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Paiste 2002 Black Big Beat Cymbals Test

Praxis

Die Black Big Beat Single Becken klingen weniger silbrig als normale 2002er  

Die Paiste Black Big Beat Becken zählen zu jenen Instrumenten, denen man schon beim Anfassen anmerkt, dass bei ihrer Produktion Wert auf größte Sorgfalt gelegt wurde. Ihre Oberfläche fühlt sich angenehm samtig an, die Kanten sind weich verrundet – da macht das Hantieren direkt Spaß und erzeugt Vorfreude auf die ersten Schläge. Meine Vermutungen bezüglich der Sounds werden ziemlich schnell bestätigt. Alle Singles klingen ausgewogen und sind tonal gut aufeinander abgestimmt. Wer mit Becken der 2002 Reihe noch keine Erfahrungen gemacht hat, dürfte hier Allround-Modelle für einen sehr breiten Einsatzbereich finden. Im folgenden seht ihr ein kleines Video mit zwei Konfigurationen der Becken.

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Die „kleinen“ 18er und 19er Becken sprechen – als Crash angespielt – schnell und klar an, das Stickgefühl ist eher weich, das Sustain relativ lang und mittelhoch. Kenner des 2002 Crashsounds werden die mittigen, etwas silbrigen Obertöne heraushören, welche hier allerdings vielschichtiger und dunkler auflösen. Die Schärfe, für die gerade dickere Paiste-Becken teilweise bekannt sind, gibt es hier praktisch nicht. Ich habe euch für alle Becken jeweils ein Solo- und ein Groove-Soundfile aufgenommen.

Audio Samples
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18″ Big Beat – solo 19″ Big Beat – solo 18″ Big Beat – Groove 19″ Big Beat – Groove

Dass man gerade vom 18er keine Wunderdinge in Sachen Ride-Verwendung erwarten sollte, dürfte klar sein, schon beim 19er gibt es aber einen schönen, leicht glasigen Anschlags-Sound, der in leiseren Stilen gut funktionieren dürfte. Zudem ist die Kuppe vollwertig einsetzbar. Ab 20 Zoll verwandeln sich die Black Big Beats – als Crashes am Rand angespielt – in Sound-Giganten mit uneingeschränktem Open Air-Potenzial. Dabei wird keines von ihnen unangenehm scharf, alle klingen außerdem wieder deutlich dunkler und komplexer als ihre regulären 2002 Pendants. Wer ein bisschen Ian Paice spielen möchte, im heimischen Proberaum bei entsprechenden Crash-Größen (ab 20 Zoll) aber um seine und die Ohren der Mitmusiker gefürchtet hat, könnte bei den Black-Versionen eine zivilere Alternative finden. 

Alle sechs Singles von 18" bis 24" auf einen Blick.
Alle sechs Singles von 18″ bis 24″ auf einen Blick.

Als Rides eingesetzt, werden die größeren Modelle zu absoluten Allroundern, mit denen sich sehr viele Stile bedienen lassen dürften, mir gefallen besonders das kontrollierte Stickgefühl und die musikalischen Kuppen. Auch beim 24er muss man keine Angst haben, dass es beim Anschlag sofort den Rest dominiert. Im Gegenteil, es lässt sich sehr dosiert spielen, ohne dass man sich übermäßig zügeln muß. Wieviel Power in dem Becken steckt, zeigt ein Wechsel zu dicken 2B Sticks. Ein breiter Mittenteppich rollt sich nun aus, und harte Schläge auf die Kuppe lassen auch Gehörschutz-verachtende Gitarristen zusammenzucken. 

Audio Samples
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20″ Big Beat – solo 21″ Big Beat – solo 22″ Big Beat – solo 24″ Big Beat – solo 20″ Big Beat – Groove 21″ Big Beat – Groove 22″ Big Beat – Groove 24″ Big Beat – Groove

Die Hi-Hats spielen sich weich und sind nicht allzu laut 

Bei den Hi-Hat-Becken ergibt sich ein etwas anderes Bild. Die – bei Bedarf – beträchtlichen Dynamikreserven der Singles stehen hier nicht zur Verfügung. Wer Marshall-Stacks mit harten Schlägen auf halb geöffneten Becken vor sich her treiben will, könnte also enttäuscht werden. Die leichte Konstruktion beider Becken sorgt eher für einen warmen, „sloshigen“ Sound, der kaum scharfe Obertöne enthält, die es aber bräuchte, um ordentlich Druck zu erzeugen. Ich fühle mich beim Spielen beider Modelle ein bisschen an meine Agop Om 15er oder die alte Paiste Formula 602 Hi-Hat eines Kollegen erinnert. Trotzdem – oder gerade deswegen – gefallen mir die beiden Big Beat Modelle gut. Geschlossen sind sie weich, aber artikuliert, leicht geöffnet schnurren sie los, ohne dass Kontrolle verloren ginge. Etwas schwächlich finde ich den getretenen Sound, auch dieser ist ein Resultat der leichten Bottom-Becken. Hier hätten hundert Gramm zusätzliches Gewicht vielleicht nicht geschadet. 

Die beiden Big Beat Hats im Gruppenbild.
Die beiden Big Beat Hats im Gruppenbild.
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15″ Hi-Hat – solo 16″ Hi-Hat – solo 15″ Hi-Hat – Groove 16″ Hi-Hat – Groove

Am Schluss hört ihr noch ein kleines und ein großes Setup im Kontext. Das kleine besteht aus der 15er Hi-Hat sowie den drei kleineren Singles in 18, 19 und 20 Zoll. Das große beinhaltet die 16er Hi-Hat sowie die 21, 22 und 24 Zoll großen Crashrides.  

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18″ 19″ 20″ in Reihe 21″ 22″ 24″ in Reihe
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