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Behringer TM1 Complete Vocal Recording Test

Praxis

Komplett genug für ein Mikrofon-Bundle

Das Behringer TM1 Complete Vocal Recording ist als Set noch nicht ganz so “complete”, als dass man direkt loslegen könnte. Denn als Equipment zur Musikproduktion fehlen zumindest noch Stativ, Vorverstärkung, Wandlung und Abhörmöglichkeit. Aber das ist nur Wortklauberei und an kann sich freuen, dass Spinne und Poppschutz gemeinsam mit einem “echten” Großmembran-Kondensatormikrofon gebundlet sind. Die Materialauswahl und Verarbeitung sind ordentlich und preisgerecht.

Natürlich benötigt auch dieses Set noch ein paar zusätzliche Dinge, damit man loslegen kann.
Natürlich benötigt auch dieses Set noch ein paar zusätzliche Dinge, damit man loslegen kann.

Billig? Nein, nur preiswert.

“Billigen Klang” sollte man nicht erwarten, das Behringer TM1 steht vielen deutlich teureren Mikrofonen in nichts nach. Tatsächlich ist das Mikro recht rauscharm. Das Signal ist recht gut aufgelöst für ein derart preiswertes Mikro. Und wer, was oftmals der Fall sein wird, mit dem TM1 sein erstes Kondensatormikrofon anschafft und davor nur dynamische Mikros kennt, wird erstaunt sein, wie “professionell” die Stimme schon ohne weitere Bearbeitung klingt. Das liegt vor allem daran, dass das Behringer bewusst nicht linear arbeitet, sondern einen beachtlichen Boost in den Höhen produziert. Doch nicht im gesamten Höhenspektrum, denn zu den 20 kHz hin nimmt der Pegel wie bei vielen Großmembranern etwas ab, außerdem ist der Schärfebereich zwischen etwa 5 und 10 kHz gezügelt. Dadurch klingt das TM1 nicht zu spitz und eckig. Der Profi würde bemängeln, dass viele Konsonanten durch die Anhebung und Farbe im Höhenbereich etwas breit wirken, wohingegen etwa das deutlich teurere MA-201FET natürlicher und impulstreuer agiert. Bei extremen Pegel, wie sie kurzzeitig beispielsweise auch durch ine Snare und besonders eine Hi-Hat entstehen können, kann man die Grenzen der Feindynamik des TM1 hören, denn dann verliert das Mikro etwas an Spritzigkeit. Aber trotzdem sollte das Einsteiger nicht davon abhalten, auch Instrumentensignale it dem Behringer aufzuzeichnen.

Audio Samples
0:00
Vocals, TM1, 10 cm Vocals, TM1, 30 cm, 0 Grad Vocals, TM1, 30 cm, 45 Grad Vocals, TM1, 30 cm, 90 Grad Vocals, TM1, 70 cm Vocals, MA-201FET, 10 cm Vocals, MA-201FET, 30 cm Vocals, SC1200, 10 cm Vocals, SC1200, 30 cm Sprache, TM1, 10 cm, 0 Grad Sprache, TM1, 10 cm, 45 Grad Sprache, TM1, 10 cm, 90 Grad Sprache, TM1, 30 cm

Dünn?

Der Bass erscheint etwas dünn, besonders im Vergleich zum Mojave Audio MA-201FET und zum the t.bone SC1200 fehlt vielen Stimmen Fülle und “Pfund”. Was im Studiobetrieb durchaus ein Makel sein kann oder dazu führen würde, dass das Mikrofon vor allem in Situationen zum Einsatz kommt, in denen genau dieser Umstand gewünscht ist, ist bei der Hauptzielgruppe – also em Homerecordler und Einsteiger – gar nicht so verkehrt. In akustisch nicht sonderlich bearbeiteten Räumen, wie sie bei Bedroom Vocals genutzt werden, ist der Aufnahmeabstand nämlich meist deutlich geringer, um nicht zu viele Raumreflektionen und Nebengeräusche mit einzufangen. Durch den Nahbesprechungseffekt dieses Wandlertyps nimmt der Bass mit geringer werdendem Abstand zu. Und tatsächlich klingt das Behringer TM1 noch etwas offener als viele anderen Mikrofone dieser Bauart.

Beiwerk ordentlich

Die Spinne macht einen guten Dienst und sollte besonders dann verwendet werden, wenn nicht gerade hochwertige Stative verwendet werden – wovon ja nicht auszugehen ist, wenn jemand ein Mikrofonset der 100-Euro-Klasse anschafft. Dass ein Poppschutz direkt it von der Partie ist, ist wünschenswert, zumal es sich bei Stofffilterung um ein bewährtes Prinzip handelt.

Filter und Spinne machen einen ordentlichen Job.
Filter und Spinne machen einen ordentlichen Job.
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