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Test
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10.02.2015

Alesis V49 und Alesis VI49 Test

USB/MIDI Keyboard Controller

Quadratisch, pragmatisch, gut

Bereits auf der Musikmesse 2014 wurden die beiden neuen Controller-Serien V und VI aus dem Hause Alesis vorgestellt, nun müssen sie sich im bonedo-Test beweisen. Die Controllerkeyboards der V- und VI-Serien erscheinen jeweils mit 25, 49 und 61 Tasten und sollen sich nicht nur im Studio, sondern auch auf der Bühne bewähren. Für diesen Test wurden uns jeweils die 49-Tasten-Varianten zur Verfügung gestellt. Gemeinsam ist den Nachfolgern der Q- und QX-Serien eine leichtgewichtete, anschlagdynamische Tastatur im Pianoformat. Die Keyboards der „größeren“ VI-Serie verfügen gegenüber den V-Modellen über einige zusätzliche Features wie z.B. Aftertouch und eine größere Anzahl an Pads, Reglern und Tastern.

Wer sich schon einmal für ein Controllerkeyboard entscheiden musste, kennt das Gefühl: Die nahezu unendliche Vielfalt an Modellen unterschiedlichster Hersteller ist fast erschlagend. „Wer die Wahl hat, hat die Qual“ – dieses Motto ist beim Thema Keyboard Controller besonders wörtlich zu nehmen. Allerdings haben es ein paar Hersteller geschafft, sich als feste Größen in diesem Bereich zu etablieren. Neben Namen wie AKAI, Novation und Roland gehört seit einiger Zeit auch Alesis dazu. Tatsächlich habe ich schon einige davon in Homestudios angetroffen. Ein Grund mehr also, die Nachfolger dieser Erfolgsreihe zu prüfen. Mit einem Straßenpreis von ca. 99 Euro für das V49 und ca. 199 Euro für das VI49 liegen die Controller preislich im Mittelfeld und machen neugierig: Werden sich die beiden Kandidaten auf ihrem Gebiet gegen die viele Konkurrenz durchsetzen können? 

Details

Erster Eindruck

Beide Controller kommen in einer recht angenehm-leichten Verpackung daher und sind – im Gegensatz zu manch anderen Keyboards – recht platzsparend verpackt. Auf unnötigen Schnickschnack wurde verzichtet: Im Karton befinden sich neben dem Controller nur ein USB-Kabel und Dokumente inkl. Download-Link für die zugehörige Software. Für ein poserhaftes Unboxing-Video ist das vielleicht etwas zu schnöde, aber umso schneller kommen wir zu den wesentlichen Dingen. 

V49

Etwas unscheinbar ist das schlichte, schwarze Plastikgehäuse des V49, das mir persönlich gut gefällt. Andere Controllerkeyboards in dieser Preisklasse fallen für meinen Geschmack häufig zu bunt und oft auch etwas „kitschig“ aus. Beim V49 hat man sich für eine einfache, blaue LED-Beleuchtung entschieden, wodurch dieser „Kirmes-Faktor“ schon mal wegfällt.

Neben den Äußerlichkeiten kommt es uns natürlich vor allem auf die Funktionalität an: Eine brauchbare Tastatur sollte der Controller haben und je nach Einsatzzweck über weitere Bedienelemente verfügen. Beim V49 sind alle Bedienelemente links von den 49 halbgewichteten Pianotasten untergebracht und hinterlassen einen sehr aufgeräumten ersten Eindruck. Acht anschlagdynamische Pads, vier zuweisbare Regler und Taster, zwei weitere Taster für Octave down/up sowie ein kleiner Pitch Bender und ein Modulationsrad stehen beim V49 auf der Haben-Seite. Das gilt übrigens auch für das kleinere V25 und das größere V61 – die Ausstattung mit Bedienelementen ist bei allen Keyboards der V-Serie identisch.

Rückseitig findet man lediglich einen Anschluss für ein Sustainpedal und eine USB-Buchse (das zugehörige USB-Kabel ist im Lieferumfang enthalten), denn das V49 wird über den USB-Anschluss mit Strom versorgt.

Abgesehen vom USB-Kabel sind im Lieferumfang noch die Betriebsanleitung, eine Garantieinformation und zwei Kärtchen mit Download-Links enthalten. Die zugehörige Software muss also aus dem Netz geladen werden und beinhaltet einen Editor, mit dem die Pads, Regler und Taster entsprechenden MIDI-Kanälen und -Controllern zugeordnet werden können, sowie kostenlose Versionen von Ableton Live Lite 9 und der virtuellen Sample-Workstation XPand!2.

Mit seinen schlanken Maßen von 18 x 86 x 7,5 cm (LxBxH) lässt sich das Alesis V49 platzsparend in die Umgebung integrieren. Dabei ist es erfreulich leicht und gehört mit zarten 2,9 kg zu den Fliegengewichten unter den MIDI-Controllern. Apropos Gewicht: Laut Alesis beträgt es 4,3 kg. Das schien mir nicht so ganz zu stimmen und deshalb musste meine Küchenwaage herhalten. Vermutlich meint Alesis damit das Gesamtgewicht inklusive Verpackung und Zubehör.

Haptisch gesehen macht das V49 eine recht gute Figur: Die Tastatur sowie die Pads fühlen sich gut an. Bei den Tastern und Potis muss man leichte Abstriche machen: Sie machen einen etwas billigen Eindruck, fühlen sich etwas zu sehr nach Plastik an und die Taster klacken etwas laut. Auch die beiden Wheels sind mir persönlich etwas zu klein geraten und wollen nicht so richtig gut in der Hand liegen. In Anbetracht des recht günstigen Preises bekommt man hier aber insgesamt ein nettes Allround-Paket.

VI49

Kommen wir nun zum größeren Modell: Das VI49 darf man als Erweiterung des V49 betrachten. Grundsätzlich bleibt Alesis auch hier dem schlanken und platzsparenden Konzept treu, allerdings wurden hier weitaus mehr Bedienelemente auf der Oberfläche untergebracht. In puncto Breite und Höhe gleicht das VI49 seinem kleinen Bruder – es ist lediglich ca. 7 cm tiefer und nimmt damit nur unwesentlich mehr Platz in Anspruch (86 x 7,5 x 25 cm). Das Gewicht beträgt hier laut Handbuch etwa 5 kg, gemessen habe ich 4,1 kg.

Neben einem Transportfeld zur DAW-Steuerung und einem kleinen dreistelligen LED-Display sind auf der Bedienoberfläche des VI49 12 frei belegbare Drehregler und 36 zuweisbare Taster angeordnet. Anders als bei der V-Serie unterscheiden sich die drei Keyboards der VI-Serie bei der Anzahl der Bedienelemente: Das kleinere VI25 besitzt nur acht Drehregler und 24 Taster, beim großen VI61 gibt es 16 Drehregler und 48 Taster. Links neben der Tastatur findet man 16 Pads, der Pitch Bender sowie das Modulationsrad sind auf eine normale Größe gewachsen. Keyboard-Enthusiasten, die hiervon häufig Gebrauch machen, dürfen sich freuen, denn die beiden Wheels liegen deutlich besser in der Hand. Erwähnenswert ist auch die Erweiterung der Tastatur um eine Aftertouch-Funktion: Das ist doch schon eine ganze Menge mehr! 

Farblich gesehen hat das VI49 gegenüber dem V49 etwas mehr zu bieten: Die 16 Drumpads sind anschlagdynamisch und reagieren je nach Anschlagsstärke mit verschiedenen Farben: Von ganz leicht (grün) über mittelstark (blau) verändern sich die Farben bis hin zum starken Anschlag (rot). Alle anderen Bedienelemente sind hingegen wie beim V49 in einfachem Blau gehalten. Das dreistellige Display zeigt das angewählte Programm oder aber – bei Berührung eines Controllers – dessen MIDI-Wert von 0-127 an. Bis zu 24 Anwender-Konfigurationen können im VI49 abgespeichert werden.

Auf der Rückseite des VI49 findet man neben dem USB-Port und der Sustain-Buchse nun auch einen traditionellen MIDI-Out, eine Power-Buchse für eine externe Stromversorgung sowie einen On/Off-Schalter. Ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang – wie bei der V-Serie erfolgt die Stromversorgung im Normalfall über USB. Mit dem optionalen Netzteil und dem MIDI-Out kann das VI49 aber bei Bedarf auch unabhängig von einem Computer benutzt werden, so z.B. auf der Bühne.

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