Rohema 5A Speed Sticks, Stick Control Sticks, Evolution Sticks und Carbon Rods Test

Dass Schlagzeugstöcke meistens einen runden Querschnitt haben, aus Holz sind und sich vorne verjüngen, dürfte eine ebenso simple Erkenntnis sein, wie der Umstand, dass Hot Rods aus mehreren dünnen Stäbchen bestehen. Und doch gibt es mehr oder weniger subtile Möglichkeiten, an diesen bekannten Designs etwas zu modifizieren. Rohema hat sich kürzlich der Aufgabe angenommen und drei 5A Stockmodelle sowie neue Hot Rods vorgestellt, die sich spätestens auf den zweiten Blick von der Masse abheben. 

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So besitzt der in Zusammenarbeit mit dem deutschen Drummer Andy Gillmann entwickelte Speed Stick eine spezielle Vertiefung, welche eine deutlich andere Art der Stockhaltung ermöglichen soll. Beim Stick Control Stick wurde eine Art „Orientierungsring“ stehen gelassen, während es beim Evolution Stick deutlich mehr Rebound im Vergleich zu einem normalen 5A geben soll. Bei den Carbon Rods hat man auf das Hightech-Material Carbon zurückgegriffen, was für mehr Attack, eine längere Haltbarkeit und gleichzeitig weniger Gewicht steht. Wie sich diese Innovationen in der Praxis bewähren, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

Inhalte

  1. 5A Speed Stick
  2. 5A Stick Control Stick
  3. 5A Evolution Stick
  4. Carbon Rods
  5. FAZIT

Details & Praxis

Gleiche „Eckdaten“ bei den drei neuen Stick-Pärchen

Unsere drei Stockmodelle basieren auf Rohema’s 5A Typ, bestehen aus griffig lackiertem Hickoryholz und verfügen über dieselben Eckwerte. So beträgt ihre Länge jeweils 40,5, der Durchmesser am Schaft liegt bei 1,43 Zentimetern.  Alle Teststicks weisen eine hervorragende Verarbeitungsqualität und nur minimale Gewichtstoleranzen auf. Bezüglich der Details und des Spielverhaltens gibt es jedoch erhebliche Unterschiede, welche wir uns jetzt genauer ansehen.

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5A Speed Stick

Wie sein Name schon vermuten lässt, soll der Speed Stick die mögliche Schlaggeschwindigkeit erhöhen helfen. Das versprechen viele Hersteller, bei den Rezepten dafür bewegt man sich jedoch meistens im Rahmen der üblichen Parameter wie Gewicht, Länge, Balance und Kopfform. Der Speed Stick greift hier wesentlich radikaler ein. Auf Höhe des Drehpunktes platziert Rohema eine verrundet abfallende Einkerbung, deren Anfang und Ende durch eingefräste Ring-Pärchen markiert werden. Die Idee dazu kommt von Rohema-Endorser Andy Gillmann, der sich dazu den „Speed Grip“ ausgedacht hat, bei dem der Stock nicht zwischen Daumen und Zeige-, beziehungsweise Mittelfinger gegriffen wird, sondern zwischen Zeige- und Mittelfinger hindurch läuft. Die Verjüngung soll die Angelegenheit angenehmer gestalten. Empfohlen wird jedoch, die betreffenden Kontaktstellen an den Fingern mit Tape zu umwickeln. Mit etwas Gewöhnung soll die Umstellung sehr schnelle und organische Ergebnisse liefern. 
Im Einsatz machen die Sticks, konventionell gehalten, wirklich Spaß. Aufgrund der mittigen Vertiefung weisen sie eine auf die Stockmitte hin fokussierte Gewichtsbalance auf, die ich interessant finde und die auch den Klang etwas verändert. Mit dem empfohlenen „Speed Grip“ werde ich persönlich nicht so richtig warm, ich empfinde die Spreizung der Mittelhandknochen durch den Stock als unangenehm, woran auch Tape nichts ändert. Ich habe auch etwas Mühe, meine gewohnte Dynamik zu erreichen, könnte mir allerdings vorstellen, dass dies mit etwas Übung zu bewerkstelligen ist. Hinzu kommt natürlich, dass nicht alle Hände gleich sind. 
Bezeichnung: 5A Speed Stick 
Gewicht pro Teststock: 55 / 55 g
Holzsorte: Hickory
Länge: 40,5 cm
Durchmesser: 1,43 cm
Form der Spitze: eichelförmig
Finish: klare Lackierung

Ein spezieller Stock für eine spezielle Spieltechnik: der 5A Speed Stick.
Ein spezieller Stock für eine spezielle Spieltechnik: der 5A Speed Stick.

5A Stick Control Stick

In gewisser Weise stellt der 5A Stick Control Stick das Gegenteil zum Speed Stick dar, denn er besitzt statt einer Einkerbung eine ringförmige Auswölbung. Die markiert genau den Punkt des Stocks, an dem das optimale Reboundverhalten erzielt wird und soll speziell Anfängern eine haptische Orientierung bieten. Davon abgesehen, ist das Modell identisch zum Speed Stick. Am Set gefällt mir der Stock prima, er ist gut ausbalanciert und der Ring tut, was er soll. Je nach Haltung liegt er vor Daumen und Zeigefinger oder zwischen Daumen und Mittelfinger. Auch Traditional Grip Spieler dürften profitieren. 
Bezeichnung: 5A Stick Control Stick 
Gewicht pro Teststock: 52 / 53 g
Holzsorte: Hickory
Länge: 40,5 cm
Durchmesser: 1,43 cm
Form der Spitze: eichelförmig
Finish: klare Lackierung

Die Auswölbung des Stick Control Sticks dient als haptische Orientierungshilfe für den optimalen Greifpunkt des Stocks.
Die Auswölbung des Stick Control Sticks dient als haptische Orientierungshilfe für den optimalen Greifpunkt des Stocks.

5A Evolution Stick

Auf den ersten Blick sieht der 5A Evolution Stick am „normalsten“ aus, bei genauerer Betrachtung hat aber auch er seine Eigenheiten. Laut Rohema wurde er mit wissenschaftlicher Unterstützung des Instituts für Musikinstrumentenbau (IfM) entworfen und soll außergewöhnlichen Rebound mit ausreichend Druck vereinen. Dafür hat man die 5A Grundform der anderen Modelle grundsätzlich übernommen, den Übergang zwischen Spitze und Schaft jedoch deutlich länger gestaltet. Zusätzlich besitzt das Stockende ebenfalls eine kurze Verjüngung, was – laut Rohema – Balancegründe hat. Doch damit nicht genug, denn der Evolution Stick ist zudem aus etwas schwererem Hickoryholz gefertigt, was das entfernte Material gewichtsmäßig ausgleichen soll. Interessanterweise fühlt sich dieses Modell etwas kürzer und kompakter in der Hand an, was zweifellos an der hinteren Verjüngung liegt. Der Stock klingt zudem am hellsten und liefert aufgrund des etwas massigeren Holzes am meisten Power. Trotzdem ist er nicht kopflastig, was ihn zu einem sehr ausgewogenen Stock macht. 
Bezeichnung: 5A Evolution Stick 
Gewicht pro Teststock: 55 / 55 g
Holzsorte: Hickory (schwerere Sorte als bei den anderen Modellen)
Länge: 40,5 cm
Durchmesser: 1,43 cm
Form der Spitze: eichelförmig
Finish: klare Lackierung

Fotostrecke: 2 Bilder Das Evolution Modell besitzt eine längere Schulter für mehr Rebound…
Fotostrecke

Carbon Rods

Die Besonderheit der Carbon Rods verrät schon ihr Name, denn statt auf die gängigeren Bambus- oder Ahornholzstäbchen setzt Rohema bei den Testexemplaren auf schwarzes Carbonfiber. Auf Naturstoffe wird dennoch nicht ganz verzichtet, die Stäbchen werden nämlich um einen Kern aus Fichtenholz herum gruppiert. Der deutlich verdickte Griffbereich umfasst etwas mehr als ein Drittel der Gesamtlänge von insgesamt 40,5 Zentimetern und fällt durch eine orangefarbene Oberfläche mit wabenartiger Struktur auf. Wie versprochen, sorgt das Material für einen helleren, fokussierten und auch aggressiveren Sound als mein zum Vergleich herangezogenes Bambus Rods Pärchen. Schiebt man die Gummihülsen weit nach vorne, lassen sich akzentuierte Ghostnotes und eine ordentliche Dynamik umsetzen. Breiter und luftiger wird es naturgemäß mit nach hinten geschobenen Ringen. Gut gefällt mir auch, dass die Teile im Verlaufe des Tests praktisch keinerlei Abnutzungserscheinungen zeigen. 
Bezeichnung: Carbon Rods 
Bauart: neun Carbonstäbchen um einen Kern aus Fichtenholz gruppiert
Länge: 40,5 cm
Durchmesser: 1,47 cm

Fotostrecke: 2 Bilder Der deutlich verdickte Griffbereich umfasst etwas mehr als ein Drittel der Gesamtlänge von insgesamt 40,5 Zentimetern.
Fotostrecke

FAZIT

Sehr interessante Modifikationen bekannter Designs liefert der deutsche Stockhersteller Rohema mit seinen vier neuen Schlagwerkzeugen. Der 5A Speed Stick mit seiner mittigen Verjüngung liegt gut in der Hand und bietet eine ungewohnt andere, aber angenehme Gewichtsverteilung. Gleichzeitig soll die Verjüngung zum Spiel mit dem sogenannten „Speed Grip“ animieren, der jedoch sicherlich eine Frage der persönlichen Experimentierlust ist und nicht jedem liegen dürfte. Das Stick Control Modell richtet sich mit seinem „Orientierungsring“ sicherlich auch, aber nicht nur an Drummer, denen ab und zu der optimale Griffpunkt verrutscht. Mit seiner verlängerten Schulter und dem gleichzeitig verjüngten Ende wirkt der Evolution Stick sehr ausgewogen und dürfte jenen gefallen, denen der normale 5A minimal zu kopflastig ist. Griffig und attackbetonter als normale Holz Rods präsentieren sich die Carbon Rods, die zudem deutlich haltbarer sind. Alles in allem haben wir es mit interessanten, exzellent verarbeiteten neuen Spielgeräten zu tun. Antesten wärmstens empfohlen!

Unser Fazit:

Sternbewertung 4.5 / 5

Pro

  • sehr gute Verarbeitung mit minimalen Gewichtstoleranzen
  • durchdachte Modellvariationen
  • flexible und druckvolle Sounds der Carbon Rods

Contra

  • Sticks sind teurer als die Standardmodelle
Artikelbild
Rohema 5A Speed Sticks, Stick Control Sticks, Evolution Sticks und Carbon Rods Test
Alle vier neuen Rohema Schlagwerkzeuge liefern spannende Modifikationen bekannter Designs und sind sehr gut verarbeitet.
Alle vier neuen Rohema Schlagwerkzeuge liefern spannende Modifikationen bekannter Designs und sind sehr gut verarbeitet.
Technische Spezifikationen
  • Hersteller: Rohema
  • Produktionsland: Deutschland
  • Material: Stöcke: Hickory, Rods: Carbon mit Innenkern aus Fichte.
  • Besonderheiten: teils deutliche Modifikation der Anatomie bei den Sticks, Verwendung von Carbon bei den Rods.
  • Modellbezeichnungen: 5A Speed Stick, 5A Stick Control Stick, 5A Evolution Stick, Carbon Rods
  • Verkaufspreise:
  • 5A Speed Sticks: 11,50 EUR
  • 5A Stick Control Sticks: 11,50 EUR
  • 5A Evolution Sticks: 9,50 EUR
  • Carbon Rods: 28,00 EUR

Herstellerseite: www.rohema.de

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Alle vier neuen Rohema Schlagwerkzeuge liefern spannende Modifikationen bekannter Designs und sind sehr gut verarbeitet.

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von Max Gebhardt

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Dario Peter sagt:

#1 - 02.09.2021 um 12:09 Uhr

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