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Allen & Heath Xone:PB Test

Praxis

Zunächst erschien mir die Verkabelung der Xone:PB etwas kompliziert. Doch dank der ausführlichen Bedienungsanleitung mit ihren zahlreichen Abbildungen wurde mir schnell klar, dass Aufbau und Funktionsweise dieses Gerätes doch relativ simpel sind. Genau wie bei einer Patchbay im Tonstudio befinden sich alle Anschlüsse, die nicht verändert werden sollen, auf der Geräterückseite. Das sind in diesem Fall die Anschlüsse für die Zuspieler (Plattenspieler, CD-Player, etc.) und die Ausgänge, die zum DJ-Mixer führen. Schön praktisch sind die großen und griffigen Schrauben für die Massekabel der Plattenspieler. Diese Verbindung zwischen Patchbay und Plattenspieler vermindert so optimal die Gefahr von Brumm-Problemen. Daumen hoch!

Gut auch, dass auf alle vier Kanäle in doppelter Ausführung zugegriffen werden kann. Dies schafft optimale Flexibilität beim Anschluss an Timecode-Inputs von Audiointerfaces – ganz egal, ob die beiden DJ-Systeme nun mit CD- oder Vinyl-Timecode versorgt werden. Ebenfalls hervorheben möchte ich die Tatsache, dass die Signale der vorderen Deck Outputs nicht über Schalter geroutet werden. So ist im Gegensatz zur Switchbox von Magma eine versehentliche Unterbrechung des Timecode-Signals nicht möglich.

Die Ausgänge der beiden Audio-Interfaces können bequem über die vier Mixer-Inputs an die Eingangskanäle des DJ-Mixers weitergeleitet werden. Die Umschaltung zwischen Zuspieler (CD-Player oder Plattenspieler) und Audiointerface erfolgt hier über Drucktasten. Diese sind zwar nicht beleuchtet, doch verraten sie ihren aktuellen Status durch einen roten Ring. Einfach, aber effektiv! Besonderes überzeugt hat mich das Feature, dass sich die komplette Mixer-Input-Sektion mittels der Ground-Lift Taste galvanisch vom Rest trennen lässt. Und das, obwohl sämtliche Ein- und Ausgänge unsymmetrisch ausgeführt sind. Damit sollte man jedes auch noch so schwierige Brumm-Problem in den Griff bekommen. Spätestens hier zeigt sich, dass es sich bei Xone:PB um ein echtes Profi-Tool handelt.

Sehr durchdacht finde ich auch die „umgekehrten“ Phono-Entzerr-Filter. Diese ermöglichen es, die Ausgänge eines der beiden Audiointerfaces problemlos mit den Phono-Eingängen des DJ-Mixers zu verbinden. So spart man Eingangskanäle am Pult.

Nicht so gelungen finde ich die Position der „LINE TO RIAA“-Schalter. Diese befinden sich auf dem Backpanel. So muss man sich mehr oder weniger vor dem Rackeinbau festlegen, ob man die Kanäle zwei und drei mit einem Line- oder einem Phono-Signal speisen will. Auf dem Frontpanel wären diese Schalter meiner Meinung nach besser aufgehoben gewesen.

Aber davon abgesehen handelt es sich bei der Xone:PB um ein sehr durchdachtes und hochqualitatives Gerät. Auch die kurze Bauform (Tiefe nur 12,5 cm!) macht sie perfekt für den Rackeinbau. So bleibt auch bei einem vollen Rack immer genügend Platz für die Anschlusskabel auf der Geräterückseite. Das Tool besitzt in meinen Augen absolute Profi-Tauglichkeit!

Klang
Wenn man bei einem Gerät wie der Xone:PB von einem eigenen Klang sprechen müsste, dann wäre das ein echtes Problem. Schließlich geht es darum, Audiosignale zu verteilen, und zwar verlustfrei und neutral. Und das macht dieses Gerät auch wirklich hervorragend. Sauber und ohne Beeinflussung werden die Signale hier von ihrer Quelle zum DJ-Mixer oder zum Audiointerface weitergeleitet. Auch die einzigen Elemente, die eventuell eine klangliche Beeinflussung verursachen könnten, bestehen hier mit Bravour den Test. Immerhin „verbiegen“ die beiden „umgekehrten“ Phono-Entzerr-Filter hier das Signal, und da wäre eine klangliche Veränderung schon zu erwarten. Zum Test habe ich ein Signal einmal über den regulären Line-Eingang und einmal über den Phono-Eingang eines Pioneer DJM-909 DJ-Mixers laufen lassen. Zwischen den beiden Signalen konnte ich kaum klangliche Unterschiede feststellen. Hier hat Allen & Heath wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Top!

Audio Samples
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Vergleich Line /Thru “Reverse” RIAA-Filter
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