dem X/Y-Pad und achte dabei auf das, was in der Region angezeigt wird. Du kannst direkt die Änderungen sehen – und natürlich auch hören. Ganz rechts im Editor kannst du auch verschiedene Instrumentengruppen innerhalb des Drumsets und der Percussion an- und ausschalten. Den Rest übernimmt der virtuelle Drummer für dich.

 

Für die MIDI-Spuren stehen dir zwei Editoren zur Verfügung, die Pianorolle und die Notation. In beiden kannst du einzelne oder mehrere Events auswählen, verschieben, löschen, in der Lautstärke ändern usw. Drückst du auf die cmd-Taste, kannst du mit der Maus auch neue Events erzeugen. Links im Editor siehst du außerdem den Taster Region. Hier kannst du die gesamte Region quantisieren oder transponieren. Das geschieht dann übrigen nicht-destruktiv. Du kannst das also dort auch wieder zurücksetzen.

 

Der Audio-Editor in GarageBand ist leider nur mit sehr rudimentären Funktionen ausgestattet. Immerhin kannst du die Datei rückwärts abspielen, transponieren, verschieben, Anfang und Ende abschneiden oder wie auch direkt im Arrangement mit dem Befehl cmd-T teilen. 

Dazu gibt es noch im Bereich Spur (links) zwei interessante Funktionen: Zum einen kannst du mit der Tonhöhenkorrektur schiefe Töne zu einem gewissen Grad wieder geradeziehen. Das kannst du auch auf die voreingestellte Tonart beschränken. Diese Funktion kennst du vielleicht als Autotune-Effekt, den du mit übertriebenen Einstellungen auch hinbekommst. Sanft eingesetzt kannst du damit leichte Tonhöhenwackler geradebiegen. Probiere es mit dem Schieberegler einfach mal aus.

Für Rhythmische Aufnahmen oder Loops gibt es noch die Flex-Funktion. Hierbei wird die Aufnahme virtuell in kleine Abschnitte unterteilt und passt sich so auch unterschiedlichen Tempi automatisch an.

Ausblick

Mit den vorgestellten Abschnitten und Funktionen kannst du in GarageBand schon mal loslegen. Weitere Funktionen folgen im zweiten Teil dieses Workshops.

Verwandte Artikel

User Kommentare