Mit der Produktlinie „Kreate Series“ bietet KRK Systems eine Reihe Audio-Monitore mit Bluetooth-Anbindung in gewohnter Qualität zu sehr günstigen Preisen. Im Juni 2025 erschienen drei unterschiedlich große Modelle K3, K5 und K8. Hier im Test ist die mittelgroße KRK Kreate 5. Für wen eignet sich die Kreate 5 und kann sie vielleicht mit den großen, teureren Boxen mithalten?

KRK Systems
Seit 1986 existiert die Marke KRK Systems und gehört mittlerweile zum US-Gitarrenhersteller Gibson. KRK-Boxen haben sich in den vier Jahrzehnten ihres Bestehens einen guten Ruf unter Studiobetreibern und Produzenten erarbeitet. Mit teilweise außergewöhnlich geformten Boxenchassis und ihren gelben Woofermembranen machen die US-Monitore immer wieder auf sich aufmerksam. Neuster Spross ist die Produktlinie „Kreate Series“, mit der Kreative, Produzenten und Musiker gleichermaßen angesprochen werden sollen. Die Speaker werden in China hergestellt.
Bauweise der KRK Kreative 5
Bei der KRK Kreative 5 handelt es sich um eine aktive 2-Wege-Box mit Bassreflex-Port. Die beiden Wege bestehen aus einem 5-Zoll-Tieftöner und einem 1-Zoll-Hochtöner. Die K5 ist für eine Aufstellung im nahen bis mittleren Umfeld von zirka 1 bis 2 Metern konzipiert. Sie ist bi-amped und besitzt einen Class-D-Verstärker für den Woofer und einen Class-A/B-Verstärker für den Hochtöner, mit einer Gesamtleistung von 60 Watt.
Vorderseiteder KRK Kreate 5
Betrachtet man die Frontseite der KRK Kreative 5, so fällt sofort die gelbe Membran des Tiefmitteltöners auf. Der 5-Zoll-Woofer sitzt ein wenig nach innen versetzt und ist in die Kopfplatte mit einem kleinen Waveguide eingelassen. Über ihm – und hinter Gittern – wurde ein kleiner 1-Zoll-Tweeter ebenfalls mit Waveguide-Delle ein klein wenig nach innen versetzt in der Frontplatte platziert.

Zwischen Woofer und Tweeter sitzt links das KRK-Systems-Logo, welches von hinten mit einer weißen LED beleuchtet wird, sobald man die Box einschaltet und sie betriebsbereit ist. Geht die Box nach 30-minütiger Stille in den Standby-Modus, so erlischt diese Hintergrundbeleuchtung. Die Vorderseite besitzt keine Bedienelemente.

Backstage
Auf der Rückseite der KRK Kreative 5 befinden sich die Anschlüsse und Klangeinstellung-Features. Als analoge Audio-Eingänge stehen drei Formate zur Verfügung: ein Cinch-Eingang für unsymmetrische Quellen, eine 1/4-Zoll-Klinkenbuchse und ein XLR-Anschluss. Die beiden Letzteren dienen zur Einspeisung symmetrischer Signale.
Rechts oberhalb der Anschlüsse sitzen drei Drehregler. Die oberen beiden sind jeweils ein Highshelf- und ein Lowshelf-Filter. Sie dienen der Klanganpassung an bestimmte Klangvorlieben oder Anpassungen an Raumgegebenheiten. Mit Regelbereichen von -2 bis +2 Dezibel in den Bässen und -2 bis +1 Dezibel in den Höhen handelt es sich hierbei um dezente recht dezente Filterungsmöglichkeiten.
Das dritte Poti ist ein Lautstärkeregler, mit dem man die Verstärkleistung der Box einstellen kann. Der Reglerweg ist nicht gerastert. Rechtsanschlag liefert maximales Level. Dreht man den Regler komplett nach links, so bekommt unerwarteterweise noch immer ein leises Signal aus den Abhören. Bei einem Regler der solch einen großen Bereich abdeckt, würde ich eigentlich erwarten, dass man die Box mit dem Levelpoti auf Linksanschlag vollständig stumm einstellen könnte.
Ich finde dieses Verhalten aber gar nicht so unpraktisch. So hat man die Möglichkeit ein Stereopaar – oder mehrere Boxen im Multikanalsetup – auf einem geringen Abhörlevel alle identisch einzustellen, obwohl das Levelpoti nicht gerastert ist.



Tip für leises Abhören
Man regelt mit dem „System Level“ übrigens die Ausgangsleistung der Box und nicht die Eingangsempfindlichkeit. Steht die Box in nächster Nähe, beispielsweise auf dem Schreibtisch, so hört man die Abhöre bei voll aufgedrehtem System Level deutlich rauschen. Wer nicht die volle Dröhnung benötigt, sollte die KRK Kreative 5 seitens der Quelle mit voller Lautstärke beschicken und den „System Level“ an der Boxenrückseite auf die gewünschte Lautstärke absenken. Mit jedem bisschen Absenken reduziert man entsprechend zur Signallautstärke hierbei auch das Eigenrauschen der Box.

Unten auf der Rückseite findet man den Stromanschluss und einen Powerschalter. Sowohl das Ein- als auch das Ausschalten verlaufen völlig störgeräuschfrei. Die Box besitzt ein Schaltnetzteil und kann von 100 bis 240 Volt an 50 oder 60 Hertz Wechselstrom angeschlossen werden.
Rückseitig ganz oben sitzt der Bassreflex-Port. Eine Öffnung, die nicht nur die untere Grenzfrequenz absenkt, sondern die der gemeine User auch als Grifföffnung missbrauchen kann.
Bluetooth und ein Multitaster
Die Kreate Series von KRK besitzt durch alle drei Modelle hinweg die Fähigkeit, Geräte per Bluetooth anzubinden. Die K5 besitzt hierfür einen kleinen, transluzenten Taster oberhalb der Cinchbuchse. Durch im Handbuch näher beschriebene Druck-Manöver führt man die üblichen Bluetooth-Programmierungen durch. Abhängig vom System-Level quittiert die Box die jeweiligen Funktionen mit verschiedensten Soundeffekten – in leiser oder eben auch voller Lautstärke. Eine schöne Idee, die mich aber im Laufe der Zeit persönlich eher genervt hat, denn die Box meldet mit jedem neuen Einschalten erneut, wenn Sie mit einer bekannten Bluetooth-Quelle Verbindung aufgenommen hat.
Mit Hilfe des Bluetooth-Tasters lässt sich auch die Auto-Standy-Funktion schalten. Durch dreimal kurz Drücken des Buttons wird sie deaktiviert und falls nötig mit zweimal kurz Drücken auch wieder reaktiviert, beziehungsweise quasi scharfgeschaltet. Der Stromsparmodus tritt nach 30 Minuten Stille ein, und wird an der Vorderseite der Box durch Erlöschen der weißen Logo-Beleuchtung signalisiert. Liegt erneut ein Audiosignal an, erwacht die Box aus ihrem Tiefschlaf, das Logo leuchtet und die Speaker spielen wieder.
Die Bluetooth-Wiedergabe und auch alle drei analogen Eingänge können simultan verwendet werden. Praktisch, wenn man als Musiker zu einem Playback vom Mobilgerät mitspielen möchte oder seinen Mix in der DAW mit Songs vom Mobilgerät vergleichen möchte.

Lieferumfang
Im Lieferumfang der KRK Kreate 5 befinden sich ein Stromkabel und eine Bedienungsanleitung.