Der Strymon Fairfax Preamp entstammt der Analog-Serie des amerikanischen Boutique-Herstellers und widmet sich der Schaltung des Garnet Herzog Tube Drive. Diesen raren Preamp hatte der kanadische Techniker Gar Gillies Mitte der 1960er-Jahre für den Gitarristen Randy Bachman entwickelt. Laut Strymon handelt es sich beim Fairfax um einen analogen Vollverstärker im Pedalformat, der mithilfe von JFETs die Sättigung und harmonische Verzerrung einer mehrstufigen Champ-Style-Röhrenschaltung inklusive Ausgangsübertrager nachbilden soll. Ob das authentisch gelingt, zeigt der folgende Test.

- tadellose Verarbeitung
- charakteristische Sounds von angeraut bis Fuzz
- Boost-Funktion für bereits angezerrte Amps
- dreckige Zerrsounds
- Sag-Regler-Variationen für leicht kaputte Klänge
- keins
Was ist der Garnet Herzog Tube Drive, der als Vorbild für das Strymon Fairfax dient?
Der Garnet Herzog Tube Drive war ein kleiner 5-Watt-Röhrenverstärker, ähnlich dem Fender Champ, der als Overdrive-/Distortion-Einheit genutzt wurde. Statt eine Lautsprecherbox anzutreiben, wurde das Signal stark gedämpft und anschließend in den Eingang eines zweiten Gitarrenverstärkers gesendet. So erhielt man den Klang einer voll aufgerissenen Röhrenendstufe – inklusive Endstufenkompression und Obertönen – ohne die übliche extreme Lautstärke. Entwickelt wurde der Tube Drive Mitte der 1960er-Jahre vom kanadischen Amp-Designer Gar Gillies für Randy Bachman (The Guess Who, Bachman-Turner Overdrive). Er gilt als einer der ersten Versuche überhaupt, den Sound einer voll ausgesteuerten Röhrenendstufe auf kontrollierte Lautstärke zu bringen. Beim Song „American Woman“ von Guess Who ist der charakteristische Sound zu hören.
Was sind die besonderen Eigenschaften des Strymon Fairfax?
Sound und Schaltung des Garnet Herzog Tube Drive sind ganz eindeutig das Vorbild für den Strymon Fairfax. Zu diesem Zweck realisierten die Strymon Analog-Spezialisten die entscheidenden Elemente einer Champ-ähnlichen Röhrenamp-Schaltung vollständig mit analogen Bauteilen. Weil Röhren oder Ausgangstrafos fehlen, präsentiert sich das Ergebnis im kompakten Pedalformat. Allerdings benötigt der Fairfax eine enorme Betriebsspannung, damit er sich wie ein echter Verstärker verhält. Dafür sorgt das transformatorbasierte Netzteil, das die Eingangsspannung von 9 V Gleichstrom intern auf 40 V umwandelt. Und die verhelfen dem Fairfax zur nötigen Leistung für einen großen Headroom und ein verstärkerähnliches Spielgefühl.
Was bewirkt der Sag-Regler?
Das Strymon Fairfax verfügt über eine variable Sag-Schaltung, die sich laut Hersteller wie ein echter Röhrenverstärker verhält. Bei niedrigen Sag-Werten ist das Sättigungsverhalten sanft und nur leicht komprimiert, während die JFETs bei maximalen Werten „durchdrehen“ und aus der Vorspannung geraten können. Das führt dazu, dass das Signal unterbricht und laut Hersteller zu Sounds führt, die man eher von Fuzz-Effekten kennt.
In welcher Qualität sind die verwendeten Bauteile?
Regler und Schalter sind von besserer Qualität, so wie man das von Strymon-Pedalen gewohnt ist. Die Regler besitzen weiße Marker, sodass man die Einstellungen auch auf dunklen Bühnen noch gut erkennen kann. Und der Fußschalter arbeitet absolut knackfrei.
Entspricht das Angebot dem Preis?
Das Strymon Fairfax überzeugt nicht nur bei der Qualität von Schaltung und Bauteilen, sondern hat auch klanglich einiges zu bieten. Natürlich ist es ein Charakterpedal mit individuellen Eigenschaften und einem Sound, der weniger ein Schönfärber ist, sondern den Ton in eine schmutzigere Richtung lenkt. Aber das Gesamtpaket stimmt, weshalb auch der Preis von 229 Euro (August 2026) für mich in Ordnung geht.























