Anzeige
ANZEIGE

Phonic AM844D Test

Praxis
Der Anschluss von Peripheriegeräten am Eingang und am Ausgang des PHONIC AM844D gestaltet sich sehr einfach. Alle vorhandenen Eingänge befinden sich auf der Oberseite des Mischpultes über den Bedienelementen, und die umfangreiche Ausgangs-Sammlung liegt auf der Rückseite. Ein nerviges Suchen und Ausprobieren der Signalwege entfällt somit.

Die 17 eingebauten 60 mm-Fader laufen sehr sanft und leicht, verharren aber brav in ihrer eingestellten Position, auch wenn man sie mal ungewollt berührt.
Helle, grüne LEDs neben den Fadern signalisieren die Aktivierung des Kanals.
Äußerst rauscharme und klanglich neutrale Vorverstärker nehmen ihre Arbeit am Eingang sehr ernst und lösen auch extreme Verstärkungsprobleme bei außerordentlich kleinen Pegeln. Ein nerviges Übersprechen gab es auch bei sehr hoch eingestellten Gain-Werten nicht.

Die Frequenzen des  3-Band EQs sind gewählt und praxisnah und lassen jede nur erdenkliche Korrektur zu. Sie klingen gut mit einem sehr warm klingenden Ansatz auch bei extremen Einstellungen. Alle experimentell getesteten klanglichen Korrekturen wurden sauber und kräftig ausgeführt und brachten eigentlich immer das gewünschte Ergebnis. Persönlich finde ich aber den Hochton-EQ bei 12kHz etwas zu weit oben angesetzt.

PHAM844D_45_rechts

Schickt man ein Signal über die Direktausgänge auf der Geräterückseite, so liegt es hinter Klangreglung und Faderstellung. Es gibt leider keine LED-Indikatoren, die ein am Mixer anliegendes Eingangssignal anzeigen.

Bei der Anwendung als Studiopult können für die Studio-Summe über ein kleines Schaltfeld Summe und Subsummen sowie eine angeschlossene Mastermaschine angewählt und abgehört werden. Diese wird über Cinch-Buchsen eingangs- und ausgangsseitig angeschlossen. PFL und AFL sind schaltbar und werden ebenfalls über diesen Studio-Bus abgehört. Bei den verwendeten grauen Tastern für das Routing ist der Zustand der Schalter von oben gesehen nicht immer gut auszumachen. Der Tastenhub liegt nur bei etwa zwei Millimetern und erschwert eine optische Anzeige des Schaltzustandes. Hat man sich an diese Gegebenheiten gewöhnt, geht die Studioarbeit gut und schnell vonstatten. Bei einigen Tests im Studio wurde allerdings ein schöner, großer Raum für den Gesang im internen Effektprozessor vermisst. Die Presets sind eigentlich super, aber es fehlen leider eben ein paar schöne große Räume.

Bei kleinen Clubs kann das PHONIC AM844D vier Monitorsummen anbieten, allerdings arbeiten nur zwei Wege davon reglerunabhängig. Über die beiden symmetrischen XLR-Ausgänge kann man brummfrei auch über extrem lange Kabelwege eine PA ansteuern.

Für das Arbeiten in abgedunkelten Räumen hat PHONIC eine BNC-Buchse für eine handelsübliche 12 V Goosenek-Lampe am oberen Rand des Pultes vorgesehen. Leider reflektiert die metallische Oberfläche das Arbeitslicht und die Beschriftung auf der Geräteoberfläche ist sehr klein gehalten. Auch ist der Einsatz von Farbe bei PHONIC offensichtlich etwas sparsam ausgefallen. Der Regler für die Frequenz im parametrischen EQ, Kanal 1-8 und die Aux-Sends, die für die Effekte im Pult zuständig sind, wurden mit roten und blauen Kappen versehen. Alle anderen Regler haben einen schwarzen Kopf. Das dient nach meiner Meinung nicht unbedingt dem Bedienkomfort und trägt nicht zum schnellen Finden von bestimmten Potis bei.

Etwas ungeschickt platziert sind die beiden LEDs am Ende der Master VU-Ketten. Die rechte leuchtet hellblau und kennzeichnet eine vorhandene Netzspannung, die linke über dem VU ist rot und zeigt eine eingeschaltete Phantomspeisung an. Der Abstand dieser beiden Lämpchen zum VU-Meter ist so gewählt, dass man sie bei oberflächlicher Betrachtung auch dort hinzuzählt. Folge ist, dass sie dem Betrachter unter Umständen einen Fehler in der Anzeige suggerieren können.

Der integrierte Effektprozessor lässt sich über einen auf der Rückseite des Gerätes angeschlossenen Fußschalter ein- und ausschalten. Es ist keine reine Bypass-Funktion, sondern ein richtiges On/Off, sodass auch wirklich kein Extra-Signal zum Original addiert wird. Wenn besagter Fußschalter die entsprechende Klinkenbuchse belegt, ist der normale On-Schalter auf der Geräteoberseite ohne Funktion. Diese Lösung finde ich ein wenig ungeschickt, weil sie im Mix-Betrieb schnell zu Fehlbedienungen führen kann.

PHAM844D_front

Der Effektprozessor hat nur eine optische „Off“-Anzeige. Man muss also umdenken, will man wissen, ob der Effekt an ist. Ein blinkender Punkt rechts an der zweistelligen Digital-Anzeige bedeutet: Neuer Effekt ist noch nicht aufgerufen!Zwei blinkende Punkte links und rechts der Anzeige bedeuten, dass der Effekt noch kein Ausgangssignal liefert. Meine Meinung dazu: Eine weitere und gut sichtbare grüne LED über dem On/Off-Schalter hätte sicherlich einen besseren Dienst erwiesen.

Bewegt man den Effekt-Returnregler über die 3-Uhr-Marke, dann werden einige unangenehme Störgeräusche aus dem integrierten Prozessor hörbar. Man muss also gut pegeln, damit der Mix sauber bleibt. Beim Testgerät produzierte der Effektprozessor unter dem Preset A8 nur ein extremes Brummgeräusch. Sicherlich ein Einzelfall bei unserem Testexemplar.

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • Meris LVX Modular Delay System Sound demo (no talking) with Waldorf M
  • GFI System Orca Delay Sound Demo (no talking) with Novation Circuit Tracks
  • Ludwig | Universal Walnut Beech Mahogany Cherry | Wood Snares | Comparison (no talking)