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AKG Rhythm Pack Test

Praxis

Auch diese Rubrik beginnt mit einer ganz banalen Hürde: Die Klemmen für die D40 sind einfach zu klein! Noch unangenehmer ist die Tatsache, dass die am Spannreifen montierten Halter lediglich die Einstellung des Winkels zulassen! Will man den Sound nicht im Anschluss an die Aufnahme “hinbiegen” müssen, ist es aber absolut essentiell, so flexibel wie möglich positionieren zu können! Um ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen, sollte man die Mikros also auf Stative schrauben – was auch problemlos vonstatten geht. Eine Zusatzinvestition muss also einkalkuliert werden, entweder für Ständer oder brauchbare Klemmen.

Hat man die polnischen Lauscher dann akkurat ausgerichtet, bilden diese den Sound der Toms und der Snare sehr natürlich ab. AKG verweist offiziell auf die gute Kompatibilität der D40 mit tiefen Toms. Das kann ich bestätigen, der Sound ist voll und satt, allerdings sind die Höhen dadurch doch etwas  unterrepräsentiert. Ein kurzer Griff zum EQ wird also möglicherweise zum Standard. Alles was jetzt noch fehlt, ist ein viertes D40, falls man doch mal eine dritte Tom spielen möchte. Immerhin ist im Koffer schon eine Aussparung für eine Set-Erweiterung vorhanden, allerdings muss das vierte D40 um den letzten freien Platz im Koffer mit einem möglicherweise dritten C430 Kondenser-Mikrofon kämpfen. Das fehlt nämlich – besonders schmerzhaft für Filigran-Groover – an der Hi-Hat! Dem Schmerz kann aber schnell ein Ende bereitet werden, das Mikrofon kann nämlich für eine UVP von gerade mal 165 Euro nachgeordert werden. Und die Investition lohnt sich: Die Overheads transportieren eine Menge Höhen, alle fein aufgelöst und deutlich angehoben. Hier sind die D40 an den Trommeln und die C430 über den Becken eine gute Kombi. Letztere klingen zwar etwas scharf, ergänzen sich mit den restlichen Mikrofonen dafür klanglich definitiv besser als optisch. Erwähnenswert ist noch, dass die kleinen Overhead-Kondenser Phantomspeisung benötigen. Gemessen an ihrer Winzigkeit stellen sich die Mikrofone allerdings nicht groß an und akzeptieren von 9 bis 54 Volt alles an Saft, was sie kriegen können. Wahrscheinlich käme man auch mit Fahrraddynamo auf eine ausreichende Speisung, sollte man gerade kein passendes Atomkraftwerk zur Hand haben.

Was jeder Live-Techniker dieser klangvollen Welt bestimmt schon in seinen Händen hielt, ist das D112, das “Ei” von AKG. Wer diesen Kosenamen nicht kennt, wird sofort in eine Reihe stellt mit Fussballguckern, die nicht wissen, ob Deutschland da jetzt von rechts nach links oder von links nach rechts spielt. Das D112 ist ein dynamisches Nierenmikrofon mit großer Membran, das jedem Tontechniker sofort einen satten Punch schickt. Da gibt es keine großen Probleme, der Soundcheck für die Bassdrum ist relativ schnell abgehakt, man kann sich um alles andere kümmern. Die kleine Frequenz-Erhöhung im Kickbereich macht es im Livebetrieb zum annähernd “idiotensicheren” Bassdrum-Mikro. Das macht das Mikrofon so beliebt! Für den perfekten Studiosound fehlt dem D112 allerdings ein wenig Tiefbass, dafür pflügt sich die voreingestellte Power des Klassikers von AKG noch in jeden Gehörgang des tanzwütigen Publikums, das wahrscheinlich von Hörgewohnheit reden würde, wenn es wüsste, warum es gerade diese Bassdrum so gerne hört. Gerade letztens hat ein Live-Techniker mit dem Ei den perfekten Bassdrum Sound aus meiner tiefen Trommel gezogen. Dazu hat er das relativ leichte Mikrofon mit einem praktischen Teleskop-Klemmstativ am Rim befestigt. Auch mittels Ständer lässt sich das Gerät problemlos positionieren, ein Stativ muss aber in jedem Fall einkalkuliert werden.

Hier gibt es nun die Audio-Files im bewährten bonedo-Player (MP3-Format). Wer sich einen detaillierteren Eindruck verschaffen möchte, kann sich auf der Übersicht-Seite alle Audios auch als unkomprimierte Wav-Files downloaden.
Noch zwei Infos zu den Aufnahmen: Die Hi-Hat wurde mit einem KM84 von Neumann mikrofoniert, die Snare-Drum wurde zusätzlich bei den „Snare Bottom“Files mit einem SM 57 von unten versehen, als Raummikros kamen zwei Royer R-121 Bändchen-Mikros zum Einsatz.

Audio Samples
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Einzelsignale Groove 1 Clean Groove 1 Snare Bottom Groove 2 Clean Groove 2 Snare Bottom Groove 2 Snare Bottom Raum Groove 3 Clean Groove 3 Snare Bottom
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