Mit der AEA TDI und der TDI Duo bringt der renommierte amerikanische Hersteller zwei aktive DI-Boxen auf den Markt, die wir einem kurzen Test unterziehen.

- Klang und Fertigung auf allerhöchstem Niveau
- robustes Design
- hoher Preis
Es muss nicht immer ein Mikro sein
AEA stehen vor allem für hervorragende Bändchenmikrofone. Inzwischen wurde das Portfolio aber um passende Mikrofon-Vorverstärker und sogar einen Kompressor erweitert. Der kalifornische Hersteller fertigt alle Produkte unter höchsten Qualitätsstandards in Pasadena, die aktiven DI-Boxen TDI und TDI Duo bilden da keine Ausnahme.


Fred-Forssell-Design
Wie alle Schaltungen in AEA-Geräten der letzten 20 Jahre wurden auch die TDI DI-Boxen vom amerikanischen Audio-Guru Fred Forssell entwickelt. Das Versprechen der kleinen Kisten: Kompromisslose Audioqualität und hohe Übersteuerungsfestigkeit, gemacht vor allem für die Abnahme passiver Instrumente.
Wozu nochmal DI?
Eine DI-Box wandelt hochohmige Eingangssignale, also typischerweise Instrumente, in niederohmige Signale um, da typische Mischpult-Eingänge auf niedrige Mikrofonpegel ausgelegt sind. Gleichzeitig wird das unsymmetrische Instrumentensignal symmetriert, um Störgeräusche zu minimieren. Die AEA TDI ist eine aktive DI-Box, benötigt also 48V-Phantomspeisung.

Re-Amping ist das nachträgliche Aufnehmen eines "trockenen" E-Gitarrensignals mit Effekten, Verstärker und Mikrofon. Hier wird's erklärt!

Effektpedale eignen sich für alle Signale. Doch wie benutzt man Gitarreneffekte im Mixdown mit einer DAW? Was muss man wie anschließen, was braucht man dafür?
Was ist dran? Und was ist drin?
Klinken-Eingang und Thru-Ausgang zum Durchschleifen, XLR-Ausgang, Schalter für Ground Lift und Pad – bewährte Ausstattung jeder guten DI-Box. Was die AEA TDI im Inneren besonders macht: das Signal geht zunächst durch einen extrem nebengeräuscharmen JFET Input-Buffer für minimalsten Frequenzverlust und wird dann durch einen Übertrager aus dem renommierten Hause Lehle isoliert und symmetriert.

TDI vs TDI Duo
Technisch ist die AEA TDI Duo tatsächlich eine zweikanalige Variante der TDI. Optisch kommt sie etwas anders daher, AEA empfehlen sie eher für den Studiobetrieb und die einkanalige TDI für den Liveeinsatz. Das kann ich nachempfinden, auch wenn beide einen sehr robusten Eindruck machen.
Bass, wir brauchen Bass!
Der E-Bass ist der typische DI-Kandidat, sowohl auf der Bühne als auch im Studio. Ich nehme meinen Frankenstein Precision Bass (bestückt mit Seymour Duncan Pickup und Flatwound-Saiten) zur Hand und lege ein paar Kistchen aus: Die einkanalige AEA TDI, die zweikanalige TDI Duo, eine Telefunken TDA-2 und die für den E-Bass sehr populäre Countryman TYPE 85. Außerdem nutzte ich den Instrumenteneingang an einem unserer vier Universal Audio Apollos.
Vergleich
Da ich keinen 5fach-Splitter habe, spiele ich jeweils einen separaten Take – AUSSER bei den Testkandidaten von AEA: Hier gehe ich aus dem Thru-Ausgang der TDI in den Eingang der TDI Duo und nehme beide per XLR ab. Da die AEA-Boxen mit einer extrem hohen Eingangsimpedanz von 10 Megaohm arbeiten, um auch hohe Pegel von Synthesizern stabil zu verpacken, ist ihr Pegel deutlich leiser. Die Telefunken mit 1 Megaohm ist fast 20 dB lauter. Die Audiofiles habe ich alle digital normalisiert.
Das glaubst du nicht
Ungläubig überprüfe ich beim Abhören, ob ich wirklich beide AEA DI-Boxen einzeln abgenommen habe. Ja, habe ich! Beide sind absolut identisch vom Klang und vom Pegel. Wenn man bei einem der beiden Files die Phase dreht, zuckt weit unter 60 dB noch irgendwas. Das ist absolut beeindruckend und spricht für die Fertigungsqualität im Hause AEA.
Wie klingt’s denn?
DI-Boxen klingen am besten, wenn sie nicht unangenehm auffallen. Ich käme mit dem Hi-Z-Eingang des Apollos genau so klar wie mit allen DI-Boxen. ABER: Die Telefunken hat definitiv den meisten Wumms im Bassbereich – in diesem Fall für mich schon zu viel. Countryman und Apollo haben einen ausgewogenen, straffen Sound. Beide AEA haben jedoch den linearsten Frequenzgang, der Bass klingt schön knurrig, kein Frequenzbereich dominiert, die Obertöne kommen wunderbar durch. Klar, ohne identische Takes nicht empirisch, aber ich habe mir große Mühe gegeben, den Anschlag stabil zu halten.
Alternativen zur AEA TDI
Preislich spielen die AEA TDI natürlich im sehr gehobenen Segment. Hochwertige DI-Boxen namhafter Hersteller sind für deutlich weniger oder mit noch mehr Features zu haben.

Eine gute DI-Box gehört ebenso zur Standard-Ausstattung jedes Studios wie eine amtliche Reamp-Box. Locomotive Audio kombinieren beides in einer schicken blauen Kiste, die wir für euch getestet haben.

Die Rupert Neve Designs RNDI-M ist eine spartanische aktive DI-Box – bei uns im Test.
Test der AEA TDI DI-Boxen: Fazit
Mehr DI-Box geht qualitativ kaum. Klanggüte und Verarbeitung spielen auf allerhöchstem Niveau. Das hat bei made in USA auch seinen Preis und richtet sich damit eigentlich ausschließlich an Profis, die keinerlei klanglichen Kompromiss machen wollen.

- aktive DI-Box (TDI: 1 Kanal / TDI Duo: 2 Kanäle)
- Eingänge: Input (TRS-Klinke)
- Ausgänge: Thru (TRS-Klinke) und DI-Out (XLR)
- JFET Input-Buffer
- Lehle Step-Down-Übertrager
- Pad: 20 dB (schaltbar)
- Ground Lift (schaltbar)
- Eingangsimpedanz: 10 Megaohm / 55 kOhm (mit Pad)
- hergestellt in: USA
- Webseite: aearibbonmics.com
- Preis: € 379,– (TDI) / € 539,- (TDI Duo) (Straßenpreis am 30.8.2026)