Mit dem Marshall Studio JMH Halfstack präsentieren die Briten eine reduzierte und zeitgemäße Variante analog zum 1959 JMH Jimi Hendrix Bundle, das vor einigen Wochen vorgestellt wurde. Diese Kombination aus 100 Watt Topteil und 4 x 12“ Cabinet markiert den 60. Jahrestag der Zusammenarbeit mit dem Ausnahmegitarristen. Unsere Testkombination besteht aus einem 20 Watt starken JMH Studio Head und einem JMH 2 x 12“ Cabinet und hat eher weniger laute Bühnen, sondern vor allem das entspannte Üben zuhause im Fokus. Zumal sich die Leistung des Topteils auf moderate 5 Watt reduzieren lässt. Angesagt ist also Vollröhrensound, und wir wollen wissen, wie viel Plexi wirklich in unserem kompakten Testkandidaten steckt.
Marshall Studio JMH Halfstack – Das Wichtigste in Kürze
Was ist der Marshall Studio JMH Halfstack? Der Marshall Studio JMH Halfstack ist die Kombination aus einem 20 Watt Röhrentopteil und einer 2 x 12“ Lautsprecherbox.
Hat der Marshall Studio JMH Head ein Vorbild? Das Topteil ist die kompakte Variante des Marshall SLP100, des Amps, mit dem Hendrix den größten Teil seiner Karriere gespielt hat. Er ist identisch mit dem Studio SV20H.
Welche Röhrenbestückung hat der Marshall Studio JMH Head? In der Endstufe sind zwei EL-34 und in der Vorstufe drei ECC83 im Einsatz.
Welche Regelmöglichkeiten hat der Marshall JMH Studio Head? Die Regelmöglichkeiten entsprechen dem Original: Presence, Bass, Middle, Treble, Loudness 1 und Loudness 2.
Kann man die Kanäle auch brücken (Jumping Channels)? Der Marshall Studio JMH Head besitzt für jeden Kanal (High Treble und Normal) jeweils zwei Eingänge. Mit einem Patchkabel lassen sich die beiden Kanäle wie beim Original brücken.
Mit welchen Lautsprechern ist das Marshall Studio JMH 2×12“ Cab bestückt? Im Marshall Studio JMH Cab sind zwei 12“ Celestion V-Type Speaker untergebracht. Das Cab verträgt 140 Watt an 8 Ohm.
Kann man Head und Cab auch einzeln kaufen? Nein. Topteil und Cab gibt es nur als Halfstack.
Das sagt der Test: Der Marshall Studio JMH Halfstack liefert das Spielgefühl, die dynamische Ansprache und den Klang eines Marshall Plexi und verfügt dabei über einen Lautstärkebereich, der sich sowohl für das Üben zu Hause als auch für die Bühne eignet. Einziger Kritikpunkt ist die Klangqualität des DI-Out, der dem sehr guten Sound des Amps nicht gerecht wird.
Was sind die besonderen Eigenschaften des Marshall Studio JMH Halfstack?
Natürlich ist es der Marshall-Plexi-Ton und damit natürlich auch der klassische Hendrix-Sound. Das Ganze im kompakten Format und mit reduzierter Leistung. Während das 100 Watt Original erst bei ohrenbetäubender Lautstärke richtig in Fahrt kommt, kann man den Studio JMH entspannt auch zuhause genießen, denn zusätzlich können seine maximal 20 Watt auf 5 Watt reduziert werden. Die Schaltung ist dem Marshall SLP100 nachempfunden, allerdings verfügt der Marshall Studio JMH Head über einen Einschleifweg. Der erlaubt es, Effekte wie Modulation, Delay oder Reverb zwischen Vor- und Endstufe zu schalten. Head und Cab sind optisch in Schwarz/Lila aufeinander abgestimmt und laut Hersteller nur als Limited Edition erhältlich. In welcher Stückzahl der Halfstack hergestellt wird, war nicht zu erfahren.
1/7Der Marshall Studio JMH Halfstack ist die Kombination aus einem 20 Watt Röhrentopteil…
2/7…und einer 2 x 12“ Lautsprecherbox.
3/7Im Marshall Studio JMH Cab sind zwei 12“ Celestion V-Type Speaker untergebracht.
4/7Das Topteil ist die kompakte Variante des Marshall SLP100, des Amps, mit dem Hendrix den größten Teil seiner Karriere gespielt hat.
5/7Der Marshall Studio JMH Head besitzt für jeden Kanal (High Treble und Normal) jeweils zwei Eingänge.
6/7Die Regelmöglichkeiten entsprechen dem Original.
7/7Ein erster Blick auf die Rückseite des Topteils.
Wie hochwertig sind die verwendeten Bauteile?
Amp und Cab werden in Großbritannien aus hochwertigen Bauteilen hergestellt und stehen für solide Tour- und Bühnentauglichkeit. Alles ist bestens verarbeitet und funktioniert tadellos.
Entspricht das Angebot dem Preis?
Das Bundle wird für 1999 Euro erhältlich sein, das sind 391 Euro mehr als die Kombination des „normalen“ Studio Vintage SV20H mit dem Vintage SV212 Cab. Für eine limitierte Sonderserie geht dieser Preis noch in Ordnung.
Aufnahmen mit dem Marshall JMH Studio Halfstack
Für die Aufnahmen habe ich das Cab mit einem Royer R-10 und einem Shure SM-57 abgenommen. Zuerst gibt es eine Runde mit puren Sounds aus Amp und Cab, dann gesellen sich einige typische Effekte hinzu. Darunter sind Fuzz- und Zerrgeneratoren vor der Vorstufe und Mod/Delay/Reverb-Effekte im Effect-Loop.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Wie klingen die zwei Kanäle des Marshall Studio JMH Halfstack?
Das Spezielle an der Marshall-Plexi-Architektur ist, dass der Amp über zwei unabhängige Kanäle mit insgesamt vier Eingangsbuchsen verfügt, die sich eine gemeinsame Klangregelung teilen. Die Kanäle sind intern nicht per Fußschalter umschaltbar, sondern fest parallel verdrahtet und können über die Eingangsbuchsen angewählt werden:
Das alles findet auch schaltungstechnisch und klanglich beim Marshall Studio JMH Head statt. Channel 1 mit der Bezeichnung „High Treble“ macht seinem Namen alle Ehre und liefert messerscharfe Sounds, vor allem bei niedrigeren Einstellungen des Volume-Reglers am Amp. Grund ist das Brightcap, das dafür sorgt, dass die Höhen schärfer werden, je weiter man den Volume-Regler zurücknimmt. Channel 2 (Normal) liefert das gegenteilige Klangbild: sehr muffig und mit etwas weniger Verzerrung als beim High-Treble-Channel. Die Grundstruktur entspricht auf jeden Fall dem großen Plexi.
Was die Lautstärke betrifft, gibt es grünes Licht für den Bandeinsatz, denn die 20 Watt des Amps sind absolut ausreichend. Beim zweiten Beispiel überschreitet das SPL-Meter bereits die 100-dB-Grenze und auch bei 5 Watt wird es im Wohnzimmer schon recht druckvoll. Wer den Amp auf niedriger Zimmerlautstärke halten will, kann das mit einem Volume-Pedal im Einschleifweg.
Wie ist der Sound, wenn beide Kanäle gebrückt sind?
Die zweite Besonderheit der Plexi-Architektur ist, das man beide Kanäle brücken und damit zusammen nutzen kann – im Englischen „Channel Jumping“.
In diesem Fall stellt man mit den beiden Volume-Reglern das Mischungsverhältnis ein. Die Gitarre habe ich dazu an Input 1A angeschlossen und dann per Patchkabel (1B auf 2A) die beiden Kanäle verbunden. Hendrix hat das laut meiner Recherchen nicht gemacht, er hat mehrere Full-Stacks per Daisy-Chaining verbunden, aber immer nur einen Kanal angesteuert. Prinzipiell ist das Channel-Jumping eine clevere Methode zur Feinabstimmung des Plexi-Sounds, was auch hier ausgezeichnet funktioniert.
Ebenfalls bestens funktionieren Aktionen am Volume-Poti der Gitarre und die entsprechenden Reaktionen des Amps. Anschlagsposition, Anschlagsstärke etc. – die individuelle Tongestaltung kommt klar zur Geltung. Bei einem 100 Watt Plexi ist die dynamische Bandbreite aufgrund der hohen Lautstärke und des Schalldrucks noch etwas hochauflösender, aber auch der Studio JMH Head hat in dieser Hinsicht einiges zu bieten.
Wie klingt der Marshall Studio JMH Halfstack in Kombination mit Effektpedalen?
Nun wird der kleine Plexi mit Effektpedalen gefüttert, denn seine Gain-Reserven sind nicht unbedingt grenzenlos und für eine wirklich saftige Zerre sind Booster oder andere Pedale gefragt. Wie beim Original hat unser Testkandidat keinerlei Probleme mit vorgeschalteten Zerr- oder Fuzz-Effekten. Die Dynamik bleibt ebenfalls erhalten, selbstverständlich immer abhängig vom vorgeschalteten Gerät. Auch beim Einsatz von Effekten im Einschleifweg gibt es nichts zu bemängeln. Die Pegelanpassung klappt auch mit digitalen Effektgeräten einwandfrei; zum Test ist ein Eventide H90 mit Even-Vibe Algorithmus im Einsatz.
Audio
Samples
0:00
/
0:00
0:00
Amp & Effekt: Dunlop Fuzz Face – Pre Amp (Stratocaster)Amp & Effekt: Dunlop Cry Baby Wah – Pre Amp (Stratocaster)Amp & Effekt: Eventide H90 – Effect Loop (Stratocaster)
Kann man den DI-Out zum Recording benutzen?
Der DI-Out ist eine weitere Option, die es bei den klassischen Plexis naturgemäß nicht gab. Beim JMH Studio Head ist er zudem noch mit einer Speaker-Simulation bestückt und somit auch für Direktabnahme zu Recordingzwecken geeignet. Allerdings erweist sich der Sound als recht flach und wird meiner Ansicht nach dem sehr guten Klang des Amps nicht gerecht. Hier sind zwei Versionen desselben Beispiels, einmal mit Cab und Mikrofonen, dann der DI-Out direkt ins Audio-Interface.
Audio
Samples
0:00
/
0:00
0:00
Marshall Studio JMH – Mic AbnahmeMarshall Studio Head – DI Out
So klingt der Marshall Studio JMH Halfstack im Band-Arrangement
Zum Abschluss hört ihr den Marshall Studio JMH Halfstack im Band-Arrangement mit verschiedenen Sounds.
Audio
Samples
0:00
/
0:00
0:00
Marshall Studio JMH Halfstack im Band Arrangement
Wer sind die Mitbewerber/Alternativen zum Marshall Studio JMH Halfstack?
Die direkte Alternative kommt aus eigenem Haus, nämlich die bereits erwähnte Kombination von Marshall Studio Vintage SV20H mit dem Marshall Vintage SV212 Cab. Für Vintage-Marshall-Fans wäre auch der JTM ST20H eine Option. Das wären die klassischen Heads, eine weitere Alternative wären die Module von Synergy mit dem SYN-20IR Head und einem Synergy Plexi-Modul.
Der Marshall Studio JMH Halfstack liefert das Spielgefühl, die dynamische Ansprache und den Klang eines Marshall Plexi. Dabei verfügt er über einen Lautstärkebereich, der sich sowohl für das Üben zu Hause als definitiv auch für den Band-Einsatz auf der Bühne eignet. Die Gain-Struktur reicht vom leichten Overdrive bis zum satten Rockbrett. Wer Cleansounds benötigt, muss mit dem Volume-Poti an der Gitarre arbeiten. Für höhere Zerrgrade bietet sich der Einsatz von Booster oder Overdrive-Pedalen an, was problemlos machbar ist. Auch der Effekt-Loop erweist sich bezüglich Sound und Pegelanpassung als sehr tolerant. Einziger Kritikpunkt ist die Klangqualität des DI-Outs, der dem sehr guten Sound des Amps nicht gerecht wird.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.