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Bericht vom 9. Dresdner Drum & Bass Festival 2015

Bereits zum neunten Mal fand am 19. September 2015 in Dresden das Drum & Bass Festival statt. Was 2007 als ein reines Festival der Schlaginstrumente startete, wird seit geraumer Zeit auch von ambitionierten Bassisten besucht, da neben den Topstars der Drum-Szene auch hochkarätige Bassisten mit Workshops und Konzerten die sächsische Landeshauptstadt zum Rhythmusgruppen-Mekka machen. Die jeweils einstündigen Performances der Künstler werden auf dem Gelände der Scheune und in der Groove-Station in der angesagten Dresdner Neustadt ausgetragen.

Alle Bilder: © Alex Höffken für bonedo.de
Alle Bilder: © Alex Höffken für bonedo.de


Das weitläufige Gelände der Scheune beherbergte mit dem Hauptsaal, dem Foyer und zwei Open Air Bühnen gleich vier Spielstätten und wurde durch die Groove-Station um einen Live-Club, in fußläufiger Entfernung, ergänzt. Der erst 25-jährige Drummer und Produzent Joe Styppa eröffnete im Saal der Scheune das Festival mit einem interessanten Workshop über moderne Beats und Grooves mit authentischen Sounds. Styppa, der unter anderem Produktionen von angesagten Künstlern wie Cro rhythmisch bereichert, kam vor allem auf das Thema Triggern, Mixen von akustischen und elektronischen Drums im Live-Kontext und die sogenannten Swag und Trap Beats zu sprechen. Dass er neben Hip-Hop Drumming aber auch ordentlich auf die Mütze geben kann, bewies er zum Schluss des Workshops noch in einer abgefahrenen Metal-Performance.

Fotostrecke: 4 Bilder Pitti Hecht musizierte mit Jung und Alt.
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Zeitgleich sorgte Pitti Hecht in einem zweistündigen Workshop für Abwechslung bei den zahlreichen Familien, machte die Kids Stage direkt zur Gesamtbühne und versorgte alle Anwesenden mit Percussion-Instrumenten sämtlicher Art. Danach hielt das Dresdner Duo „Bolschoi Bambule“ mit seinem Mitmach-Konzert die Jüngsten ordentlich auf Trab.

Auf der „Zoundhouse“-Stage im Hinterhof der Scheune brachte Andy Gillmann bei strahlendem Sonnenschein dem Publikum das filigrane Besenspiel näher, erklärte wichtige Grundtechniken und vollendete seinen Workshop mit einer Performance am Drumset.
Ein erstes Highlight des Festivals war die Clinic des britischen Neo Soul Drummers Richard Spaven. Mit viel Spielwitz, unglaublicher Finesse und beeindruckendem Feel zeigte der Brite nicht nur zu mitgebrachten Songs sein geschmackvolles Können, sondern brachte dem interessierten Publikum auch die Herkunft der Beats und seine eigenen musikalischen Wurzeln näher. Zum Ende nahm er sich abseits der Bühne für jeden Fan Zeit und beantwortete die zahlreiche Fragen. CDs und Schallplatten seines Solo Debüts „Whole Other“ waren im Nu ausverkauft.

Fotostrecke: 3 Bilder Richard Spaven begeisterte das Publikum mit seinem modernen Drumming.
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In einer weiteren Performance ließ Metal-Drummer Fredrik Andersson allen Fans der harten Gangart im Saal sprichwörtlich die Haare wehen. Auf seinem imposanten Pearl Double-Bass Kit brachte er den Boden der Scheune ordentlich zum Beben, bevor er sich den Fragen des Publikums stellte. Er gab bereitwillig Tips zum Thema Schnelligkeit und Metal-Drumming im Allgemeinen, wollte aber partout die Frage, warum er im Frühjahr nach siebzehn Jahren und neun Alben aus der schwedischen Melodic Death Metal Band „Amon Amarth“ ausgestiegen war, nicht beantworten.
Einen ordentlichen Kontrast zum Double-Bass Gewitter lieferte der Kombi-Workshop von Yolanda Charles und Daniel Schild. Der vielseitige Drummer teilte sich die Bühne der Groove Station mit der britischen Bass-Koryphäe Yolanda Charles, die bereits mit Weltstars wie Eric Clapton, BB King, Robbie Williams oder Anastacia zusammen arbeitete. Beide präsentierten unterhaltsame Funk-Grooves und gaben einen aufschlussreichen Einblick und gute Tips für die Arbeit und das Zusammenspiel einer Rhythmusgruppe.

Fotostrecke: 5 Bilder Fredrik Andersson brachte alle Metal-Fans zum Staunen.
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In der Abendsonne präsentierten Wim de Vries und Rene Creemers als „Drumbassadors“ auf der Zoundhouse Stage ihre abwechslungsreiche Double-Drumming Show „One for the Money but Two for the Show“ mit viel Spielwitz und beeindruckender Präzision.
Wie beliebt das Festival auch unter Top-Drummern ist, zeigte der Besuch von Russ Miller. Da der mexikanische Jazz-Schlagzeuger Antonio Sanchez, der erst kürzlich mit dem Solo-Drum Soundtrack für den Kino-Welterfolg „Birdman“ für Furore sorgte, mit seiner Band auf Tournee war und deshalb dem Festival eine Absage erteilen musste, bat er seinen Kollegen Miller, ihn zu vertreten. Dieser tat das auch würdig und gab dabei einen Einblick in Konzepte und Techniken seiner Arbeit als Studio-Drummer. Zu seinem außergewöhnlichen Setup gehörte unter anderem auch seine Mapex Signature Snare, die erst kürzlich im bonedo Testlabor zu hören war.

Fotostrecke: 4 Bilder Russ Miller erklärte Studiokonzepte und demonstrierte sie direkt am Set.
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Die Groove Station machte ihrem Namen mit einem weiteren Kombi-Workshop von Amir Bresler und Hod Moshonov alle Ehre. Bresler, der bereits mit gerade einmal zwanzig Lebensjahren dem Ruf von Star-Bassist Avishai Cohen folgte, präsentierte mit seinem Keyboarder absolut zeitgemäße Sounds auf Drums und Synthesizern. Highlight der einstündigen Performance war die Interpretation eines Songs von Mos Def. Die beiden Israelis improvisierten zu einem reinen Acapella des amerikanischen Kult-Rappers und hüllten so den Hip-Hop Track in ein völlig neues Gewand.
Udo Masshoff präsentierte im Foyer der Scheune seine „Drum Tuning Revolution“. Neben zahlreichen Slapstick Einlagen brachte er die Leute nicht nur regelmäßig zum Lachen, sondern zeigte mit seinen simplen, aber effizienten Methoden, wie Drummer der Unwissenheit über das Thema Tuning endlich ein Ende setzen können.
Den Konzertabend eröffnete dann das „Seraleez“ Quintett. Die vierköpfige Band um Sängerin Christine Seraphin, mit Stephan Salewski an den drums, lieferte einen amtlichen Neo Soul Sound, bevor der innovative Stuttgarter Drummer Oli Rubow sich mit seiner Band „Netzer“ der elektronische Seite des Drummings widmete. Daniel Schild enterte dann mit dem singenden Drummer Phil Fill samt Band erneut die Bühne und sorgte mit tanzbaren Beats für die Überleitung in den „Downbeatclub“ und eine lange Nacht im Sabotage Club zur Aftershow-Party, auf der Amir Bresler und Hod Moshonov mit ihrem Duo „Bemet“ die Tanzfläche zum Beben brachten.

Fotostrecke: 5 Bilder Auch den Streetdrummer Oded Kafri lockte das Festival an.
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Das liebevoll organisierte Festival feiert im nächsten Jahr sein zehnjähriges Jubiläum und wird begeisterte Anhänger der Rhythmusinstrumente an diesmal sogar zwei Tagen wieder mit Workshops, Performances, Konzerten und vor allem viel Spaß versorgen.

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von Alex Höffken

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