Wer viel mit dem eigenen PKW zum Gig fährt, kennt den Vorteil von Softbags. Sie sind gut zu stapeln, aber rempeln im Gegensatz zu Hard Cases nicht gegen die Inneneinrichtung des Autos. Die Hausmarke des Musikhaus Thomann hat jetzt eine neue Trommeltaschen-Linie vorgestellt. Die extra gefütterten und verstärkten Millenium Elite Drum Bags sollen im Vergleich zur Classic- und Tour-Serie noch mehr Schutz bieten. Quasi eine Mischung aus Bag und Case. Millenium-typisch fällt der Preis recht erschwinglich aus. Wir haben uns eine Auswahl zum Test bestellt.
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
robuste Bauweise
weiche Polsterung
große Modellauswahl
niedrige Preise
Contra
Bassdrum-Bags haben keine Griffe
Toms mit größeren Halterungen passen nur knapp
Test: Millenium Elite Drum Bags – Mehr Schutz zum kleinen Preis?
Millenium Elite Drum Bags – das Wichtigste in Kürze
Sind die Elite Drum Bags Koffer oder Taschen? Sie sind definitiv Taschen, die aber mit einer zusätzlichen Schaumstoffpolsterung und einer Kunststoffschicht zwischen Innenfutter und Außenwand versehen sind. Auch die Ober- und Unterseiten sind verstärkt.
Mit welchen Produkten sind die Elite Bags vergleichbar? Von der Festigkeit würde ich sie zwischen den normalen Ahead Armor Bags und den Gewa SPS Bags / Protection Racket AAA Rigid Cases einordnen.
Sind die Elite Drum Bags ineinander stapelbar? Ja, allerdings nicht so leicht wie weichere Softbags. Ein vierteiliges Set, zum Beispiel 12“ Tom, 16“ Floortom & 14“ Snare bekommt man in eine 22“ Bassdrum-Tasche gestapelt.
Graues Cordura und Tragegurt zu jedem Bag
Die Elite Bags werden in Indien gefertigt und sind zur Martkeinführung in einer großen Auswahl erhältlich. Ihr habt die Auswahl zwischen 23 Einzeltaschen und zwei vorkonfigurierten Sets. Darunter sind auch erfreulich viele Bassdrum-Taschen in unterschiedlichen Tiefen. Für diesen Test habe ich das Standard Set für die Größen 22“ x 18“ Bassdrum, 10“ x 8, 12“ x 9“ Toms und 16“ x 16“ Standtom erhalten. Zusätzlich ein Bag für ein 14“ x 14“ Standtom sowie eine 18“ x 14“ Bassdrum / Standtom und zwei Snaretaschen in 14“ x 5,5“ und 14“ x 6,5“.
1/5Zu jedem Bag gibt es einen abnehmbaren und verstellbaren Gurt dazu.
2/5Der Griff ist großzügig dimensioniert und komfortabel.
3/5Auch die Reißverschlüsse machen einen soliden Eindruck.
4/5Jedes Bag hat im Deckel einen Einschub.
5/5Blick auf die Unterseite: Mit den Verstärkungspunkten sind die Bags identisch zur Tour-Serie ausgestattet.
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Die Elite Bags im grauen Cordura-Stoff wirken von außen robust, auch die Reißverschlüsse machen einen stabilen Eindruck. Zu jeder Tasche gibt es einen verstellbaren Tragegurt dazu. Im Gegensatz zu den Gewa SPS oder Protection Racket AAA Cases, die immer in ihrer Form stabil bleiben, geben die Elite Drum Bags bei Druck von außen leicht nach. Hier merkt man also schon einen Unterschied. Beim ersten Transport meiner Trommeln fällt mir außerdem auf, dass die Bassdrum-Taschen keine Seitengriffe haben. Auch wenn der große und feste Griff an den Taschen toll ist, allein wegen des höheren Eigengewichts der Taschen wären seitlich angebrachte Griffe sinnvoll.
Stapelbar: Hier seht ihr einen Dreiteiler (22“,16“, 12“) plus 14“ Snaredrum-Tasche.
Wie ist die Passform?
Kurz gesagt, bei den allermeisten Modellen absolut in Ordnung. Größere Anbauteile wie freischwingende Halterungen oder besonders ausladende Snare-Abhebungen können aber problematisch sein. Bei meinen zwei Pearl Toms in 10“ und 12“ mit Optimount-II-Haltern geht es beispielsweise eher eng zu, und die Taschen sind dann auch von der Form etwas verbeult. Die Snaredrums passen dagegen wunderbar. Bei Snares mit größeren Abhebungen, wie beispielsweise Sonors Dual-Glide, habe ich Zweifel, dass sie in die Elite Bags passen.
1/4Beim 16“ x 16" Floortom mit Gussreifen ist ein Spalt zwischen den Reißverschlüssen sichtbar.
2/4 Bei einem 16“ x 16“ mit geflanschten Reifen geht die Tasche leichter zu.
3/4Auch Toms mit freischwingender Halterung, hier Pearls Optimount II, gehen gerade so rein.
4/4Eine 14“ x 6,5“ Snare mit Holzreifen passt wunderbar in die Tasche.
In das 22er Bag passt auch meine 24er Bassdrum
Besonders bei den größeren Taschen könnte der Durchmesser bzw. die Höhe aber noch optimiert werden. Das 22“ Bag fällt sehr groß aus, hier geht auch meine 24“ x 14“ Sonor Phonic problemlos rein. Entsprechend viel Platz verbraucht die Tasche dann auch im Kofferraum. Beim 16er Tom Bag fehlt es mir dagegen ein wenig an Höhe. Das 16“ x 16“ Standtom mit Gussreifen hat bei aufgelegtem Deckel einen sichtbaren Spalt zwischen den Reißverschlüssen, bei einer Trommel mit geflanschten Reifen ist es besser. Das Bag lässt sich aber mit beiden Trommeln ohne Nachdruck verschließen. Ähnlich fällt das 18“ x 14“ Bag aus: Meine Phonic Bassdrum mit Flügelschrauben (okay, ist jetzt nicht so verbreitet) ist etwas ausladender in der Höhe. Hier wäre dann das ebenfalls erhältliche 18“ x 16“ Modell passender.
2/4hier lässt sich auch meine 24“x14“ Phonic Bassdrum problemlos verstauen.
3/4Für die 18“x14“ Tasche sind die Flügelschrauben der alten Sonor-Bassdrum etwas zu lang.
4/4Vermisse ich bei den Elite-Bags: Seitengriffe für die Bassdrum-Taschen.
Sollte es mal sehr eng sein: die Schaumstoffschicht lässt sich entfernen
Die Elite Bags haben noch einen weiteren Reißverschluss, mit dem sich das Innenfutter öffnen lässt. Hier lässt sich dann auch ohne viel Umstand die Schaumstoffschicht herausnehmen. Falls es also für einen anstehenden Transport mal partout nicht passt, kann man hiermit ein paar Zentimeter mehr an Innendurchmesser bekommen.
1/2Die zusätzliche Polsterung kommt durch eine herausnehmbare Schaumstoffschicht…
2/2sowie eine Kunststoffverstärkung zustande.
Wie sind die Millenium Elite Bags im Vergleich zu normalen Trommeltaschen?
Zum Vergleich: Bei den elastischen Drum Bags, die ich hier aus der Millenium Tour-Linie, von Protection Racket und Ahead Armor zuhauf habe, fällt direkt auf, dass die weicheren Taschen zwar an den Wänden nicht so stark gepolstert / verstärkt, dafür aber deutlich dehnbarer sind, was die oben erwähnten Anbauteile wie Tomhalterungen oder Snare-Abhebungen betrifft. Auch passen Trommeln mit etwas kleinerer Tiefe sehr gut. Ich kann beispielsweise eine 14“ x 5“ Snare problemlos in einem 14“ x 6,5“ Bag verstauen, ohne dass die Trommel herumrutscht. Die Millenium Classic-Linie ist noch eine ganze Spur einfacher und wird von mir eigentlich nur zum Einlagern benutzt.
Im Vergleich zu herkömmlichen Bags sind die Elite-Versionen wesentlich stabiler, aber auch nicht so flexibel.
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Fazit
Mit ihrer robusten Bauweise bieten die Millenium Elite Drum Bags deutlich mehr Schutz als gewöhnliche Softbags. Hier kann man also auch mit gutem Gewissen mal dem Bandkollegen eine Trommeltasche zum Einladen überlassen. Die Modellauswahl ist recht groß und die Preise sind im Vergleich zu Hard Cases und Bags der großen Marken überraschend günstig. Am besten haben mir die Snaretaschen gefallen. Für meinen Geschmack sollten die Bassdrum-Taschen noch Griffe haben, auch ist die Passform bei Toms mit größeren Halterungen etwas knapp. Beim 16“ x 16“ Standtom-Bag hat es mir etwas an Höhe gefehlt, während die Tasche in 22“ x 18“ zwei Zoll größer vom Innendurchmesser ausfällt. Trotzdem kann ich eine individuelle Antestempfehlung aussprechen.
Breite Modellauswahl und deutlich stabiler als normale Softbags – und das zu einem erstaunlich günstigen Preis: die Millenium Elite Drum Bags.
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