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Universal Audio Apollo x4 Test

Praxis

Edles Stück Hardware


Ich möchte es noch mal explizit sagen: Das Universal Audio Apollo x4 ist ein verdammt gutes Interface, sehr hochwertig verarbeitet, schön anzufassen und anzusehen. Alle Anschlüsse sind da, wo sie praktischerweise hingehören. Das Display ist klar strukturiert und in jeglicher Hinsicht gut zu erkennen. Die einzige Sache, die es zu beachten gilt: Die Unterseite ist mit reichlich Lüftungsöffnungen versehen, wodurch das Innere unliebsamen Kontakt mit muckerbedingtem Siff haben könnte.

Vorsicht nasser Boden: Das X4 sollte sicher stehen, nicht das noch Flüssigkeit in das Innere gelangt.
Vorsicht nasser Boden: Das X4 sollte sicher stehen, nicht das noch Flüssigkeit in das Innere gelangt.

Klang


Das Universal Audio Apollo x16 hat mich bereits vor einem Jahr mit seinen Sound überzeugt, sodass ich mich als langjähriger RME-Fan von meinem UFX+ getrennt habe. Klanglich konnte ich zum x4 keinen Unterschied ausmachen. Es spielt mit klaren Mitten, starken Bässen sowie feinen, edlen Höhen. Die Impulsdarstellung ist hervorragend und die Stereobühne wird präzise und weit aufgespannt. Alles in allem ist der Klang als äußerst musikalisch und plastisch zu bewerten. 
Die Preamps lösen ebenfalls edel auf, und bieten in Verbindung mit Unison reichlich Kreativspielraum. Die globale Latenz ist mit 5ms in Ableton Live bei 44,1 kHz, 32 Samples und deaktivierter Input Delay Compensation auf meinem 2016 Mac Book Pro ebenfalls gering. Zu beachten gilt nur, dass beim beim Betreiben mehrer Interfaces gleichzeitig (Chaining via Thunderbolt) die Systemauslastung und auch die Latenz durchaus steigt. Dicke Sessions die mit einem Interface und 32 Samples noch geradeso knack-frei liefen benötigen nach dem Chaining dann 128 Samples Puffer.

Console mit vielen Möglichkeiten

Das UAD-2-Konzept der mitgelieferten Console-Software ist einzigartig und es gibt kein Interface, das so viele Möglichkeiten bereits beim Tracking mitbringt. Allein die Echtzeitfähigkeit und schiere Auswahl an Preamps, Guitar-Amps und Effekten ist ein Alleinstellungsmerkmal der Console für sich – es lohnt sich meiner Einschätzung aber nur für „echte“ Musiker, die sich selbst aufnehmen, sprich Gitarre und Gesang.
Für elektronische Producer ist es hingegen Overkill, zumal es denen in der Regel auf die Anzahl der Plugins ankommt. Und da sind die Satellites vom Preis-Leitungs-Verhältnis dann durchaus besser. Die Routingmöglichkeiten der Console sind an ein klassisches Mischpult angelegt und für den ein oder anderen damit durchaus limitiert – die vielen Möglichkeiten meines alten RME UFX+ mit den vielen Submixen vermisse ich schon hin und wieder.

Fotostrecke: 5 Bilder Mit vier hochwertigen Preamps kann man schon eine Menge anstellen!
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Ebenfalls schön gelöst ist die Kaskadierung: Das X4 und das X16 sind eine tolle Kombination und liefern dem X16 fehlenden Kopfhörerausgänge, Preamps und natürlich mehr DSPs. Das X4 dient dann als Tabletop-Remote, egal also ob ich am X16 oder X4 drehe, es wird der selbe Ausgang lauter oder leiser.

Ausreichend Power


Mit vier DSPs kann man was anstellen – soviel ist das dann aber auch nicht, weil immer mehr UAD-2-Plugins ordentlich Leistung brauchen. Klar, es gibt die Satellite-Erweiterungen jetzt auch mit Thunderbolt 3, aber wer will das mobil dabei haben? Für das Tracking reicht Gebotenes mehr als aus und im Mix muss man eben freezen – aber man stelle sich einfach mal kurz vor, es gäbe das Apollo x4 mit acht Kernen. Das wäre doch was!

Im folgenden Video seht ihr ein kleines One-Shoot-Video mit den X4 Preamps und entsprechenden Unison-Effekten – für den kleinen Rough-Mix am Ende des Videos reicht die Leistung des X4 aber nicht aus. Bloß gut also, dass ich noch ein UA Apollo X16 zur Hand hatte.

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Stolzer Preis


Das Apollo x4 ist ein hervorragendes Interface, aber es kostet stolze 1800 Euro. Zum Vergleich: Das Twin X Quad kostet 1400 und das Twin X Duo 900 Euro. Anders ausgedrückt: Für zwei DSPs mehr (also Twin X Duo vs. Quad) möchte Universal Audio 500 Euro extra haben. Für noch mal 400 Euro oben drauf bekommt man dann das x4 und dafür gibt es zwei Preamps, zwei Line Outs, einen Kopfhörerausgang und auch einen ADAT Out mehr. Noch mal anders gedacht: Anstatt einem x4 könnte man theoretisch zwei Twin X Duo für das gleiche Geld kaufen und hätte in der Summe fast identische, wenn nicht sogar bessere Features – das geht praktisch aber nicht, da bei einer Kaskade immer nur ein Desktop-Apollo dabei sein darf. Kurzum: Das alles sind keine verhältnismäßigen Preise, sondern sehr strategische – ist halt so, muss man aber auch nicht gut finden. Zumal die UAD-2-Plugins auch nicht gerade günstig sind, erste Deals gibt es aber bereits nach der Registrierung.
Außerdem sollte man die Augen immer nach Promos offen halten: So bekommt man beispielsweise bis zum Ende des Jahres beim Kauf der größeren Apollos ein Sattelite gratis dazu. Und UA macht immer mal wieder solche Deals.

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Profilbild von Diallo Cheick oumar

Diallo Cheick oumar sagt:

#1 - 19.11.2019 um 16:06 Uhr

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Hallo ich wurde sehr gerne diese twin X4 kaufen aber es besser als apogee quartet ? Ich wurde gern wissen von Ihr Seite wie klingt apollo twin X in vergleich mit apogee quartet ?

Kommentare vorhanden
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