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Spector ReBop 5 40CS Zebrano Matte Test

Stuart Spector kann man getrost als lebende Bassbau-Legende bezeichnen – der US-Amerikaner fertigt mit seinem Team nun schon seit mehr als 40 Jahren edelste Bässe in aufwändiger Handarbeit und hat mit seiner Kunst viele der heute angesagten Boutique-Bass Hersteller inspiriert. Kein Wunder also, dass für einen handgefertigter Spector-Bass aus den USA, wie etwa das NS-Modell, ein durchaus stolzer Betrag über die Theke geht. Spector hat mit der Euro-Serie allerdings auch Instrumente für Bassisten mit kleineren Budgets im Programm. Die deutlich günstigeren Euro-Versionen der Spector NS-Bässe werden in der tschechischen Republik produziert und sind als Euro LX-Modell mit durchgehendem Hals und als ReBop-Modell mit geschraubtem Hals erhältlich. In diesem bonedo-Test fühlen wir einem brandneuen ReBob 5 auf den Zahn, der mit zwei EMG 40CS-Tonabnehmern und einer dekorativen Zebrano-Decke ausgestattet ist.

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Details

Im grundsätzlichen Design gleichen die europäischen Spector-Modelle den kostspieligeren amerikanischen NS-Bässen. Aus diesem Grund kommt auch mein Test-ReBop mit dem Spector-typischen sehr kompakten und wunderbar geshapten Korpus daher. Für das Design der NS-Bässe ist übrigens nicht Stuart Spector selbst, sondern der Headless-Basspionier Ned Steinberger verantwortlich – für die Modellbezeichnung “NS” wurden also lediglich die Initialen des Designers verwendet.
Doch zurück zum ReBop: für den zierlichen Korpus meines Testbasses hat Spector millionenfach bewährte Erle verwendet. Darauf wurde wiederum eine zweiteilige kontrastreich gemaserte Decke aus Zebrano geleimt. Der Korpus besitzt ein seidiges mattes Finish, das Zebrano-Modell ist aber wahlweise auch mit Hochglanzlackierung erhältlich – und das für denselben Preis!

Fotostrecke: 5 Bilder Schick, schick – der Euro-Spector braucht sich vor …
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Beim ReBop handelt es sich, wie eingangs schon erwähnt, um das Schraubhals-Modell. Der Hals besteht aus drei Teilen Ahorn und ist mit fünf Schrauben samt Metallhülsen bombenfest mit dem Korpus verschraubt. Zur zusätzlichen Stabilisierung der Konstruktion verwendet Spector außerdem zwei dünne Graphitstäbe. Auf dem stabilen Halsprofil sitzt ein Griffbrett aus Palisander, in welches 24 mitteldicke Bünde und (für den typischen Spector-Look) große Pearl-Inlays in Form einer Krone eingelassen wurden. Der Hals endet schließlich in einer modernen, leicht abgewinkelten Kopfplatte, die das kunstvolle Spector-Logo und den Zugang zum Halsspannstab beherbergt. Auf der Kopfplatte des Fünfsaiters sitzen natürlich auch fünf Stimmmechaniken. Im Falle des ReBop CS40 handelt es sich um gekapselte Mechaniken mit der Modellbezeichnung “Deluxe Spector”, die in einer 3:2-Anordnung montiert wurden, sehr leichtgängig laufen und die Stimmung hervorragend halten.

Fotostrecke: 5 Bilder Der Hals wurde mithilfe von fünf Schrauben in Gewindehülsen fest mit dem Body verbunden.
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Genau wie die Stimmmechaniken stammt auch die Stegkonstruktion des ReBob aus dem Hause Spector. Die Aluminium-Brücke wurde passgenau im Korpus versenkt und macht insgesamt einen sehr massiven und soliden Eindruck. Die Saiten werden am Stegrücken lediglich eingehängt (Quick-Change-Aufhängung) und die großen Saitenreiter können nach Justierung der Saitenlage und der Intonation mit zwei Schräubchen an den Seitenteilen der Brücke arretiert werden. Der Saitenabstand von relativ engen 17 mm kann bei der sogenannten “Spector Aluminum Locking Bridge” allerdings nicht verändert werden.

Fotostrecke: 4 Bilder Einfach nur einhängen: die in den Korpus eingelassene Brücke des Spector-Basses …
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Keine Eigenentwicklung von Spector sind die Tonabnehmer meines Zebrano ReBops, die zwei Humbucker stammen nämlich vom renommierten Pickup-Spezialisten EMG und hören auf den Namen “40CS”. Dabei handelt es sich um aktive Zweispuler mit Keramikmagneten, die sich laut EMG besonders gut für Bässe eignen, die im Höhenbereich etwas abgemildert werden sollen. Der Sound der EMG-Pickups kann schließlich mit einer Zweiband-Klangregelung weiter bearbeitet werden.

Fotostrecke: 3 Bilder Die qualitativ hochwertigen Tonabnehmer stammen …
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Die aktive Elektronik hört auf den plakativen Namen “TonePump”, wurde von der tschechischen Firma Michalik Designs entwickelt, und ist baugleich mit deren BP-4-Elektronik. Spector lässt seine User über die genauen Spezifikationen des Preamps leider im Dunkeln. Während der Equalizer auf der Webseite als Boost-Only dargestellt wird, wird in einigen Bedienungsanleitungen andererseits erwähnt, dass man beide Klangregler leicht aufdrehen muss, um einen möglichst neutralen Klang zu erhalten. Das deckt sich dann schon eher mit den folgenden Angaben, die Michalik zu seiner Elektronik macht: Bass +14dB/-4dB@55Hz, Treble +14dB/-4dB@6,5kHz – aha, der EQ beschneidet die zwei Bänder also auch! Da die beiden Regler am Spector ReBop aber keine Rastung für eine lineare Einstellung haben, muss der Sound allerdings komplett per Gehör eingestellt werden. Aber in der Praxis muss ja nicht unbedingt verkehrt sein!

Fotostrecke: 4 Bilder Hier erkennt ihr die Regler (Bässe, Höhen, Volumen, Volumen) der Elektronik …
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Gespeist wird die TonePump von einer 9V-Batterie, die im Elektronikfach des Basses untergebracht ist. Für den Batteriewechsel muss man deshalb erst den Plastikdeckel mit fünf Schrauben lösen. Diese laufen in Metallgewinden, die auch nach jahrelanger Nutzung nicht ausleiern werden. Die Batterie selbst wurde in ein loses Stück Schaumstoff gewickelt und wird von einer Klettbandschlaufe gehalten. Diese simple Klettlösung funktioniert zwar irgendwie, passt aber nicht wirklich zu dem ansonsten doch so hochwertigen Qualitätseindruck des Instrumentes. Es ist mir ein Rätsel, warum Spector bei einem Bass, der ausschließlich aktiv betrieben werden kann, nicht einfach einen vernünftigen Clip oder besser noch ein gesondertes Batteriefach installiert, damit der Austausch des Stromlieferanten im Notfall einfacher und schneller vonstatten gehen kann!

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Profilbild von A.Rink

A.Rink sagt:

#1 - 27.10.2016 um 11:17 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Hallo @Bonedo
mein zweiter Bass in meinem Leben ,nach einem Fehlgriff mit einem Gibson Grabber Bass , war 1979 ein Spector NS2 Viersaiter in Schwarz, damals 3500 DM, ein Hammer Bass, den ich in den Achzigern leider verkauft habe.
Als ich diesen super Test hier gelesen und vor allem gehört habe, war ich sofort ergriffen... da war er wieder der Spectorsound ! Es muss nämlich nicht immer zum 1000. mal ein Fendersound sein, ist meine pers.Meinung.
Ihr seid also Schuld ,das ich genau diesen Testbass , dem Rainer Wind hier klanglich auf den Zahn gefühlt hat, inzwischen mein Eigen nennen darf :-)
der Bass ist wirklich der Hammer, mit einer Mörder H-Saite....
also danke nochmal für den "überzeugenden" Test :-))

    Profilbild von lars.bonedo

    lars.bonedo sagt:

    #1.1 - 27.10.2016 um 14:33 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    hallo und danke für dein ausführliches feedback!auch ich bin ein absoluter fan von den spectoren und besitze auch einen "europäischen" fünfsaiter. wirklich fantastische instrumente - die kombi aus eng-pickups und dem michalik-preamp (tonepump) ist in meinem augen und erst recht ohren ein echter Knaller!schöne grüße und weiterhin viel spaß beim bonedo-lesen, lars

    +1
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