Sennheiser MD 421 Test

In einem Anfall von Miesepetrigkeit habe ich das Sennheiser MD 421 einmal als das “hässlichste Mikrofon, das ich je gesehen habe” bezeichnet. Ich muss gestehen, dass dieser Aussage genau so viel jugendlicher Leichtsinn wie juvenile Unwissenheit zugrunde lag. Bis dato hatte ich nämlich tatsächlich nicht wirklich verstanden, was dieser Schallwandler zu leisten imstande ist. Ich hoffe inständig, dass man mir bei Sennheiser die Überheblichkeit eines damals auf dem Gebiet der Tontechnik absolut unbedarften Teenie-Trommlers verzeiht und mildernde Umstände walten lässt. Das Alter macht ja nicht nur Frauen faltig und Männer dickbäuchig, sondern quasi als ausgleichende Gerechtigkeit die meisten Menschen auch ein Stück weiser. So dauerte es bis zu meinem Studium, bis eine umfangreiche Bekanntschaft mit dem 421 dafür sorgte, dass ich diese Worte heute zutiefst bereue.

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Nicht, dass ich das Mikrofon heute als Design-Landmark bezeichnen würde, aber zumindest habe ich mittlerweile verinnerlicht, dass man Werkzeuge nicht aufgrund ihrer Optik abstempeln sollte – schließlich könnte man etwas verpassen. Das MD 421 gehört in die Liste klassischer Tauchspulenmikrofone wie Schwarztee in die Liste der wichtigsten Getränke der Welt. Anders als viele andere Vertreter seiner Klasse ist das “Vierzwoeins” zwar ein flexibles Arbeitsgerät, aber dennoch ein Soundmaker – und hat sich damit seinen Platz in besagter Liste redlich verdient.

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Profilbild von Gregor Marini

Gregor Marini sagt:

#1 - 28.01.2012 um 21:16 Uhr

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Hi Nick!
Weißt Du inwiefern sich das MD 421 vom MD 521 unterscheidet ?
Nur der Lowcut ?
Danke u. Grüße

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Nick sagt:

#2 - 30.01.2012 um 15:23 Uhr

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Hi Gregor, genau: Soweit ich weiss, ist es der M-S-Schalter, der natürlich aufwendig und dadurch teuer ist. Ausserdem kann der natürlich auch mal defekt sein. Ich habe einmal mit einem 521 gearbeitet (soweit ich mich erinnere), aber nicht im Direktvergleich mit einem 421. Die technischen Daten scheinen weitestgehend identisch. Hier bekommst Du übrigens alle alten Manuals von Sennheiser: http://sennheiser.de/sennhe...
Beste Grüße,
Nick

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Martin sagt:

#3 - 31.01.2012 um 01:07 Uhr

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das 421 gehört bei mir zum Live-Setup: es steht seit Jahren im Rider für meine Bassbox Hughes&Kettner QS-410, die ich immer zusätzlich zum DI-Output auch per Mic abnehmen

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Gregor Marini sagt:

#4 - 31.01.2012 um 17:27 Uhr

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Hi Nick! Vielen Dank für den Link!
Leider ist das Handbuch vom MD 521 nicht dabei...ps.: Wie weit seid ihr denn mit dem Hi-End Mikrofon-Test?
Danke

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Olli sagt:

#5 - 05.02.2012 um 20:28 Uhr

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Hey, total toll geschreben , und jetzt weiß ich auch wie diese Roll off- absenkung funktioniert.....habe meins heute bekommen =)

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Felix Gass sagt:

#6 - 16.10.2012 um 17:27 Uhr

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Super Produktbeschreibung, hat mir sehr geholfen, als Vorbereitung für schwierige Dreharbeiten. danke!

Profilbild von Peter

Peter sagt:

#7 - 01.12.2023 um 15:23 Uhr

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Mit hat das Ergebnis der Aufnahmen mit dem MD421 immer sehr gut gefallen. Ich vermute mal, dass alle Aufnahmen des "BeatClub" von Radio Bremen damals damit gemacht wurden (mal auf Youtube rein schauen). Ich habe zwei dieser Mikrofone MD421N, das erste 1964 gekauft und das zweite gebraucht 1978. Beide klingen identisch.

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