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Steinberg UR22 mkII Test

Praxis

Simple Bedienung

Die grundsätzliche Installation des Steinberg UR22 mkII ist denkbar einfach: Anstecken und los geht es – zumindest auf dem Mac und dem iPad. Windows Nutzer brauchen Treiber, genau wie Apple-User, die die Loopback-Funktion nutzen wollen. Hierbei werden die Eingänge mit den Playbacks vom Rechner gemischt und wieder an den Computer zurückgegeben, sodass man diese Stereomixes dann unkompliziert streamen kann. Weitere Infos findet ihr im Handbuch.Die Bedienung ist aufgrund des einfachen Charakters des Interfaces sehr simpel und Fehlbedienungen sind praktisch ausgeschlossen. Auch die einfache Möglichkeit zum Vorhören via Direct-Monitoring und Mix-Regler dürfte für die meisten, simplen Belange vollkommen ausreichend sein.

Gute Performance

Auch die Performance des Audio-Interfaces ist vorbildlich. So gab es während meines Testzeitraums keine Abstürze oder sonstigen Anomalien. Selbst die Latenz des Steinberg UR22 mkII bewegt sich in einem guten Umfeld. Auf meinem Mac erzielte ich in Ableton Live eine globale Latenz von 7,76 ms bei 32 Samples und 44,1 kHz. Zum Vergleich: Mein High-End RME UFX+ schafft hier 4,29 ms. Das ist also schon gut, allerdings etwas schlechter als beim Vorgänger, was ich auf den nun omnipräsenten Class Compliant Treiber für die notwendige iOS Kompatibilität zurückführen würde. Man kann eben nicht alles haben – dennoch: Alles noch im Rahmen.

Fotostrecke: 7 Bilder Die globale Latenz in Ableton Live bei 44,1 kHz und 32 Samples: 7,76 ms.
Fotostrecke

Sehr guter Sound

Wichtiger als die Performance ist aber der Klang. Der ist nach wie vor ziemlich gut für ein Gerät dieser Preisklasse – auch, wenn die Preamps mit ihren gerade einmal ca. 55 db Gain nicht gerade zu den Stärksten zählen. Sauber und rauschfrei lösen sie allemal auf, wenn auch mit einer etwas leicht basslastigen Tendenz. Der Charakter beider Testmics wird dennoch gut eingefangen, genau wie der knackige Sound des DI-Signals.
Der Ausgang klingt nun auch etwas besser als beim Vorgänger, was sich durch eine bessere Transienten-Wiedergabe äußert. Auch der Kopfhörerausgang spielt ausreichend laut, wobei auch hier die etwas bassige Tendenz aufällt, welche an dieser Stelle aber durchaus gefällt.

Audio Samples
0:00
Acoustic – Stereo Acoustic – Mono / Shure SM57 Acoustic – Mono / BPM CR-37 Shaker – Stereo Shaker – Mono / Shure SM57 Shaker – Mono / BPM CR-37 Bass – DI

iOS bzw. iPad vs. iPhone

Warum das Interface nicht richtig mit dem iPhone funktioniert, erschließt sich mir nicht ganz. Das Interface wird an meinem iPhone 7 Plus zwar erkannt, spielt auch ab – dennoch sind ca. alle 30 Sekunden nervige Artefakte wahrzunehmen. Auf meinem etwas in die Tage gekommene iPad Mini funktioniert jedoch Alles prima. Dies kann übrigens nicht als Minus gewertet werde, da Steinberg selbst nur von iPad-Unterstützung spricht. 

Kommentieren
Profilbild von Wolfgang Lonien

Wolfgang Lonien sagt:

#1 - 13.03.2017 um 15:50 Uhr

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Wäre nett wenn Ihr solche Geräte auch auf Linux testen könntet. Mein Focusrite 6i6 (2nd gen) ist class compliant und also plug & play - dieses hier würd ich vielleicht meinem Bruder (auch Linux) empfehlen, da günstiger...

    Profilbild von TheDiveO

    TheDiveO sagt:

    #1.1 - 07.09.2017 um 17:31 Uhr

    Empfehlungen Icon 1

    Hallo Wolfgang, habe das UR22mkII unter Linux (Kubuntu 17.04) im Einsatz. Es wird sofort von den neueren Linux Kerneln erkannt und korrekt aktiviert. Ebenso funktioniert das UR22mkII auch an Android-Geräten, wie beispielsweise einem Galaxy Tab S und andere (mit Android 5.0.x und 5.1.x).Es gibt bei manchen Linux-Applikationen einen seltsamen Effekt, wenn diese über PulseAudio das Audio auf das UR22mkII ausgibt: es schmuggelt sich dann an Anfang des Abspielens ein rund 2sec Fade-In ein, der wirklich nervt. Als Abhilfe scheint es zu genügen, die betroffenen Applikationen auf ALSA umzustellen.Allerdings sind nicht alle Linux-Applikationen betroffen, wenn sie PulseAudio benutzen, sondern nur einige, wie beispielsweise Kdenlive (und dort ist das Verhalten besonders störend, weil es immer wieder beim stop/play auftritt). Einfach auf ALSA umstellen und gut ist.

    Antwort auf #1 von Wolfgang Lonien

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