SPL CABULATOR Test

Details

Gehäuse/Aufbau
Auch optisch setzt sich der Cabulator von seinem 19“ Kollegen ab.
Er ist in einem robusten Stahlgehäuse untergebracht, das mit zahlreichen Schlitzen für eine ausreichende Luftzirkulation sorgt. Dabei ist die Ähnlichkeit zu einem Amp nicht von der Hand zu weisen. Sogar ein versenkter Griff auf der Oberseite ist vorhanden. Mit einem Gewicht von drei Kilogramm und einer Größe von gerade einmal 134 x 300 x 207 mm (H x B x T) gehört er definitiv noch ins Handgepäck.

In Sachen „Bedienelementen“ zeigt sich unser Testkandidat insgesamt sehr übersichtlich. Lediglich zwei Chickenhead-Potis und zwei Kippschalter zieren die Front. Eine blaue LED bestätigt den Anschluss eines 9-Volt-Netzteiles.

Das linke Potis sorgt für die stufenlose Leistungsreduzierung und trägt deshalb auch die zutreffende Bezeichnung Power Soak. Der rechte Regler mit der Aufschrift Speaker Voicing simuliert das Verhalten einer Lautsprecherbox, dazu später mehr.
Ein Kippschalter wählt zwischen der Simulation einer offenen oder einer geschlossenen Box, während ein zweiter Schalter die jeweilige Charakteristik bestimmt. Zur Wahl stehen hier die Varianten Vintage und Modern.

Auch die Rückseite bietet keine Überraschungen. Der Lautsprecherausgang des Verstärkers findet logischerweise im „Speaker In“ seine neue Heimat, der Lautsprecher wiederum wird am Power Soak Output angeschlossen. Vervollständigt wird das Ganze durch einen D.I.-Output und die Buchse für das mitgelieferte Netzteil.

Wie schon erwähnt, beschränkt sich der SPL Cabulator ganz solide auf die drei Funktionen Leistungsreduzierung, Lautsprechersimulation und D.I.-Ausgang.

Möchte ich also beispielsweise meinen 50- oder 100-Watt-Verstärker voll aufdrehen, um die Endstufe in die geliebte Sättigung zu treiben, lässt sich die Lautstärke mit dem Power Soak Poti herunterregeln. Anhand der Kippschalter und des Speaker Voicing-Poti hat man anschließend die Option, den Gitarrensound zu verändern, da der Cabulator zusätzlich eine Lautsprechersimulation an Bord hat. Dabei liefert der Speaker-Voicing-Regler die Möglichkeit, das Verhalten einer Lautsprecherbox mit steigendem Schalldruck zu simulieren. Je weiter er nach rechts gedreht wird, desto mittiger wird das Signal und Komprimierung und Pegel wachsen wie bei einer laut betriebenen Lautsprecherbox. Heraus kommt ein D.I. Signal, mit dem sich dann sehr komfortabel im Studio oder live weiterarbeiten lässt. Das funktioniert sogar ganz ohne Box, was normalerweise mit größter Sicherheit das Ableben des Verstärkers zur Folge hätte.

Die Vorteile liegen auf der Hand, denn so wird es sehr komfortabel, Amps ohne Box und Mikrofon zu betreiben und trotzdem professionelle Resultate zu erzielen. Es gibt kein Übersprechen, keine Probleme mit den Nachbarn und keine Platzprobleme mit sperrigen Lautsprechergehäusen. Da der Cabulator analog aufgebaut ist, gibt es auch keine Latenzen. Das bedeutet, dass zum Beispiel das Doppeln von Spuren ohne Phasenprobleme möglich ist, ganz so, als ob von einer Box aufgenommen wird.Software kann das nicht leisten, da der Klang erst errechnet werden muss. Dadurch entstehen Latenzen, die, so gering sie auch sein mögen, für einen erfahrenen Gitarristen sehr wohl spürbar sind. Dazu kommen unter Umständen die erwähnten Phasenprobleme, sodass bei digitalen Gitarrensimulationen der Sound meist dünner wird, sobald mehrere Signale aufeinander liegen.

Als Referenz für den Modern Mode diente bei der Entwicklung des Cabulators eine Marshall 4 x 12“ Box mit G12H Speakern aus den 70ern. Abgenommen wurde diese dann mit einem Shure SM57, das klassische Recording-Setup also.
Für den Vintage Mode kam eine Marshall-Box mit Celestion 65 Speakern zum Einsatz.

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