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Schack Unique V Test

Praxis

Der Schack Unique V fühlt sich für einen ausgewachsenen Fünfsaiter sehr kompakt und wendig an. Sämtliche Shapings liegen genau an den richtigen Stellen, damit nichts irgendwo am Körper drückt. Der Bass hängt daher mit seinem Gewicht von 4,4 kg perfekt balanciert und sehr stabil am Brustkorb des Spielers, und auch die tiefen Lagen sind absolut mühelos zu erreichen. Selbst für den problemlosen Zugang bis zum 24. Bund ist durch ein weit ausgeschnittenes unteres Korpushorn und die spezielle CNF-Halsbefestigung gesorgt. Hier zeigt sich schnell sehr deutlich, das die Ergonomie bei der Entwicklung des Unique-Modells weit im Vordergrund stand – der Bass “passt” mir geradezu wie eine Maßanfertigung und lässt sich ohne jeglichen zusätzlichen Kraftaufwand spielen. Das Halsprofil kann man als eher schlank bezeichnen; es entwickelt sich von einer C-Form in den tiefen Lagen zu einer etwas flacheren D-Form in den hohen Lagen. Tiefe Basslinien und komplexe Akkorde im oberen Bereich gehen damit sehr leicht von der Hand, und das seidige Satin-Finish des Halsrückens sorgt für eine feine, geschmeidige Haptik.
Von diesem hohen Spielkomfort, den mein edler Testkandidat aufgrund seiner durchdachten Konstruktion bietet, bin ich absolut begeistert!

Leichte Punktabzüge gibt es allerdings in Hinblick auf das Setup: der Bass war mit einer mittleren Saitenlage zwar schon sehr ordentlich eingestellt, doch hätte ich für ein ideales Setup mit dem Halsspannstab allerdings gerne noch etwas mehr Krümmung aus dem Hals genommen und die Saitenlage ca. einen halben Millimeter flacher justiert. Beides war mir jedoch leider nicht möglich, da der Spannstab schon komplett angezogen war und der Saitenreiter der G-Saite sich bereits in der tiefsten Position befand.

Der Name Schack Guitars ist schon seit den 1980er-Jahren bekannt. Seit 2010 führt Sohn Nico das Unternehmen, welches Vater Andy Schack gegründet hat.
Der Name Schack Guitars ist schon seit den 1980er-Jahren bekannt. Seit 2010 führt Sohn Nico das Unternehmen, welches Vater Andy Schack gegründet hat.

Nur Positives kann ich allerdings über die Klangqualitäten meines Testkandidaten berichten. Keine Frage, dass für den Unique V nur sehr resonante Hölzer von bester Qualität verwendet wurden, denn die gesamte Konstruktion schwingt ungeheuer stark und gleichmäßig. Auf dem Griffbrett sind absolut keine Töne zu finden, die irgendwie stumpfer oder dünner klingen, die Tondefinition ist in allen Lagen hervorragend und der Bass besitzt sowohl Punch als auch Sustain ohne Ende. In der Tat scheint der Unique V mit seiner speziellen Halsbefestigung die Vorzüge von Neck-Through- und Bolt-On-Bässen zu vereinen: “best of both worlds” sozusagen!
Aber kommen wir nun doch zu den Klangbeispielen, denn schließlich möchtet ihr sicher schnell erfahren, wie sich der Schack-Nobelbass am Verstärker schlägt. Im ersten Beispiel hört ihr den Bass mit neutralem Equalizer, zuerst mit beiden Tonabnehmern, dann den Hals-Tonabnehmer und schließlich den Stegtonabnehmer im Solobetrieb.

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Flat: Erst beide PU, dann Hals-PU, dann Steg-PU

Der Unique liefert ohne EQ einen soliden und runden Sound mit einer deutlichen Betonung der durchsetzungsstarken Mitten und dem typischen Humbucker-Höhenklick. Der moderne Grundklang ist zwar sehr transparent und plastisch, Wärme und Charakter bleiben dabei aber nicht auf der Strecke. Der Halstonabnehmer liefert im Solobetrieb erwartungsgemäß einen fetten preci-ähnlichen Sound, und der Stegtonabnehmer schiebt bei Bedarf die aggressiven Hochmitten in den Vordergrund.
Als nächstes hören uns den neutralen Grundklang des Unique V mit beiden Tonabnehmern in einem Playback an. Mühelos schiebt der Bass ein fettes Fundament unter die Band. Die prägnanten Mitten sorgen dabei für eine erstklassige Durchsetzungskraft im Mix.

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Flat: Grundsound in einem Playback

Mir gefällt der drückende Sound des Unique ohne jeglichen EQ-Einsatz wirklich sehr gut, die ausgefuchste Klangregelung der Schack-Elektronik eröffnet allerdings noch einmal ganz neue Klangwelten. Alle drei Bänder halten ein immens breites Spektrum von möglichen Eckfrequenzen bereit. Der Bass-EQ umfasst den Bereich 100 Hz bis 300 Hz, der Mitten-EQ reicht von 500 Hz bis 1,5 kHz, und der Höhen-EQ ermöglicht Einstellungen im Bereich von 2 bis 8 kHz. Mit diesem mächtigen Werkzeug kann jeder Bassist den richtigen Sound für seine Spieltechnik oder den bevorzugten Musikstil finden – vorausgesetzt, er investiert ein wenig Zeit und Geduld. In der beiliegenden Dokumentation werden sinnvollere oder gängigere Einstellungen besonders hervorgehoben. Wer speziellere Sounds sucht, kann sich relativ schnell durch die anderen Einstellungen switchen – die Handhabung erweist sich als unkompliziert!
Doch genug der grauen Theorie, zum Schluss hören wir uns noch einige Beispiele an, bei denen der effektive und flexible Equalizer der Schack-Elektronik zum Einsatz kommt. Für den folgenden Clip habe ich den Unique komplett auf den Stegtonabnehmer geblendet und den Basssverlust mit einer Portion vom EQ kompensiert.

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Steg-PU, leichter Bass-Boost

Für einen prägnanten Slapsound wurden die Höhen und die Bässe ordentlich geboostet, den Balance-Regler habe ich abermals in die Mittelposition gebracht.

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Slap-Sound: Bass und Treble geboostet

Wer sich beispielsweise in einer Rockband mit lauten Gitarrenwänden Gehör verschaffen muss, braucht einen extrem durchsetzungsstarken Sound mit schneidenden Mitten und crunchigen Höhen. Auch diese Facette stellt den Schack-Fünsaiter nicht vor Probleme! Für den Fingerstyle-Rocksound habe ich die Mitten und Höhen deutlich angehoben, um den Sound im Mix ordentlich nach vorne zu bringen.

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Fingerstyle-Rocksound: Mitten und Höhen geboostet

Zum Schluss machen wir eine komplette Kehrtwende und trimmen den Schack in eine vintagemäßige Richtung. Bei der Aufnahme kam der Halstonabnehmer im Solomodus zum Einsatz, Bässe und Mitten habe ich hierfür leicht angehoben und die Höhen fast komplett herausgedreht.

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Vintage-Sound: Bässe und Mitten leicht angehoben, Höhen-Cut
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