Source Audio Encounter SA 264 Delay-Reverb Test

Mit dem Source Audio Encounter bringt der amerikanische Hersteller aus Woburn in Massachusetts eine Delay-Reverb-Kombination mit zwei unabhängigen Effekt-Engines auf den Markt. Zur Auswahl stehen 12 Effekte (6 Delays + 6 Reverbs), von denen zwei Algorithmen seriell oder parallel in Stereo kombiniert werden können. Das Encounter basiert auf dem von uns bereits getesteten Collider Delay+Reverb, legt aber einen Schwerpunkt auf Ambient-Effekte. Wie bei Source Audio üblich, verfügt das Pedal über interne Preset-Speicher, eine MIDI-Implementierung und kann über die hauseigene Neuro 3 App verwaltet werden. Ob der amerikanische Hersteller mit seiner neuen „ambience machine“ zu überzeugen weiß, lest ihr im Test. 

Source Audio Encounter SA 264 Delay-Reverb Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • allgemeine Soundqualität
  • übersichtliche Bedienung
  • flexible Routing-Optionen
  • Software-Editor
Contra
  • Stereo-Split-Routing (noch) nicht am Pedal aktivierbar
Artikelbild
Source Audio Encounter SA 264 Delay-Reverb Test
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Source Audio Encounter – Das Wichtigste in Kürze

  • Dual-Engine Delay + Reverb
  • 12 Effektalgorithmen (6 Delays + 6 Reverbs)  
  • 2 beliebige Effekte in Serie oder parallel kombinierbar
  • 8 Preset-Speicher (128 via MIDI)
  • MIDI-In/MIDI-Thru (PC, CC-Messages) 
  • Made in China

Aufbau und Bedienung des Source Audio SA 264

Das Encounter sitzt in einem (BxHxT) 117 x 55 x 117 mm großen Gehäuse, bringt 473 Gramm auf die Waage und kann mit einem Standard-9-V-Netzteil (mind. 300 mA) betrieben werden. Als zentrales Bedienelement dient ein Rasterpoti zur Anwahl von zwei beliebigen Algorithmen aus einer Sammlung von 6 Delays und 6 Reverbs. Dabei sind auch Delay/Delay- bzw. Reverb/Reverb-Kombinationen möglich. In Betrieb genommen werden die beiden Effekt-Engines über separate Fußschalter (Delay, Reverb), von denen der linke auch zum Eintippen des Tempos (Tap) inklusive Subdivisionen genutzt werden kann.
Solange sich das Pedal im Bypass befindet, dienen die Fußschalter außerdem zur Anwahl der 8 internen Preset-Speicherplätze (durch Halten und Loslassen). Alternativ ist dies über einen kleinen Druckschalter (Select) zwischen den Fußschaltern möglich.

Flexible Routing-Konfigurationen

Das Encounter kann zwei beliebige Effekt-Algorithmen gleichzeitig laden, um sie wahlweise kaskadiert (Effekt A -> Effekt B) oder parallel (Effekt A / Effekt B) auszugeben. Jede Kombination wird dabei in Mono oder als Stereo-Image an die beiden Ausgänge gesendet. Wer in Stereo unterwegs ist, hat außerdem die Möglichkeit, je einen Effekt auf einen der Ausgänge zu routen (Split Stereo). Als Eingänge stehen ebenfalls zwei Inputs zur Verfügung, womit das Encounter in der Lage ist, Mono- und Stereo-Signale in jeder Ein- und Ausgangskonstellation zu verarbeiten.

Fotostrecke: 5 Bilder Als zentrales Bedienelement dient ein Rasterpoti zur Anwahl von zwei beliebigen Algorithmen aus einer Sammlung von 6 Delays und 6 Reverbs.

Mehrere Multi-Funktions-Potis sorgen für Ordnung auf dem Bedienfeld

Zur Bearbeitung stehen sechs Potis bereit, mit denen verschiedene effektspezifische Parameter wie Delay, Pre-Delay, Mix, Feedback, Decay oder Tone geregelt werden. Ein kleiner Wahlschalter (Knobs) bestimmt dabei, ob die Delay- oder die Reverb-Engine betroffen ist, sodass fast alle Potis eine Doppelfunktion haben (z. B. Delay-Feedback/Reverb-Decay). Zwei extra Potis namens Control 1 und Control 2 sind für algorithmusspezifischen Parameter (Modulation, Pitch etc.) zuständig und können ebenfalls auf beide Effekt-Engines angewandt werden. Für die externe Steuerung stehen neben den MIDI-Anschlüssen an den Gehäuseseiten zwei Inputs (Control Input, Pedal In) für Fußschalter oder Expression-Pedale bereit. Außerdem lassen sich alle Funktionen des Pedals bequem über den kostenlosen Neuro 3 Software-Editor verwalten und speichern. Hier ist es auch möglich, Presets über die Source-Audio-Community-Cloud zu teilen. Für ein tieferes Verständnis aller Effekt-, Routing- und Steuerungsoptionen empfiehlt sich ein Blick in das umfangreiche Manual auf der Herstellerseite.

Die Delay- und Reverb-Algorithmen des Encounter im Überblick

Delay-Engines

  • Noise Tape: Bandecho-Emulation
  • Resonant: Analog-Delay mit Tiefpassfilter
  • Drum Echo: Trommelecho-Emulation
  • Echoverb: Digital-Delay + Plate-Reverb
  • Kaleidoscope: moduliertes Delay + Reverb
  • Helix: Pitch-Shift-Delay

Reverb-Engines

  • Hypersphere: moduliertes Ambient-Reverb
  • Shimmers: Pitch-Shift-Reverb
  • Trem-Verb: Tremolo-Reverb
  • Reverse: Reverse-Reverb + Modulation
  • Lo-Fi: Reverb mit Modulation und Distortion
  • Swell: Auto-Swell-Reverb

Das Source Audio Encounter im Praxis-Check 

Für den Test sitzt das Encounter hinter einem Universal Audio Dream ’65 Reverb Amplifier und wird in Stereo aufgezeichnet. Beim ersten Antesten der einzelnen Effekt-Algorithmen offenbart sich das Encounter als hervorragend klingendes Delay- und Reverb-Pedal mit durchgehend geschmackvoll gewählten Effekten. Besonders positiv fällt mir dabei auf, dass jede Effekt-Engine einzeln im Stereo-Image ausgegeben wird und es sich nicht bloß um zwei Mono-Effekte in einem Gehäuse handelt.

Die Hallsektion konzentriert sich vor allem auf ausladende und „große“ Hallfahnen und sorgt mit optionalen Modulations- und Pitch-Effekten für sphärische Momente. Trotzdem ist es dank der zahlreichen Effektparameter auch möglich, „natürlichere“ Raumklänge zu erzeugen. Ansonsten deckt das Encounter hier eine breite, aber nicht übertrieben große Palette an Ambient-, Shimmer- und Mod-Reverbs ab.

Die Delay-Seite ist in dieser Hinsicht noch etwas breiter aufgestellt und liefert bei Bedarf mehr als überzeugende Analog-Delay-Sounds aus den Bereichen Tape, Disk und BBD. Auch die Digital-Delays mit integrierten Reverb-, Pitch- und Modulationseffekten wissen klanglich zu überzeugen und wirken nie überladen oder „reißerisch“. 

Effekt- und Routing-Kombinationen eröffnen sphärische Stereobilder

Beim Kombinieren der beiden Effektseiten ergeben sich unzählige weitere Klänge und Texturen. Besonders aufgeräumt und detailreich klingt dabei das parallele Routing der beiden Engines. Auch der Stereo-Split sorgt für willkommene Abwechslung und eignet sich besonders gut für die Kombination von zwei Delays oder Reverbs. Schade nur, dass dieser Routing-Modus als einziger nicht am Pedal, sondern ausschließlich über den Software-Editor aktiviert werden kann. Was das Funktionslayout angeht, lässt sich das Pedal nach kurzer Einarbeitung intuitiv bedienen und auch die Doppelbelegung der meisten Potis funktioniert in der Praxis problemlos. Bei den externen Steuerungsoptionen punktet das Encounter mit einem tadellos funktionierenden Software-Editor, der besonders beim Verwalten von Presets und tiefergehenden Settings die Arbeit erleichtert. Auch die Einbindung von externen Fußschaltern und Expression-Pedalen funktioniert ohne Probleme und eröffnet weitere Möglichkeiten zur dynamischen Nutzung der Effekte.

Source Audio Encounter Delay & Reverb Pedal Test

Die 12 Effektalgorithmen des Encounter und ihre „Spezialeffekte“

Wir starten den Praxisteil mit einem Überblick über alle 12 Effektalgorithmen, aufgeteilt in vier Blöcke. Jeder Effekt wird dabei sowohl ohne als auch mit seiner jeweiligen Modulationsoption (beide Control-Potis in der 12-Uhr-Stellung) angespielt.

Audio Samples
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Noise Tape->Resonant->Echoverb, Mod off/on (Tele) Kaleidoscope->Drum Echo->Helix, Mod off/on (Tele) Hypersphere->Shimmers->Trem Verb, Mod off/on (Tele) Lo-Fi->Reverse->Swell, Mod off/on (Tele)

Weiter geht es mit zwei Delay/Reverb-Kombination in allen verfügbaren Stereo-Routing-Optionen.  

Audio Samples
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Shimmer/Kaleidoscope, Cascade->Parallel->Split (Les Paul) Drum Echo/Hypersphere, Cascade->Parallel->Split (Les Paul)

Die nächsten beiden Beispiele zeigen die Kombination von zwei Algorithmen aus derselben Effektgattung, beide im Parallel-Routing. Im zweiten Beispiel ist außerdem die Hold-Funktion über den rechten Fußschalter aktiviert.

Audio Samples
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Noise Tape/Echoverb, Parallel (PRS) Shimmers/Reverse, Parallel + Hold (Tele)

Mit der Kombination aus Analog-Delay und Lo-Fi-Reverb lassen sich mit kurzen Feedback-Zeiten auch subtilere Raumklänge realisieren. 

Audio Samples
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Resonant/Lo-Fi, Parallel (Tele)

Abschließen hören wir noch eine Kombination aus zwei experimentelleren Ambient-Sounds. Per Expression-Pedal wird hier die Modulationstiefe und -geschwindigkeit gesteuert, während am Ende wieder die Hold-Funktion zum Einsatz kommt. 

Audio Samples
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Helix/Trem Verb, Cascade + Expression + Hold (Les Paul)

Fazit

Das Source Audio Encounter liefert eine sehr überzeugende Gesamtperformance aus Soundqualität, Funktionsumfang und Kompaktheit. Aus den Kombinationsmöglichkeiten von 12 Stereoeffekten und drei Routing-Optionen ergibt sich eine Vielzahl an stets ansprechenden und bei Bedarf auch sehr experimentellen Sounds. Während der Schwerpunkt auf der Reverb-Seite bei den ausladenden und sphärischen Hallfahnen liegt, hat die Delay-Engine auch absolut brauchbare Analog-Echo-Sounds im Gepäck. Zusammen mit den internen Preset-Speichern, den MIDI- und Expression-Optionen und dem tadellos funktionierenden Desktop-Editor bleiben hier eigentlich keine Wünsche offen. Dazu kommt ein sehr durchdachtes Bedienkonzept, das trotz des enormen Funktionsumfangs auch ohne komplizierte Menüführung auskommt.

Source Audio Encounter SA 264 Delay-Reverb Test
  • Hersteller: Source Audio
  • Modell: SA 264 Encounter
  • Typ: Delay+Reverb
  • Herstellungsland: China
  • Anschlüsse: Input 1/2, Output 1/2, MIDI In/Thru, Control Input, Pedal In, USB, Netzteil
  • Regler/Schalter: Delay, Mix, Feedback, Tone, Control 1, Control 2, Subdivision, Knobs, Presets Select, Tap, Switch/Exp
  • Stromversorgung: 9-V-Netzteil (nicht im Lieferumfang)
  • Stromaufnahme: 300 mA
  • Abmessungen: (BxHxT) 117 x 55 x 117 mm
  • Gewicht: 473 g
  • Ladenpreis: 399,00 Euro (Dezember 2025)

Herstellerseite: https://sourceaudio.net

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