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15.12.2017

10 Tipps gegen die kreative Pause

Songwriting-Kreativ-Booster!

Tricks, die deine Kreativität beim Beats-Bauen und Arrangieren ankurbeln

Das Studio ist eingerichtet, Hardware verkabelt und Software installiert. Dann kann es jetzt mit dem Songwriting losgehen. Doch genau zu dem Zeitpunkt, an dem man sie am wenigsten gebrauchen kann, ist sie plötzlich da! Die mit Abstand unproduktivste Phase, die ein Musiker beim Schreiben eines Songs durchleben muss: die kreative Pause, aka „das kreative Loch“! Hier kommen zehn simple Tipps und Tricks, die euch helfen können, trotz Songwriting-Blockade Beats und Arrangements zu zaubern.

1. Alte Projekte öffnen und ausarbeiten

Auf eurem Rechner befinden sich gefühlte tausend unfertige Projekte? Perfekt! Öffnet eines davon und führt eure damaligen Gedanken zu Ende! Oftmals tummeln sich vergessene Schätze, die es lohnt zu suchen. Mit etwas zeitlichem Abstand geht man mit völlig neuen Ideen an die Projekte heran. Baut neue erlernte Methoden oder Spielweisen mit ein und schaut, was dabei herauskommt. Und vor allem: Führt das Projekt zu Ende!

2. Nutzt den Zufall!

Viele DAWs verfügen über Generatoren, die Melodien und Figuren quasi wie von selbst generieren: darunter Randomizer, Arpeggiatoren oder Note-Repeat-Features. Nutzt diese Funktionen, um eine Melodie zu entwickeln. Beispielsweise kann die Kombination aus einem Randomizer und einer Tonhöhen-Quantisierung (Skalen-Quantisierung) eine harmonische Melodie erzeugen, ohne dabei selbst etwas erfinden zu müssen.

3. Konzentriert euch auf die Musik, nicht auf die Technik!

Dieses Problem kennen sicher nicht nur Tontechniker, sondern auch all diejenigen, die gerade ihr neuestes Equipment ausprobieren wollen. Natürlich möchte man beispielsweise die neuen Pre-Amp-Sounds justieren und auch die Sweetspots des neuesten Plug-ins ausprobieren. Doch gerade beim Songwriting kann man sich damit aus der kreativen in die technische Phase begeben und die Ideen, die man noch vor wenigen Minuten hatte, sind aus dem Kurzzeitgedächtnis verschwunden. Deshalb: Bleibt fokussiert auf den musikalischen Part; das Technische könnt ihr später noch ausleben!

4. Optimiert euren Workflow!

Kaum etwas stört die Kreativität beim Songwriting wie ein permanent unterbrochener Arbeitsfluss. Passt euren Workflow so an, dass ihr euch komplett aufs Songwriting konzentrieren könnt. Natürlich besteht Musik nicht nur aus Standardprozessen, doch es gibt einige Dinge, die man in der DAW immer wieder erneut einstellt. Routings, Anzahl der Spuren oder gar Lieblings-Klangerzeuger müssen nicht für jedes Projekt erneut eingerichtet werden. In unserem Artikel „5 Tipps für einen besseren DAW Workflow“ findest du weitere nützliche Tipps, die dir einen flüssigeren Arbeitsfluss garantieren! 

5. Memos aufzeichnen und Skizzen anfertigen

Eine brillante Idee kommt leider nicht immer zu dem Zeitpunkt, an dem man im Studio sitzt und sie besonders gut gebrauchen könnte. Einige kennen sicher das Phänomen, dass ausgerechnet in der Einschlafphase die Eingebung für den nächsten Song erscheint. Das kann natürlich auch ein anderer Moment sein. Fakt ist, dass diese kostbare Idee oftmals nach kurzer Zeit wieder vergessen ist. Deshalb: Sprecht, singt, summt oder pfeift eure Ideen in die Audiomemo-App eures Smartphones. Wer seine Ideen besser schriftlich in Noten, Chords, Tabs usw. festhält, nutzt entsprechend die Notiz-App. Beim nächsten Mal, wenn ihr im Studio sitzt, habt ihr Stoff, den ihr ausarbeiten könnt! Wer gleich ein wenig professioneller an die Sache herangehen möchte, kann seine Ideen natürlich in mobilen DAWs wie Steinberg CubasisApple Garageband oder FL Studio Mobile festhalten und in den großen Versionen am Studio-Rechner ausarbeiten.

6. Kompositionshilfen nutzen

Manch einer beginnt seine Kompositionen und Arrangements gerne mit Akkordfolgen. Wer in diesem Teil des Songwritings eine Blockade hat, kann sich vorgegebene Chord-Sets oder Chord-Trigger-Features aus Software und Hardware zunutze machen. Viele DAWs wie Cubase, Logic, FL Studio, Reason und Ableton sind von Haus aus mit Funktionen ausgestattet, die zu Grundton und Skala passende Akkorde abfeuern, obwohl man selbst nur eine Note auf dem MIDI-Controller spielt.

Auch viele Software-Controller-Kombinationen, etwa Native Instruments Maschine oder die Komplete Kontrol Keyboard-Serie, verfügen über Chord-Trigger und auch vorgefertigte Chord-Sets, aus denen sich mit wenigen Handgriffen harmonisch zueinander passende Akkordfolgen generieren lassen. Einige Hersteller haben sich komplett auf dieses Thema konzentriert und spezielle Kompositionshilfen entwickelt, wie das Plug-in WaveDNA Liquid Music Melody oder die Standalone-Software Mixed in Key Odesi.

7. Aktiviert den Flugmodus

So banal das auch klingen mag, aber: Ablenkung schadet eurer Kreativität! Daher ist die Überschrift dieses Tipps im übertragenen Sinne gemeint. Nicht nur die ständigen WhatsApp-Nachrichten auf eurem Smartphone lenken euch ab. Wer wirklich fokussiert arbeiten möchte, sollte sich zumindest für 30 Minuten von der mittlerweile ständigen Erreichbarkeit loslösen und einfach nur Musik machen. Ein Tipp, den man übrigens nicht zuletzt in Zeitmanagement-Seminaren eingetrichtert bekommt. Stellt euch einen Timer und legt los. Ihr werdet erstaunt sein, was man in einer halben Stunde erreichen kann, wenn man einfach mal ununterbrochen am Ball bleibt! Die neusten Funny-Pics und -Videos kann man sich bei Bedarf danach immer noch anschauen. Oder aber man bleibt am Ball und arbeitet das bisher Erreichte aus!

8. Sampling

Viele Hits basieren auf einem Sample. Ganze Genres, etwa Hip-Hop und House, sind durch die Verschmelzung von Samples und eigenen Grooves entstanden. Warum solltet ihr diese Methode nicht auch in euren Songs nutzen?! Anstatt mit einer selbst komponierten Line loszulegen, startet mit einem Sample! Wer es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, sich an einer Passage eines bereits existierenden Werkes zu bedienen, der sampelt sich einfach selbst: Importiert beispielsweise eine Spur eines eigenen Songs. Transponiert sie, zerlegt sie in kleine Stücke und setzt die Häppchen in anderer Reihenfolge wieder zusammen. Das Ganze geht sowohl mit MIDI- als auch mit Audio-Spuren.

Wer auf eine ganz experimentelle Reise gehen möchte, schnappt sich Smartphone, Tablet oder Laptop inklusive Interface und Mikrofon beziehungsweise einen mobilen Digitalrecorder und sampelt Gegenstände oder Geräusche aus Stadt und Natur. Zurück im Studio importiert ihr Teile der Samples in einen Sampler eurer Wahl und mixt sie als Instrument oder Drumspur mit einem Beat. Übrigens: Hart quantisierte Beats werden zumeist lebendiger, wenn sie mit dem ein oder anderen selbst gespielten und gesampelten Percussion-Instrument wie Shaker, Cajon oder Tamburin bereichert werden! Wie ihr das Spielen von Percussions lernen könnt, erfahrt ihr in unserem Percussion-Workshop

9.Startet eine Jam-Session!

In keiner Musikart müsst ihr euch als „Alleinunterhalter“ durchkämpfen. Trefft euch mit Musikerkollegen oder startet online eine Zusammenarbeit. Kaum etwas ist inspirierender und kurbelt die Kreativität an wie eine ordentliche Jam-Session! Viele DAW-Hersteller bieten ihre eigene Austausch-Plattform und Communities, in denen ihr euch mit anderen Usern vernetzen könnt. Oder, um es mit Technotronics Worten im 90er-Style zu sagen: Pump up the Jam!

10. Pause machen

Wenn keiner der bisher genannten Punkte geholfen hat, euch aus dem kreativen Loch wieder herauszuholen, macht eine Pause! Manchmal hilft es auch bereits, nur wenige Minuten das Studio zu verlassen, sich einen Kaffee zu holen oder einer anderen Tagesaufgabe zu widmen. Zwar treibt ihr damit das Projekt kurzfristig nicht voran, aber zumindest schafft ihr euch den Kopf wieder frei und löst euch von der Blockade. So kommt ihr wieder aus dem kreativen Loch!

Wir hoffen, unsere Tipps haben euch helfen können, die kreative Pause zu überwinden! Was sind eure Tricks, die eure Kreativität ankurbeln? Schreibt sie uns gerne in die Kommentare!

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