Backstage-Quickie: 10 Fragen an Niclas Engelin (In Flames)

In Flames haben seit ihrer Gründung 1990 eine steile Kariere hingelegt und können heute als eine der erfolgreichen Metalbands dieses Jahrtausends bezeichnet werden. 1997 tritt Gitarrist Niclas Engelin die Nachfolge von Gründungsmitglied Glenn Ljungström an.

Als erstes Album mit dem neuen Klampfer erreicht “Whoracle” gleich den Einstieg in die Deutschen Albumcharts (#78). Bis heute veröffentlicht die Band 9 Chartalben von denen 4 sogar die Spitzenposition #1 belegen und mit Gold ausgezeichnet werden. Die Band gewinnt 3 schwedische “Grammys” und ihr Album “Come Clarity” wird von der größten schwedischen Tageszeitung, dem “Aftonbladet”, als Album des Jahrzehnts (2000-2009) ausgezeichnet. 2006 headlinen In Flames die Alternativestage bei Rock Am Ring und 2009 das Wacken Open Air. Mit über 120.000 Fans vor der Bühne ist es ihr bis dahin größtes Konzert. In Flames schaffen den Spagat zwischen Glaubwürdigkeit in der Metal-Szene und kommerziellen Erfolg also weiterhin hervorragend.

Zusätzlich gründet Engelin 2007 seine Soloband “Engel” deren drittes Album “Blood Of Saints” am 18. Mai bei uns erscheint.

1) Musik bedeutet mir…

Musik ist so wichtig für mich, wie die Luft zum atmen, das Essen das ich essen und der Poop der dann daraus wird warscheinlich auch. Es ist einfach mein Leben, ich brauche sie jeden Tag und immer!!

2) Wenn ich kein professioneller Musiker geworden wäre, wäre ich heute bestimmt…

… wahrscheinlich ein Fußballer. Ich liebe Fußball einfach! Ich habe früher auch sehr viel gespielt, aber als ich so 17 Jahre alt war musste ich mich entscheiden, weil es in meinem Leben zu mehr als einem Spiel wurde. Jake E Lee, Glenn Tipton & KK Downing haben damals meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und somit war mein Schicksal besiegelt.

3) Ich habe angefangen mein Instrument zu spielen, weil…

Ich habe ursprünglich mal als Bassist angefangen, während der Schulzeit als wir verschiedene Instrumente ausprobierten. Später konnte ich meinen Helden Jake E Lee und KK Downing nicht mehr widerstehen und die spielten halt Gitarre.

Ich habe früher immer mit den älteren Kids rumgehangen, z.b. mit den Freunden meiner Schwester, die mich mit zu Bandproben genommen haben oder zu Konzerten wo ich auch als Minderjähriger mit durfte. Ich habe sehr viel von diesen Jungs gelernt und treffe mich auch heute noch regelmäßig mit ihnen.

4) Ich glaube die wichtigste Musikequipment-Erfindung aller Zeiten ist…

Mein 5150 Peavey MK I oder mein Marchall JCM 800. Komplettüberholt und vorbereitet auf jede Schlacht, begleiten mich diese Amps schon seit ich verstanden habe was Sound für mich bedeutet. Der Sound muss zu mir und meiner Spielweise passen. Ach ja – und vergessen wir nicht mein Gibson RD Modell welches ich immer noch mit Liebe spiele.

5) Von all meinen Musikaufnahmen bin ich am stolzesten auf…

Wow, daß ist eine schwere Frage. Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen an Aufnahmen, aber das Gefühl auf einen 50-köpfigen Männerchor zurück greifen zu können, ist schwer zu toppen. Wir haben den Hellmans Drengar Chor für den Song “In Darkness” von Engel aufgenommen, und die Jungs haben richtig gerockt. Das Gefühl eine Aufnahme fertig gemixt und gemastert in den Händen zu halten, aber obwohl du zufrieden bist mit dem Ergebnis noch ein paar Punkte zu finden, die man hätte besser machen können, treibt mich an auf der nächsten Aufnahme noch besser zu sein. Wie das Gefühl mit meiner neuesten Platte “Blood If Saints”, dem dritten Album von “Engel”, welches übrigens am 18.Mai bei euch erscheint…

6) Mein schönster Moment auf der Bühne war…

Ahhh, noch so eine schwere Frage. Wacken 2009 mit In Flames war echt großartig – fast schon monumental. Es gab eine Menge wunderbarer Momente in den letzten Jahren und meistens ist es mir auch ziemlich egal ob es ein riesiges Festival oder ein sehr kleiner Club ist, die Interaktion mit den Fans ist das, was meistens für mich zählt, deswegen haben die kleinen Clubs oftmals einen kleinen Vorteil. Ich liebe es zum Beispiel, wenn wir eine Clubshow mit Engel spielen und das Publikum komplett durchdreht… Ahahahaha… Wundervoll….

7) Wenn ich im Music-Business das Sagen hätte, würde ich…

Musik ist Kunst! Punkt! Für mich spielt das eine riesige Rolle. Ich packe mein ganzes Herz und meine Seele in alles was ich tue – ob ich Live performe oder einen Song schreibe – und es verlangt mir immer alles ab. Ich kann nicht einfach nur auf die Bühne gehen und eine halbherzige Show hinlegen.

Ich würde wieder mehr Wert auf das Artwork und das Design legen. Ich vermisse die endlosen Listen vom Leuten die an einem Album mitgearbeitet haben bei den Downloads. Produzenten, Mixer, Coverdesigner – all diese bleiben bei Downloads auf der Strecke. Deswegen liebe ich Vinyl, weil man kann die Arbeit die in einem Album steckt förmlich riechen.

Ich glaube die Menschen sollten lernen sich wieder auf diese Dinge zu besinnen, bevor sie eine seelenlose Datei auf dem Internet runterladen ohne dafür zu bezahlen. Ich denke die Menschen sollten verstehen das die Daten sie sie da runterladen für uns Musiker unser Leben bedeuten…

8) Ich habe als Musiker Karriere gemacht, weil…

… ich dickköpfig bin. Ich tue was ich mache, weil ich Musik liebe und habe niemals geglaubt das ich meinen Lebensunterhalt damit verdienen könnte. Es ist etwas das jeden Tag in mir ist und ich nehme die Chance, Musik zu machen und aufzutreten nicht als selbstverständlich hin. Es ist wohl etwas für das ich geboren wurde.

9) Mein Tipp für junge Musiker, die eine Karriere im Musikbusiness starten wollen, ist:

Seid dickköpfig. Habt Spaß und lasst euch von niemanden die Lust an der Musik verderben oder euch runterziehen. Folgt Eurem Herzen und eurem Gefühl was für euch richtig ist. Bestimmt euren eigenen Weg denn ihr seid die einzigen die wissen was richtig für euch ist…

10) Welcher Ton macht die Musik?

Bild: Zur Verfügung gestellt von Niclas Engelin
Bild: Zur Verfügung gestellt von Niclas Engelin


(Anm. d. Red. – englische Frage: What makes the music go round?)

Ich liebe es immer in Bewegung zu sein. Haltet nicht an und gebt euch mit dem zufrieden was ihr gerade habt. Solange man als Musiker aktiv ist, wird man immer weiter dazu lernen.Ich liebe es mich mit Musiker aus anderen Genres zusammen zu setzen und zu lernen ausserhalb der eigenen Grenzen zu denken. Man kann dabei hervorragende Tricks und Kniffe lernen. Vielen Dank für das Interview und denkt daran, daß neue Engel Album erscheint am 18.Mai.

Das aktuelle Album von In Flames:

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