Eurorack-Module
Test
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11.09.2018

Analogue Solutions Generator Test

Hochwertiger und vielseitiger Dreikanal 16-Step Sequenzer

Eine Spielwiese für CV-Fetischisten

Der Hardware-Hersteller Analogue Solutions ist bekannt für sehr interessante und vor allem vielseitig einsetzbare analoge Table-Top-Synthesizer, Eurorack-Module sowie Hardware-Sequencer. Zur letzteren Sparte gesellt sich ein neues Desktop-Teil namens ‚Generator‘, den wir heute hier unter die Lupe nehmen wollen.

Details

Generator ist das jüngste Mitglied der Analogue Solutions Produkt-Familie. Ein Sequencer durch und durch. Er passt schön vor den Benutzer auf jede Art von Tischfläche, aber findet sicherlich auch Platz auf einem Masterkeyboard des Live-Performers auf der Bühne. Und genau diese Zielgruppe will der Hersteller vor allem ansprechen. Die Hardware ist haptisch für Live-Frickler eine Spielwiese, um schnell in Sequenzen eingreifen, neue Melodie- oder Automationsverläufe entwickeln oder einfach nur Sounds abfeuern zu können. Jeder Parameter liegt als Taster oder Regler auf der Oberfläche - es gibt keine Untermenüs! Sehr schön. Über angebrachte Metallplatten könnt ihr sogar auf die Schnelle Änderungen verschiedenster Art eintriggern. Dazu kommen ein paar leckere Spielereien, die Fans der intuitiven Musikerstellung freuen werden. Welcher Sequencer bietet das schon?

 Im Lieferumfang der Hardware befinden sich ein Netzteil mit länderspezifischen Adaptern und drei gelbe Patchkabel.

Gehäuse und Oberfläche

Ein Hardware-Controller für einen Sequencer sollte vor allem übersichtlich sein und einladen an den Reglern herum zu spielen. Denn nur so entwickelt sich die im Kopf des Anwenders und Komponisten herumschwirrende Melodie und weitere passende und interessante Verläufe für das musikalische Werk. Nichts sollte vom Wesentlichen ablenken. Und genau so ist Generator von der Firma Analogue Solutions aufgebaut. Es gibt weder ein Display, das bei diesem Preis sicherlich klein und unübersichtlich ausgefallen wäre, noch könnt ihr über Finger-verbiegende Affengriffe oder durch das gleichzeitige Drücken mehrerer Tasten in ein Submenü mit Spezial-Funktionen gelangen. Alle gummierten Drehregler sind leicht zu drehen, aber fühlen sich trotzdem sehr robust an. Genauso ist das rundum versiegelte Metall-Gehäuse, das Generator kleidet. Die Kippschalter wackeln ein wenig und könnten den anderen Reglern entsprechend schneller und direkter reagieren. Aber diese werden sowieso nur für Voreinstellungen benötigt.

Zur Bedienung stehen euch drei Sequencer-Kanäle (A,B,C) mit jeweils 16 Drehreglern zur Verfügung. Kanal B und C zeigt über LEDs, die in die Regler integriert wurden, den Pattern Status (B) und den aktiven Step (C). Sechs Drehregler unterhalb bestimmen die Transponierungshöhe der sechs Metallplatten, mit denen ihr wie mit einem „Keyboard-Controller“ in die Sequenz live eingreifen könnt. Auch hier wird mit leuchtender LED gezeigt, welche Taste „gedrückt“ wurde. Daneben sitzen weitere sechs Drehregler zum Bearbeiten der Sequenzfolge und zum Setzen des Start- beziehungsweise End-Punktes. Darunter findet ihr den Tempo-Regler und einige Kippschalter für weitere Funktionen, wie Einstellungen für die Trigger-Gold-Platten, Freeze, Impulse, Sync Source (intern, off und extern) und End Pulse VG Clock.

Rechts außen seht ihr das Patch-Feld für CV-Ein- und -Ausgänge, ein MIDI-Eingang zur Synchronisierung des Sequencers mit einem externen MIDI-Gerät oder eine DAW und die Transport-Tasten Play, +1 Step, Stop und Reset.

Anschlüsse

Auf der Rückseite von Generator gibt es nur einen einzigen Eingang für das mitgelieferte 12 Volt Netzteil. Alle anderen Anschlüsse befinden sich auf der Oberseite. Also wieder ein großer Vorteil für Live-Spieler und Bühnen-Volk. Dort findet ihr für die Kanäle A und B jeweils drei CV-Ausgänge für CV, Gate und Quantised VG, und für C CV und Flipped Gate. Dazu kommen zwei CV-Outs der analogen internen Clock (durch einen LFO generiert), Sync-In und -Out und acht Eingänge zur Fernsteuerung der wichtigsten On-Board-Funktionen, wie CV und Gate des Keyboards, Notenhöhe, Reset, Intensity, Fill, Start und End. Darüber hinaus enthält jede Sequencer-Reihe einen Transpose-Eingang zur zusätzlichen Fernsteuerung der Tonhöhe.

Daneben sitzt ein einzelner MIDI-In-Anschluss, mit dem ihr keine Notenwerte oder MIDI-CC-Parameter zu dem Sequencer schicken könnt. Er dient (lediglich) als Trigger-Input zur Synchronisierung der internen Clock zu einem MIDI-Taktgeber, wie zum Beispiel einer angeschlossenen DAW. Hierzu müsst ihr, wie bei Bastl Klik in der Piano Rolle eurer DAW eine Notenfolge (MIDI-Note 60 / C3) eingeben, die von der Hardware dann als Tempo-Vorgabe interpretiert wird. Das hat einen großen Vorteil, denn diese MIDI-Noten werden in den DAWs in den Latenzausgleich (PDC) mit eingerechnet, so dass so gut wie keine Latenzen zum Songtempo entstehen. MIDI-Clock müsst ihr dagegen bei Ableton Live manuell parallel mit dem Latenzausgleich über eine Delay-Zeit verschieben.

Das war genug Beschreibung der Hardware-Kiste, so dass wir jetzt zum praktischen Teil des Tests übergehen.

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