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20.04.2020

50 Jahre Apollo 13 - beinahe Absturz kann jetzt interaktiv nachverfolgt werden

Neu veröffentlichte Audioaufnahmen geben spannende Einblicke der "gescheiterten" Mission

Vorbildliche Krisenbewältigung sorgte für den "erfolgreichen Fehlschlag"

Eines der bekanntesten Zitate in der Raumfahrtgeschichte kam aus der Besatzung des dreiköpfigen Astronautenteams der Apollo-13 Mission: "Houston, we've had a problem here". Nach erfolgreichem Start und auf dem Weg zum Mond, kam es plötzlich zu Komplikationen. Die NASA hat sämtliche Audioaufnahmen dieser spektakulären Rettungsmission digitalisiert - die Mission kann nun interaktiv nachverfolgt werden. 

Es sollte die dritte bemannte Mondlandung der Welt nach Apollo 11 und 12 werden. Nach den zwei erfolgreichen Missionen war das öffentliche Interesse geringer geworden, Mondlandungen schienen von nun an ohne größere Probleme machbar. Doch der Schein trügte, bei Apollo 13 wäre es fast zum Disaster gekommen. Wie die Astronauten Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise die spektakuläre Mission bestreiten mussten, gleicht einem Krimi. 

Der Sauerstofftank explodiert

Der Astronaut Jack Swigert sollte Heizelemente und Ventilatoren der beiden Sauerstofftanks aktivieren. Diese Routineaufgabe entpuppte sich aber zur Katastrophe. Kurz nach der Aktivierung gab es eine große Explosion in einem Sauerstofftank aufgrund eines technischen Defekts. Auch der zweite Tank wurde stark beschädigt, weshalb die Energieversorgung betroffen war. Daher standen den drei Astronauten nur noch zwei Stunden Strom und Atemluft zur Verfügung. Da sich das Raumschiff zu diesem Zeitpunkt schon über 300.000 Kilometer von der Erde entfernt hatte und schon in der Nähe des Mondes war, würde der Rückflug jedoch noch mehrere Tage dauern. Der Mond ist 384.000 Kilometer von der Erde entfernt. 

Mondkapsel als letzte Hoffnung

Die Kontrollstation in Houston musste nun schnell Entscheidungen treffen, um das Leben der Astronauten zu retten. Die einzige Möglichkeit war es, die Astronauten in die Mondlandekapsel zu stecken. Die Kapsel operiert mit eigenen Systemen für Strom und Sauerstoff und war daher nicht von dem Unfall betroffen. Das größte Problem hierbei war allerdings, dass die Kapsel nur genug Sauerstoff für zwei Personen und zwei Tage bereit hielt. Der Rückflug sollte jedoch knapp doppelt so lange dauern. Nun mussten die Astronauten mit ihren Ressourcen haushalten, um lebend zurück zu kommen. 

In solchen Situationen ist besonnene Kommunikation essenziell. Durch das vielfältige Training werden Astronauten und die Personen in der Zentrale auf Problemsituationen vorbereitet, denn nur mit kühlem Kopf und der nötigen Ruhe ist es möglich aus aussichtslosen Situationen heil herauszukommen. Die aufgenommenen Funksprüche aus diesen Stunden zeigen die großartige Arbeit aus den beiden Lagern. Mit Hilfe der Anweisungen aus der Zentrale, die Anleitungen zu technischen Improvisationen gaben, schafften es die Astronauten nach 88 Stunden heil im Meer zu landen. Die NASA nannte die Mission später als "erfolgreichen Fehlschlag".

Das ganze Spektakel auf der Homepage - mit neuen Audiofiles

Die NASA erstellte anlässlich des Jubliäums eine Homepage, auf der die ganze Mission - vom Countdown vor dem Start bis zur Erholung nach der Landung - interaktiv angesehen werden kann. Oben findet sich eine Zeitleiste in denen die wichtigsten Zeitpunkte der Mission festgehalten wurden. Man kann dort in der Zeitleiste scrollen, um zum Beispiel zum Raketenstart vorzuspulen. Dann hat man die Möglichkeit, zwischen den rund 30 Audiospuren der Beteiligten zu wechseln - man hört sowohl die Astronauten als auch die Techniker, Kommandanten, etc. 

Vor allem die Kommunikation nach der Meldung des Vorfalls, welche mit den Worten "Houston, we've had a Problem here" Bekanntheit erlangt hat, gibt gute Einblicke wie richtiges Krisenmanagement funktionieren kann. Neben den Audiospuren hat man auch Zugriff zur Transkription, Bildern und Videos der Mission. 

 

Hier der LINK zur Homepage

Es gibt auch ein Forum zur Webseite: LINK

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