PRS SE P20 & PRS SE P20E Test

Praxis

Beim ersten Anspielen präsentieren sich beide Modelle mit einem nahezu identischen Setup. Manch einer hätte die Saitenlage eventuell noch etwas flacher, gut arbeiten lässt es sich mit der Werkseinstellung der Instrumente aber auf jeden Fall. Mit etwa 1,65 bzw. 1,7 kg (P20/P20E) sind die beiden kleinen Akustikgitarren angenehm leicht, neigen am Gurt aber dennoch nur sehr dezent zur Kopflastigkeit. Dabei sorgen die kompakten Modelle besonders im Stehen bei mir für ein sehr angenehmes Spielgefühl. Schön, dass der Hersteller den Gitarren auch gleich einen zweiten Gurtpin spendiert hat. Im direkten Vergleich wirkt die schwarze P20 ohne Tonabnehmersystem in der Ansprache einen Hauch spritziger als die P20E. Ansonsten kann ich schon jetzt die direkte Ansprache der Modelle bestätigen. Für die Aufnahmen steht heute ein Neumann TLM 103 in etwa auf Höhe des 12. Bunds vor den Gitarren. Das Mikrofonsignal und auch das Pickupsignal der P20E werden von den Unison Preamps eines Universal Audio Apollo Interfaces verstärkt.
Wir starten mit einem Flatpicking, das eine Kombination aus Akkorden und Melodielinien beinhaltet. Dabei hören wir erst die P20 ohne Pickup, anschließend die P20E ebenfalls zunächst über das Mikrofon und dann mit Pickupsignal.

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Beispiel 1: Flatpicking – PRS SE P20 (Mic) Beispiel 1: Flatpicking – PRS SE P20E (Mic) Beispiel 1: Flatpicking – PRS SE P20E (PU)

Auch über das Mikrofon macht sich der mittenfokussierte Ton direkt bemerkbar. Für die Korpusgröße typisch, fällt der Bassbereich schlank aus, das Mahagoni sorgt außerdem für eher gedeckte Höhen. Im direkten Vergleich wirkt der Sound des Piezo-Pickups deutlich voluminöser. Dass sich der Klang des Tonabnehmers dabei nicht am Charakter des Instrumentes orientiert, gibt aber keinen Anlass zur Kritik, sondern ist dem Funktionsprinzip des Systems geschuldet. Einfluss auf den Klang des Pickups lässt sich ansonsten mit einer Tonblende nehmen. Wie das klingt, hört ihr im folgenden Beispiel.

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Beispiel 2: Einfluss der Tonblende des Pickups (PRS SE P20E)
Die PRS SE P20 und P20E Parlor-Modelle zeichnen sich durch einen fokussierten, mittigen und sehr direkten Ton aus.
Die PRS SE P20 und P20E Parlor-Modelle zeichnen sich durch einen fokussierten, mittigen und sehr direkten Ton aus.

Reizvoll empfinde ich die direkte Ansprache beider Modelle bei gleichmäßig angeschlagenen Strummings und auch bei typischer Swing-Begleitungen in Vierteln.
Für Studioaufnahmen könnten die Modelle in diesen Richtungen absolut gewinnbringend eingesetzt werden. Aber hört selbst.

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Beispiel 3: Strumming – PRS SE P20 (Mic) Beispiel 4: Swing Beat – PRS SE P20E (Mic)

Wie man sich bei der Bauweise schon denken konnte, sind die Gitarren beileibe keine Allrounder. Dabei muss man auch eine eingeschränkte dynamische Ansprache in Kauf nehmen. Auch wenn die Instrumente auf einer Aufnahme durchaus für Charakter sorgen können, wirkt der allgemeine Ton der Gitarren doch auch etwas eindimensional und könnte mehr Tiefe besitzen. Bei dieser Bewertung sollte das Preisschild aber auch nicht außer Acht gelassen werden. Hier kommen abschließend noch ein paar weitere Hörbeispiele in unterschiedlichen Spielweisen.

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Beispiel 5: Blues Fingerpicking – PRS SE P20 (Mic) Beispiel 6: Drop D Strumming – PRS SE P20 (Mic) Beispiel 7: Fingerpicking – PRS SE P20E (Mic+PU) Beispiel 8: Fingerpicking – PRS SE P20 (Mic)
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