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Black Lion Audio Revolution 2×2 Test

Praxis

Testbedingungen und Kompatibilität

Das Black Lion Audio Revolution 2×2 ist „class compliant“ und erfordert laut Hersteller zur Verwendung Windows 10 (64 Bit) oder ein macOS ab 10.13. Ausschließlich für PC-User findet sich auf der Homepage der Downloadlink „Windows Drivers & Control Software“, die ich mangels Windows-Rechner nicht im Test beurteilen konnte. Der Praxistest erfolgte ausschließlich an meinen Apple-Computern MacBook Pro (2,8 GHz Intel Core i7, 16 GB RAM) unter macOS Mojave 10.14.6 und meinem iMac Pro (3 GHz 10-Core Intel, 64 GB RAM) unter macOS Catalina 10.15.7.

Performance

Das Abhören und Bearbeiten komplexer DAW-Projekte verlief während des Tests vollkommen unproblematisch und frei von Artefakten. Ebenso praxistauglich sind die geringen Roundtrip-Latenzen, deren Werte (z.B. 12,2 ms bei 128 Samples I/O-Buffer) meine Apollo-Interfaces von Universal Audio sogar geringfügig unterbieten und sich somit uneingeschränkt für jegliche Anwendungen mit DAWs und virtuellen Instrumenten eignen.

Trotz teilweise großer Unterschiede im funktionellen Umfang (I/Os, DSP etc.), buhlen das Revolution 2x2 und Universal Audios (kleinere) Interfaces möglicherweise um einen ähnlichen Kundenkreis.
Trotz teilweise großer Unterschiede im funktionellen Umfang (I/Os, DSP etc.), buhlen das Revolution 2×2 und Universal Audios (kleinere) Interfaces möglicherweise um einen ähnlichen Kundenkreis.

Aufnahme und Monitoring

Dank des „Direct-Reglers“ ist die zur (latenzfreien) Aufnahme wichtige Balance zwischen Input und dem Computer-Signal (Playback) im Handumdrehen erstellt. Der direkt darunter befindliche Mono-Button platziert das Eingangssignal in der Mitte des Stereopanoramas, was bei einkanaligen Mikrofonaufnahmen natürlich unerlässlich ist. Etwas schade finde ich, dass die 8-Segment-LED (Main Output Meter) sich nicht zur Pegeleinstellung des Inputs nutzen lässt und somit das wichtige Eingangs-Metering mit einer einzigen LED (grün/rot) eher einem Gerät der Einstiegsklasse entspricht. Dementsprechend sollte man das Interface stets so positionieren, dass man gleichzeitig den DAW-Input im Auge hat. Im Vergleich zu meinen Interfaces von Universal Audio empfinde ich das Main Output Meter daher als relativ nutzlos, da auch der summierte Pegel aus Input und Playback vom Computer nicht angezeigt wird. Trotz der positiven Eigenschaft, hochwertige Aufnahmen durchführen zu können, sehe ich das Revolution 2×2 daher nicht als ultimative Recording-Waffe.

Fotostrecke: 3 Bilder Input-LED von Kanal 1

Audioqualität

Die Primärfunktion eines Audiointerfaces ist die AD/DA-Wandlung und hierzu muss ich beim Revolution 2×2 keine großen Romane schreiben. In den ersten sechs teilweise sehr dynamischen Audiobeispielen hört ihr das originale Audiofile und die zweifach gewandelte Version. Hierzu habe ich den analogen Line Out auf den analogen Line In gepatcht, um das Signal erneut aufzunehmen. Ich kann beim Vergleichen beider (anschließend normalisierten) Varianten keine Qualitätsminderungen, Verfärbungen oder Artefakte benennen. Also: Primärfunktion mit Bravour erfüllt! Einen eventuellen Qualitätsvorsprung aufgrund der angepriesenen Bauteile zu meinem Apollo X4 und meinem Apogee Duet2 kann ich allerdings auch nicht feststellen. Das Apollo X4 liegt zwar ausstattungsbedingt deutlich über dem Preis des Revolution 2×2, vermutlich (!) unterscheidet sich die Klangtreue aber nicht vom UAD Apollo Solo, das man durchaus als Konkurrenzmodell betrachten kann. Lediglich der Kopfhörerausgang des Black Lion Audio, der übrigens sehr hochwertig, transparent und rauscharm klingt, wirkt nuanciert etwas anders: „kühler“ und analytischer als das Pendant bei der US-Konkurrenz von Universal Audio.

Auch die Mikrofonvorverstärker ermöglichen erstklassige, professionelle Aufnahmen, wobei ich zwei kleine Einschränkungen nennen möchte. Subjektiv freue ich mich ab einer bestimmten Preisklasse über Low Cuts, damit ich auch mit Mikrofonen (ohne eingebautes Filter) Sprach- oder Gesangsaufnahmen ohne nervige Plopplaute durchführen kann, auf die ich sonst erst im Hostprogramm Zugriff habe. Low Cuts würden den Profitool-Charakter des (puristischen) Revolution 2×2 aus meiner Sicht auf jeden Fall aufwerten.

SM7B: Der dynamische Shure-Klassiker ist immer ein interessanter Indikator zur Beurteilung von Mikrofonvorverstärkern. Die Preamps des Revolution 2×2 stillen mit ihrer Vorverstärkung von 55 dB den Gain-Hunger des Shure-Mikrofons. In der Vergangenheit habe ich mehrfach festgestellt, dass das Rauschverhalten des SM7B an verschiedenen Preamps spürbar variiert. Tatsächlich rauscht es am Revolution 2×2 stärker als am Vorverstärker meines Universal Apollo X4 (ohne Unison Plugin), was mein entsprechendes Audiobeispiel belegt. Was ihr je nach Abhörsituation möglicherweise erst über einen Kopfhörer feststellen könnt und was möglicherweise etwas pingelig erscheint, könnte sich in einem Mix mit mehreren Spuren und zusätzlicher Kompression plus Höhenanhebung im ungünstigsten Fall als störend erweisen. Je nach Produktionskontext fällt es möglicherweise aber auch gar nicht weiter negativ auf. Dieser Kritikpunkt soll den Qualitätsanspruch der BLA-Preamps nicht zwingend mindern, sondern ist lediglich eher ein Beispiel dafür, dass Mikrofone und Vorverstärker mal mehr und mal weniger harmonieren können. Dafür passt es ohne Einschränkung mit den Kondensatormikrofonen Neumann TLM 102 und Schoeps CMC5, die bei den Sprach- und Gitarrenaufnahmen sowie dem Shaker verwendet wurden.Ton ab!

Audio Samples
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Ambient Piano – Resample DA/AD Ambient Piano – Original Percussion – Resample DA/AD Percussion – Original Beat – Resample DA/AD Beat – Original Akustikgitarre – Schoeps CMC54 Sprache – Shure SM7B (BLA vs. Apollo) Sprache – Neumann TLM 102 (BLA vs. Apollo) E-Guitar – HiZ Input E-Bass – HiZ Input Shaker – Schoeps CMC5
Das Revolution 2x2 im Einsatz
Das Revolution 2×2 im Einsatz
Kommentieren
Profilbild von Joseph

Joseph sagt:

#1 - 06.05.2021 um 09:30 Uhr

0

Das Software-Bundle ist lediglich kommerzieller Humbug, alles ist offensichtlich auch ohne Gerät kostenlos downloadbar... mir gelang trotz Support keine Registrierung, trotzdem eine Bereicherung im Sudio, speziell für analoge Mixes.

    Profilbild von Mathew

    Mathew sagt:

    #1.1 - 13.01.2022 um 15:43 Uhr

    0

    Studio One 5 Artist gibts ganz sicher nicht umsonst.. Auch die andere Plug-In Alliance Software habe ich nicht kostenfrei gesehen. Verstehe nicht, wo du diese Info her hast..

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