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Pioneer EFX-1000 Test

Details

Zum Lieferumfang des EFX-1000 gehören lediglich Netzkabel, ein „EFX-Link“-Kabel und das ausführliche deutsche Handbuch. Mit Abmessungen von 320 mm Breite, 234 mm Tiefe und 101 mm Höhe ist der EFX-1000 genau auf die DJM-Serie von Pioneer abgestimmt.

Beim Auspacken entpuppt sich das doch recht große Gerät entgegen meinen Erwartungen mit seinen 2,4 kg als relatives Leichtgewicht. Grund dafür ist das Gehäuse, das im Gegensatz zu den Mixern der DJM-Serie nicht aus Metall, sondern komplett aus Kunststoff gefertigt ist – in dieser Preisklasse etwas enttäuschend. Gerechterweise muss man aber erwähnen, dass die Materialqualität in Ordnung geht. Die Oberfläche ist kratzresistent und hat eine ansprechende Optik. Auch alle Taster, Schalter und Drehregler machen einen stabilen Eindruck. Einzig das Jogwheel ist ziemlich wackelig und wirkt doch ein wenig „billig“. Das ist wirklich schade, da es sich eigentlich sehr griffig „anfühlt“. Die monochromen LED-Displays für die „Effect-Time“ und den „BPM-Counter“ sind gut lesbar, wenn auch nicht mehr unbedingt besonders zeitgemäß. Bei der Anzeige des Ein- und Ausgangs-Pegels gibt es hingegen nichts zu meckern, 14 Segmente sorgen für eine präzise Darstellung. Auch bei den Anschlüssen auf der Rückseite des Gerätes ist absolut nichts zu beanstanden. Alle sind sehr robust gefertigt und sämtliche Audiobuchsen sind vergoldet. Trotzdem hinterläßt der EFX-1000 wegen seines Gehäuses aus Kunststoff und des wackeligen Jogwheels einen gemischten ersten Eindruck.

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Anschlüsse
Der EFX-1000 verfügt über zwei analoge I/Os und eine digitale Schnittstelle. Da wären zunächst die regulären analogen Cinchbuchsen zu nennen. Daneben findet man die Option, das Gerät über die vier unsymmetrischen Klinkenbuchsen in den Signalweg einzuschleifen, was sich anbietet, wenn das Tool über den Effektsend/-return eines Mixers betrieben werden soll. Digital lässt sich das Effektgerät mit den S/PDIF-Anschlüssen (Cinch/ koaxial) anbinden. Per Schalter wählt man eine der drei möglichen Abtastfrequenzen (44,1/ 48 & 96 kHz). Die Pegel aller Ein- und Ausgänge sind zwischen Consumer-Norm (-10 dBV) und Studio-Normpegel (+ 4 dBu) umschaltbar. Zur Integration des EFX-1000 in einen MIDI-Verbund stellt Pioneer je einen MIDI Ein- und Ausgang über eine fünfpolig DIN-Buchse bereit. Ein Fußschalter lässt sich über eine 6,3 mm Klinkenbuchse anschließen, die ebenfalls auf der Rückseite des Gerätes Platz gefunden hat. Der „EFX-Link“ des Gerätes ermöglicht eine Fernsteuerung über den DJ-Mixer DJM-1000 von Pioneer (Effekt Ein/ Aus). Das interne Netzteil des EFX-1000 wird über ein Standard-Netzkabel mit Betriebsspannung versorgt. Der daneben befindliche Netzschalter ist durch seine tiefere Lage gegen versehentliches Ausschalten gut geschützt.

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Features
Insgesamt verfügt der Pioneer EFX-1000 über zwei separate Effekt-Einheiten. Da wäre zunächst die „Beat Effekt“-Einheit zu nennen, welche die angewählten Effekte taktsynchron steuert. Daneben ist die „Digital Jog Break Effekt“-Einheit, in der die Hauptparameter des jeweils gewählten Effektes mithilfe des Jogwheels beeinflusst werden können.

Sowohl Ein- als auch Ausgangspegel des EFX-1000 werden über entsprechende Drehregler eingestellt. Der Schalter „Signal Flow“ bestimmt, ob das Signal von der Beat-Effekt-Sektion zur  Digital-Jog-Break-Sektion weitergeleitet wird oder umgekehrt. Der „Foot SW“-Schalter entscheidet darüber, ob ein optional angeschlossener Fußschalter die beiden Effekt-Sektionen nun einzeln oder zusammen (de)aktiviert. Der EFX kann sowohl MIDI-Daten senden als auch empfangen, in welchem Modus das Gerät arbeitet, bestimmt der MIDI-Schalter. Mit Hilfe des „MIDI-Start/ Ch-Set“-Buttons wird ein MIDI-Start-/ Stop-Signal ausgegeben oder der MIDI-Kanal bestimmt. Die „Bypass“-Taste deaktiviert beide Effekt-Sektionen und schleift das Signal einfach durch.

Die Pegelanzeige, bestehend aus 14 LEDs, kann entweder den Stereopegel des Eingangs, den des Ausgangs oder beide Pegel gleichzeitig (jeweils Mono-Summen) visualisieren. Der Anzeige-Modus ist über die „Meter Mode“-Taste einstellbar. Mit dieser Taste lassen sich zudem sogenannte MIDI-Snapshots erstellen.

Beat-Effekt-Sektion

Diese Sektion stellt insgesamt sieben verschiedene Effekte bereit. Die Presets werden über separate, große, orange beleuchtete Tasten angewählt. Sobald die Auswahl getroffen ist, blinken die illuminierten Buttons. Zur Auswahl stehen die Effekte Delay, Echo, Pitch Echo, Trans (Transform), Flanger, Filter und Phaser, alle arbeiten taktgesteuert. Die Geschwindigkeit des Tracks wird entweder manuell über die „Tap“-Taste eingetippt, automatisch über den „Auto“- Modus ermittelt oder über MIDI empfangen. Der entsprechende Modus lässt sich mit der „BPM Mode“-Taste auswählen. Alternativ lassen sich die Werte „Effect-Time“ (Länge einer Viertelnote in ms) oder „BPM“ auch über den Endlos-Drehregler „Time/BPM“ bestimmen. Mit der „Rhythm Mode“-Taste lassen sich eigene Rhythmusmuster mit bis zu acht Wiederholungen erzeugen. Die daneben befindliche „Rec“-Taste dient zum Löschen alter und der anschließenden Aufzeichnung neuer Rhythmus-Muster.

Das rot beleuchtete Display gibt u. a. Auskunft über den Arbeitsmodus, den aktuellen BPM-Wert und die „Effect-Time“ (Zeitwert einer Viertelnote). Die Effekt-Sektion wird über einen Hebel-artigen Schalter aktiviert. Nach oben hin bewegt, rastet er dort ein, beim Ziehen nach unten schnappt er zur Mitte in die „Off“-Stellung zurück, sobald er losgelassen wird.

Im BPM-Modus lässt sich die Wiederholungsrate der Effekte in insgesamt acht Stufen zwischen einem Wert von zwei ganzen Takten (Stellung „8/1“) und 1/32 Noten (Stellung „1/8“) verändern. Die entsprechenden Tasten sind kreisförmig angeordnet und leuchten rot auf, sobald sie aktiviert werden. Das angesprochene Frequenzspektrum der FX ist durch die „Effekt-Frequency“-Sektion veränderbar. Das Spektrum ist in drei Bänder (Low/ Mid/ Hi) unterteilt, die sich mit entsprechenden rot beleuchteten Tasten (de-) aktivieren lassen.

Über entsprechende Drehregler lassen sich bei den Beat-Effekten noch einige Parameter verändern. Die „Depth“- und „Charakter“-Regler steuern, je nach gewähltem Modus und Effekt Parameter, die Effekt-Rückkopplung oder das LFO-Muster. Der „Mix“-Drehregler steuert, wie gewohnt, das Verhältnis zwischen Originalsignal und Effektanteil.

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Digital Jog Break Sektion
Die zweite Effekt-Sektion verfügt ebenfalls über sieben verschiedene Effekte. Da wäre zunächst der „Jet“-Effekt, welcher dem Signal den Sound eines starteten Düsenflugzeug verleiht. Daneben stellt das Gerät noch folgende Effekte bereit: Wah (Wah-Wah-artiger FX), Phase Shifter, Ring (Ring-Modulation), Zip (Stop-/Start-Effekt), Humanizer (imitiert den Klang der menschlichen Stimme) und einen Vocoder. Auch diese Effekte werden über orange beleuchtete Tasten ausgewählt. Die Aktivierung dieser Sektion erfolgt, genau wie bei den Beat-Effekten, über einen hebelartigen Schalter. Das große Jogwheel steuert hier die unterschiedlichen Hauptparameter der jeweiligen Effekte. Bei „Wah“ ist das beispielsweise die Grenzfrequenz des Filters und beim Vocoder die Oszillatorfrequenz. Visualisiert werden die mit dem Jogwheel veränderten Parameter durch ein 114 mm breites LED-Display. Dieses sieht zwar recht simpel aus, leistet aber gute Dienste.

Auch diese Effekt-Sektion verfügt über je einen Drehregler für die Bereiche „Mix“, „Depth“ und „Charakter“. Der „Depth“-Regler beeinflusst beim „Jet“-Effekt die Resonanz, während er beim Vocoder-Effekt das Mischungsverhältnis zwischen Grundton und Akkord bestimmt. Das „Charakter“-Poti regelt hier bei fast allen Effekten den jeweiligen Hall-Anteil. Einzige Ausnahme bildet der Vocoder, bei dem der gespielte Akkord festgelegt wird.

Der durch das Jogwheel gewählte Wert wird zurückgesetzt, sobald es losgelassen wird. Um diesen Wert beizubehalten, wird die „Hold“-Taste gedrückt. Besonders interessant ist die Option, Änderungsverläufe der Parameter durch das Jogwheels mittels der „Jog Memory Play“-Funktion zu speichern. Die gespeicherten Werte können dann entweder einzeln über die „Single“-Taste oder im Loop wiedergegeben werden. Dadurch entstehen ziemlich interessante Klänge.

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