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Denon DJ HP600 und HP800 Test

Praxis

Tragekomfort und Handling

Zu meiner Überraschung präsentieren sich beide Denon DJs in der Disziplin Tragekomfort relativ „entspannt“. Die beidseitigen Doppeldrehgelenke können in der Horizontalen zwar keine 180-Grad-Drehung, sorgen aber dennoch für eine gute Anpassung an das Ohr. Die Kopfgrößenanpassung läuft ebenso reibungslos ab. Der Druck, den der HP800 auf den Kopf entwickelt, ist relativ schwach. Hier wird auf lange Sicht eher das Gewicht problematisch, weniger der Druck. Der HP600 hat hingegen keine „Gewichtsprobleme“, eher wird seine ohraufliegende Trageweise über längere Zeit unangenehm empfunden, ähnlich wie auch bei Sennheisers HD-25
Die geschlossene Kammer als solche wirkt bei beiden Headphones zu keiner Zeit unangenehm, auch Wärmestaus gibt es ich nicht zu vermelden. Den Schüttel- bzw. Abwurftest bestehen beide Probanden, doch der HP600 erhält hier weit bessere Noten, da er aufgrund seines erheblich niedrigeren Gewichts deutlich weniger träge ist, seine ohraufliegende Trageweise einen besseren Andruck ermöglicht und so für mehr Halt sorgt. Mit einem HD-25 kann er aber dennoch nicht mithalten. Die Abschirmung von Umgebungsgeräuschen erweist sich als überdurchschnittlich, der HP800 macht aber mehr dicht. Einohriges Abhören ist bei beiden machbar, beim HP600 ist es aufgrund der kleineren Kapsel leichter zu realisieren.

Fotostrecke: 7 Bilder Klappt man beide Muscheln nach innen zueinander ein, lässt sich der HP600 …
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Klang

Der Sound des HP800 hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem des Spitzenmodells HP1100. Er klingt grundsätzlich stimmig und angenehm. Die Bassbetonung ist auch hier gut hörbar ausgeprägt und ist breitbandig mit einer Betonung bei 150 bis 350 Hertz. Der Mittenbereich des HP800 ist sehr präsent und gut aufgelöst. Im Hochton hingegen herrscht bei Denon DJs 800er eher große Zurückhaltung, was bei mir während des Hörens unter anderem den Wunsch nach mehr Transparenz nährt. Durch die fehlenden Höhen gewährt der Headphone selbst bei gut gemischten Tracks mit viel Tiefe wenig räumliches Empfinden. Auch die Wiedergabe von guten akustischen Aufnahmen erfolgt mit wenig Durchsicht und Raumeindruck. Natürlich trägt die geschlossene Kapsel grundsätzlich auch entscheidend zu diesem Effekt bei, dennoch ist die Abstimmung sehr höhenarm, mir jedenfalls zu sehr.
Der HP600 ist im Gegensatz zu den beiden anderen Familienmitgliedern nicht mit Neodym-Treibern ausgestattet. Die kleine Kapsel tut ihr übriges, sodass zusammen mit der ohraufliegenden Trageweise ein etwas anderer Klang dabei herauskommt. Die Mittenpräsenz und -auflösung ist wie bei den großen Brüdern, doch oben herum wirkt er offener, denn er ist offener von der Trageweise.
Ohrumschließende Hörer wie beim HP800 und HP1100 klingen grundsätzlich fetter, dichten effektiver von außen ab, klingen größer (weil die Muscheln auch faktisch größer dimensioniert sind). Der ohraufliegende HP600 hingegen klingt ein wenig schlanker und befreiter, ohne dass dabei Sehnsucht nach einem fehlenden Bassfundament aufkommt. Der Sound ist meiner Ansicht nach verträglicher über die Zeit. Dennoch sind mit dem kleinen Modell keine längeren Hörsessions als mit den beiden Teamgenossen möglich, weil der Andruck des Kopfbügels auf das Ohr irgendwann zu sehr stört.
Die Stärken beider Headphones liegen wie beim Spitzenmodell eindeutig im DJ-Monitoring. Die geschlossene Rückwand schirmt den DJ gut vom umliegenden akustischen Geschehen ab, sodass man mit den Reserven beider Headphones wegen der relativ niedrigen Anschlussimpedanzen einen überzeugenden Wirkungsgrad erzielen kann. Mit anderen Worten: Auch die beiden kleineren Modelle sind unglaublich laut, wenn nötig und dabei extrem pegelfest! Andere Verwendungsszenarien fallen mir für die beiden Testkandidaten dennoch nicht ein. Für den FOH-Platz oder Monitormischungen fehlt einfach ein wenig Klarheit.
Test-Setup
Plattenspieler: Vestax PDX2300 Pro MKII mit Ortofon OM Serato S120
CD-Player: TEAC CD-P800NT
AD-Wandler: Denon DA-300 USB
Mixer/Preamp: Denon DN-X1600
Kopfhörer-Amp: SPL Phonitor Mini

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