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Supro 1695TH Black Magick Test

Praxis

Sound

Der Supro Black Magick ist ein absoluter Purist. Bis auf den eingebauten Tremoloeffekt gibt es keine besonderen Extras wie Einschleifweg oder Kanalumschaltung. Deshalb sind die Eingriffsmöglichkeiten in die Soundgestaltung zwangsläufig auch stark limitiert.
Je lauter man den Amp dreht, um so stärker komprimiert er und um so mehr Verzerrung kommt ins Spiel. Mit einem einzelnen Klangregler ist man hier nur bedingt flexibel und im Grunde ist das brauchbare Einstellfenster auch nicht wirklich groß. Vor der 10-Uhr-Position wird es schnell zu muffig und ab 15 Uhr gehen die Bässe allmählich verloren und der Ton wird zu dünn. Je nach verwendeter Box und Verzerrungsgrad lässt sich der Amp aber erstaunlich gut an das individuelle Setting anpassen. Insgesamt klingt er bemerkenswert fett und mächtig, obwohl der Bereich unter 100 Hertz ausgedünnt ist. Mit der Brachialität eines Marshall-Kraftpaketes hat das jedoch nichts zu tun, was aber völlig in Ordnung ist, denn schließlich befindet man sich mit 25 Watt in eher gemäßigten Regionen, die für gesittete Proben und Clubgigs völlig ausreichen. In meinem ersten Soundbeispiel stelle ich euch zuerst einmal die Wirkungsweise des Tone-Reglers vor. Das Beispiel besteht aus insgesamt drei Teilen und beginnt mit der 9-Uhr-Position. Hier ist der Ton noch relativ dumpf und eignet sich bestenfalls für eher ausgefallene Sounds. Im zweiten Drittel steht der Tone-Regler dann auf 12 Uhr und der Amp zeigt sich recht ausgeglichen. Zwischen 12 Uhr und 14 Uhr klingt es für meinen Geschmack am besten. Zum Schluss hört ihr dann die 15-Uhr-Einstellung, die mit einen deutlichen Bassverlust einhergeht.

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Toneregler 9 / 12 / 15 Uhr

Wenn man nur einen Kanal verwendet, kann man dem Amp relativ cleane Sounds entlocken. Das Ganze hat aber nichts mit einem klaren Fendersound zu tun, denn dazu klingt der Amp insgesamt einfach zu rotzig. Der Ton bleibt mit Singlecoils bis in die 12-Uhr-Position des Gain-Reglers einigermaßen clean und klingt sehr organisch und leicht rauchig.

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Kanal 2: Gain 12 Uhr, Tone 13 Uhr

Bei 15 Uhr klingt der zweite Kanal, den man hier ja einzeln ansteuern kann, rockig angezerrt. Der Sound ist kantig und rau, also ein idealer Ausgangspunkt für viele Sounds, wenn man mit Boostern und klassischen Overdrive- oder Fuzzpedalen arbeitet. Ein weiterer Vorteil ist der, dass man mit der Unterstützung von Pedalen so auch bei angenehmeren Lautstärken abrocken kann. Aber wie man es auch dreht und was auch immer man vor den Supro Black Magick schaltet, einen Metalsound bekommt man nicht hin, denn dazu klingt der Amp einfach zu klassisch.

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Kanal 2: Gain 15 Uhr, Tone 13 Uhr
Das Supro 1695TH Black Magick Vollröhrentopteil liefert charakteristische Cleansounds und harmoniert auch hervorragend mit klassischen Overdrive- und Boosterpedalen.
Das Supro 1695TH Black Magick Vollröhrentopteil liefert charakteristische Cleansounds und harmoniert auch hervorragend mit klassischen Overdrive- und Boosterpedalen.

Kommen wir zur Kombination beider Kanäle unter Verwendung der ersten Buchse. Hier lassen sich noch feinere und gleichzeitig auch höhere Gainstufen abrufen. Der Ton weist eine insgesamt höhere Kompression auf und klingt fetter. Trotzdem sind auch hier bei entsprechend niedrigen Lautstärken weiche und voluminöse Cleansounds möglich.

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Beide Kanäle kombiniert: Gain 9 Uhr, Tone 13 Uhr

In der 12-Uhr-Stellung beider Volume-Regler hat der Amp fast schon Vox-artige Qualitäten. Er strotzt dank seiner kochenden Class-A-Endstufe nur so vor Obertönen. Das Ergebnis ist ein überzeugender und rotziger Vintagesound, der nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Studio zu verblüffenden Soundergebnissen führt. Allerdings ist der Amp jetzt schon relativ laut, was besonders bei Clubgigs schon zu viel des Guten sein kann.

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Beide Kanäle kombiniert: Gain 12 Uhr, Tone 13 Uhr

Hier noch ein Soundbeispiel mit Dreiviertelgas-Gain. Gerade weil der Sound mit dem Halspickup je nach Anschlag schon leicht sumpfig klingt, gefällt mir diese Einstellung sehr gut. Man kann den Ton mit dem Anschlag gut formen und dabei gleichzeitig viele Klangnuancen aus dem Verstärker herauskitzeln. Dabei ändert sich auch, je nach Einstellung, der Obertongehalt und die Sättigung, was den Klang sehr lebendig macht.

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Beide Kanäle kombiniert: Gain 16 Uhr, Tone 13 Uhr

Zum Schluss möchte ich euch noch den Tremoloeffekt vorstellen. Er kann mit den beiden Reglern Depth und Speed eingestellt werden und klingt sehr organisch und weich. Das Audiobeispiel besteht aus einer langsamen und einer schnellen Einstellung, wobei der Depth-Regler bei beiden auf Maximum steht.

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Funktion Tremolo Effekt
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