Mit dem Mesa Boogie 90s Dual Rectifier Standard bringt der amerikanische Traditionshersteller ein Reissue des legendären, zweikanaligen Rectifier-Sounds der 90er zurück auf die Bühne. Nachdem die Neuauflage 2025 zunächst in einer Sonderoptik mit schwarzer Treadplate und Chromblende erschien, präsentiert sich die Standardversion nun wieder im klassischen Rectifier-Look mit schwarzem Panel und verchromtem Riffelblech. Technisch bleibt der Amp unverändert.

- authentischer Rectifier-Sound
- dichte, cremige Zerrtextur mit viel Low-End
- gute Definition
- Cleansounds eher unspektakulär
Design, Ausstattung und Bedienung des Mesa Boogie 90s Dual Rectifier Standard
Der Mesa Boogie 90s Dual Rectifier Standard steckt in einem schwarzen Topteilgehäuse mit den Maßen 65 × 25 × 25 cm (B × T × H). Unterhalb der chromfarbenen Treadplate befindet sich das schwarze Bedienpanel mit den Reglern für zwei Kanäle, die jeweils Master, Presence, Bass, Mid, Treble und Gain bieten. Ergänzt wird die Frontsektion durch den Loop-Active-Master-Regler, der als globaler Lautstärkeregler arbeitet, sobald der Effektloop aktiviert ist. Der Netzschalter bietet zudem die beiden Betriebsarten Bold und Spongy, auf die wir im Praxisteil näher eingehen werden. Auf der Rückseite finden sich der Channel-Switch, die Umschaltung zwischen Röhren- und Siliziumgleichrichtung, ein FX-Loop sowie ein Slave-Out samt Level-Regler. Dazu kommen fünf Speaker-Ausgänge mit 16, 8 und 4 Ohm sowie Anschlüsse für Kanal- und FX-Loop-Fußschalter. Über den Loop-Select-Schalter lässt sich festlegen, ob und wie der Effektloop in den Signalweg eingebunden wird, während der Bias-Switch den Betrieb mit 6L6- oder EL34-Endstufenröhren ermöglicht.
Zwei Kanäle, viele Gesichter
Die Orange-Channel-Gain-Switches auf der Rückseite legen fest, ob der Orange-Kanal im Clean- oder im Variable-High-Gain-Modus arbeitet. Das Channel-Cloning erweitert diese Flexibilität, indem die typischen Voicings der beiden Kanäle nicht fest vergeben sind: Der Orange-Kanal kann also auch in Richtung Red/Modern geschaltet werden, während der Red-Kanal das Orange/Vintage-Voicing übernehmen kann. So lassen sich z. B. zwei ähnliche Grundsounds mit unterschiedlichen Gain-, EQ-, Presence- und Master-Einstellungen nutzen.


