Koffer, die mit allem bestückt sind, was es braucht, um ein ganzes Schlagzeug abzunehmen, sind beliebt. Das läßt sich nicht nur in den Verkaufsstatistiken ablesen, auch die Anzahl der Angebote wächst stetig. Dass es sich dabei nur um günstige Sets für Faule oder Unwissende handelt, ist falsch. Auch in der Oberklasse hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass es ziemlich komfortabel sein kann, ein komplettes Mikrofonset zu kaufen, anstatt sich für jede Trommel und jedes Becken das vermeintlich Optimale einzeln heraus zu picken. Nachdem die relativ junge Firma Austrian Audio das im Repertoire noch fehlende Bassdrum-Mikro entwickelt hat, folgt jetzt der nächste, logische Schritt: der Austrian Audio DMK1 Drum Mikrofon Koffer mit sage und schreibe acht Mikrofonen. Ob sich der Kauf für euch lohnt, finden wir in diesem Test heraus.

- sehr guter Sound aller Mikrofone
- Praxisgerechtes Design
- gute Halterungen für Toms und Snare
- sehr gute Verarbeitung
- –

Die Ausstattung des DMK1 darf als komplett bezeichnet werden
Schwer ist der Karton mit dem Austrian Audio DMK1. Ein Grund dafür ist das massive, robuste Kunststoff-Case, ein anderer die reichhaltige Bestückung mit Mikrofonen. Mit acht Schallwandlern gehört es zu den am besten ausgestatteten Drum-Mikrofonkoffern überhaupt, die nötigen Halterungen und EU-Gewindeadapter sind natürlich ebenfalls dabei. Die Mikrofone für die Toms und die Snaredrum beinhalten zudem flexible Rim-Halterungen, welche mit unterschiedlichen langen Armen bestückt werden können. Sehen wir uns den Inhalt mal genauer an. Detaillierte Einzeltests für alle Mikrofone findet ihr übrigens jeweils als Links unter den Typenbezeichnungen.
Alle Mikros benötigen Phantomspeisung
Fangen wir mit dem OC-B6 Bassdrum-Mikro an. Es ist sehr kompakt gebaut, verfügt über einen Schwenkkopf und ist als Kondensatormikrofon ausgelegt. Schalter gibt es keine, der maximale Schalldruck beträgt 170 dB, seine Empfindlichkeit liegt bei 0,8 mV/Pa. Eine 48V-Speisespannung verlangt auch das „aktiv-dynamische“ OD5, welches für die Snaredrum vorgesehen ist. Der um 220 Grad schwenkbare Kopf ist auch hier verbaut, die Empfindlichkeit liegt bei 6,7 mV/Pa. Es darf außerdem geschaltet werden, ein -10 dB Pad und ein zweistufiges Low Cut bei 80 oder 120 Hertz erweitern die Einsatzmöglichkeiten.
Die Tom-Mikros und das Hi-Hat-Mikro haben etwas gemeinsam
Für die drei Toms hat sich Austrian Audio für die Kondensatormodelle OC7 entschieden. Sie teilen sich das Gehäuse mit dem OD5, im Inneren arbeitet jedoch eine Echtkondensator-Kleinmembrankapsel, abgestimmt auf die harte Arbeit als Closemic an Toms und anderen lauten Quellen. Beim Low Cut kann zwischen 40 und 80 Hertz Cutoff-Frequenz gewählt werden, auch eine Pegelreduktion um zehn dB ist an Bord. Die identische Kapsel findet sich auch im CC8, welches als Hi-Hat- oder Ridebecken-Mikro vorgesehen ist. 60 oder 120 Hertz betragen die Low Cut Optionen, das Pad umfasst zwei Stufen, nämlich zehn oder 20 dB Pegelabsenkung. Als echter Allrounder bietet das CC8 eine weitgehend neutrale Abstimmung.


Großmembraner als Overheads
Ein Stereopaar aus OC18 Großmembran-Kondensatormikros übernimmt im DMK1 die Overhead-Aufgaben. Gemessen an Austrian Audio Standards, sind dies schon fast Klassiker, die sich seit ihrer Vorstellung großer Beliebtheit erfreuen. Anders als bei technisch aufwendigeren OC818-Topmodellen, haben wir es hier „nur“ mit Nierenmikrofonen zu tun, die hochwertige CKR12 Kapsel ist jedoch ebenfalls verbaut und hat sich als hochauflösender Allrounder erwiesen. Hören wir uns den Koffer jetzt mal in der Praxis an.

Praxis: Durchdachte Lösungen an den Tom- und Snare-Halterungen
In Anbetracht der Tatsache, dass mich alle Mikrofone dieses Koffers bereits in früheren Einzeltests überzeugen konnten, bin ich nun wenig überrascht, dass auch die Kombination aller Komponenten sehr gut klingt. Mein offen gestimmtes Yamaha 9000 Drumset von 1978 fungiert als Schallquelle, und schon beim Anbringen der Mikrofone werde ich sehr positiv von den durchdachten Spannreifenhalterungen überrascht. Zunächst arbeiten sie nicht mit einem festen Kunststoffbogen, der auseinander gezogen werden muss, sondern mit einer Flügelschraube. Dadurch geht es wesentlich flexibler zu, auch an RIMS-Systemen halten die Teile sicher. Der zweite Pluspunkt sind die vier beiliegenden, kurzen Tauscharme, mit denen sich bei kleinen Toms der Abstand des Mikros zum Fell sehr gut einstellen läßt. Bei vielen anderen Haltern ragt mir persönlich das Mikro oft zu weit in die Fellmitte hinein.

So klingt das Austrian Audio DMK1 Schlagzeug-Mikrofonset
Klanglich geht das Set in eine eher neutrale, offene Richtung. Die Transientenwiedergabe aller Mikrofone ist exzellent. Um euch den Vergleich mit einem konventionelleren, auf dynamischen Mikros basierenden Sets zu liefern, habe ich euch im letzten Soundfile noch einmal meine eigene Konfiguration aufgenommen. Die besteht aus einem Telefunken M80 an der Snare, zwei EV N/D468 am 10“ und 12“ Tom, einem EV N/D 868 am Floortom sowie zwei AKG C214 in ORTF-Anordnung über dem Set besteht. Im Loch der 22“x14“ Bassdrum befindet sich ein Dr. Alien Smith Alien8 Bassdrum-Mikro, die Hi-Hat wird mit einem Beyerdynamic M201TG aufgenommen. Insgesamt wirkt mein Setup etwas kompakter und auch präsenter, denn die dynamischen Mikrofone nehmen weniger seitlich einfallenden Schall auf. Speziell das Telefunken M80 sorgt für einen frischeren Gesamt-Sound als das OD5, welches mir in dieser Position gut gefällt, von Haus aus allerdings etwas mehr Präsenz obenrum mitbringen dürfte. Dies ist jedoch sowohl eine Geschmackssache als auch abhängig vom Einsatzgebiet.
Alternativen zum Austrian Audio DMK1 Mikrofonkoffer
Hersteller, die ihre Drumkoffer tatsächlich (fast) ausschließlich mit Kondensatormikrofonen bestücken, sind rar gesät. Als einziger, direkter Konkurrent zum DMK1 fällt mir nur der DPA DDK4000 ein. Wenn es tatsächlich ausschließlich Kondensatormikros sein sollen, wäre der Sontronics Drumpack Plus Koffer noch eine Überlegung wert, auch Earthworks sind für Drum-Mikrofone in Kondensatorbauweise bekannt
Test des Austrian Audio DMK1: Fazit
Nachdem die einzelnen Komponenten im Austrian Audio DMK1 Drum-Mikrofonkoffer in früheren Tests schon gut abgeschnitten hatten, war es keine Überraschung, dass auch das Schlagzeug-Gesamtpaket überzeugen kann. Neben dem sehr guten, detaillierten Klang machen auch die praxisgerechte Bauweise der Gehäuse als auch die flexiblen Halterungen Spaß. Wer häufig auf Reisen geht, wird zudem den extrem robusten Koffer schätzen. Überhaupt wirkt alles am DMK1 durchdacht und hochwertig gefertigt. Der auf den ersten Blick hohe Preis relativiert sich, wenn man die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten in den verschiedensten Szenarien auch jenseits des Drumsets mit einbezieht.

- DMK1 Schlagzeugmikrofonkoffer mit acht Mikrofonen
- Lieferumfang:
- 1 x OC-B6 für Bassdrum, Kondensatormikrofon
- 1 x OD5 für Snaredrum, aktiv-dynamisches Mikrofon
- 3 x OC7 für Toms, Kondensatormikrofone
- 1 x CC8 für Hi-Hat, Kondensatormikrofon
- 2 x OC18 für Overheads, Kondensatormikrofone
- Case
- 8x einfache Halterungen für alle Mikrofone
- 4 x Tomhalterungen inkl. kurzen und langen Haltestäben, Windschutz für OC18 und CC8, Kurzanleitungen
- Gewindeverkleinerungen
- hergestellt in Österreich
- Webseite: austrian.audio
- Preis: € 3999,– (Straßenpreis am 9.3.2026)

Die meisten Bassdrum-Mikros basieren auf einer dynamischen Kapsel. Austrian Audio beschreiten mit dem OC-B6 jedoch einen anderen Weg. Der kompakte Schallwandler mit schwenkbarem Kopf besitzt eine eigens entwickelte Kondensator-Kapsel. Wie das Teil klingt, haben wir im Test heraus gefunden.

Das Austrian Audio OC7 gehört zur Familie der Kondensator Instrumenten-Mikrofone. Was das clever designte Teil kann, haben wir getestet.

Aktiv und dynamisch arbeitet das Austrian Audio OD5 Instrumenten-Mikrofon. Wir haben den interessanten Schallwandler ausgiebig getestet.

Nach dem Erfolg mit ihren Großmembranmikrofonen hat die österreichische Firma Austrian Audio endlich auch ein Stäbchen-Kondensator-Modell vorgestellt. Es heißt CC8 und wir haben es getestet.

Das AA OC18 nur das produktgewordene Überbleibsel der Entwicklung des OC818? Nein, auf gar keinen Fall!

Ihr wollt die Hi-Hat eures Drum-Kits mikrofonieren? Hier gibt es ein schnelles, einfaches Tutorial zum Abmiken der Hi-Hat.

Snare recorden muss man beim Recording im Proberaum, im Projekt-, Profi- oder Homerecording-Studio. Diese 5 Tipps helfen euch!

Ihr wollt eine Bassdrum im Proberaum oder Studio aufnehmen oder für den Live-Gig mikrofonieren? Hier gibt es praxisnahe Tipps für Einsteiger!