Palmer Triage Test

Inzwischen ist der Hersteller Palmer aus dem hessischen Neu-Anspach nicht mehr nur in Deutschland ein Begriff, sondern erfreut uns Gitarristen auch international mit nahezu allem, was man sich für eine sorgenfreie und gelungene Performance wünscht. Dabei reicht die Auswahl vom Bodeneffektgerät über diverse Problemlöser für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke bis hin zu professionellen Gitarrenverstärkern und -boxen. Für unseren Signalsplitter-Testmarathon hat das Unternehmen gleich drei Produkte ins Rennen geschickt, und wir wollen uns dem Triage, dem Größten von ihnen, als Erstes widmen.

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Der Triage dient dazu, ein Gitarrensignal auf drei Verstärker zu verteilen. Wer sich schon einmal auf entsprechende Experimente eingelassen hat, der wird höchstwahrscheinlich auch seine Erfahrung mit den Unwägbarkeiten gemacht haben, die eine solche Unternehmung mit sich bringt. Wir sind gespannt, wie sauber der Triage den Ton verteilt und Störgeräusche wie das gefürchtete Brummen aufs Korn nimmt.

Details

Gehäuse/Optik
Der Triage kommt in einem grün lackierten Stahlblechgehäuse mit den Abmessungen 205 x 135 x 50 mm (B x T x H) und legt mit stattlichen 1,2 kg einiges an Gewicht auf die Waage. Zusammen mit dem Teamkollegen Triline hält er damit die Spitzenposition in diesem Test – zumindest, was die Masse angeht. Aber von Palmer wissen wir, dass keine heiße Luft verbaut wird, sondern in den Gehäusen mit dem Palmenlogo durchweg hochwertige Bauteile im Einsatz sind, und die dürfen auch gerne etwas mehr wiegen. Der Aufbau des Splitters zeigt sich sehr übersichtlich, auf der Oberseite befinden sich die benötigten Schalter, alle Anschlussmöglichkeiten finden wir an der Front. Der Triage hat drei durchnummerierte Ausgänge, für die es jeweils auch einen Schalter gibt, der mit Optokopplern arbeitet und dem daher Knacken und Signalaussetzer beim Umschalten fremd sind. Zu jedem Schalter gehört eine LED, die im aktiven Zustand die entsprechende Ausgangsnummer leuchten lässt und vor allem auf dunklen Bühnen sehr hilfreich ist. Da wird nicht fälschlicherweise der Clean-Amp angewählt, wenn das Rockgewitter starten soll, oder mit dem High Gain Sound am Anfang der stimmungsvollen Ballade ein deutliches Zeichen gesetzt.
Die Ausgänge selbst sind mit Trenntrafos voneinander isoliert und jeder von ihnen verfügt über einen Ground-Lift- und einen Phasenumkehrschalter, die jeweils neben der entsprechenden Anschlussbuchse positioniert sind. Genau wie die kleinen Gain-Potis, mit deren Hilfe das entsprechende Ausgangssignal noch etwas angepasst werden kann. Die 12-Uhr-Position ist neutral, wer seinen Amp noch etwas ärgern möchte, der dreht ein wenig weiter auf und verfügt so quasi über eine kleine Boost-Funktion, die maximal 12 dB liefert. Leider sind die Reglerpositionen nicht gut erkennbar, ein weißer Marker wäre sehr hilfreich, denn auf dunklen Bühnen muss man eher nach Gefühl arbeiten. Der Netzteilanschluss wartet auf einen 9-Volt-Adapter mit mindestens 120 mA, allerdings wird die Spannung intern zugunsten einer besseren Klangqualität und Dynamik auf 35 Volt hochgesetzt.
Boden und Seiten sind über das Gehäuse hinaus gezogen, sodass Anschlüsse und Stecker recht gut geschützt werden. Außerdem kann hier das Gerät über die zwei vorhandenen Löcher auch am Pedalboard befestigt werden.

Bedienung
Der Triage lässt sich in zwei verschiedenen Modi betreiben, die vom Hersteller Exklusivmodus oder Sidekick genannt werden. Für den Wechsel zwischen den beiden Betriebsarten ist der Schalter ganz rechts (Sidekick) zuständig. Der Exklusivmodus, der übrigens immer nach dem Einschalten zur Verfügung steht, kann man auch als Oder-Modus bezeichnen. Er schaltet zwischen den einzelnen Ausgängen um, wobei nur der jeweils aktive klingt, die beiden anderen sind stumm. Das Ganze geschieht ohne Verzögerung und ohne jegliche Störgeräusche, der nächste Amp ist sofort da.Im Sidekick Modus werden mit den einzelnen Schaltern die Amps ein- und ausgeschaltet und klingen gleichzeitig. Dadurch sind alle Kombinationen von einem bis zu drei Amps möglich.

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