Ufip Omnia Cymbals Test

Es gibt Hersteller, die seit vielen Jahren am Markt sind und deren Produkte von allen gelobt werden – und trotzdem werden sie in den meisten Aufzählungen entweder vergessen oder erst  nach einigem Nachdenken genannt. Unione Fabbricanti Italiani Piatti Musicali e Tam Tams aus Italien, besser bekannt unter der Abkürzung Ufip, ist so eine Marke, zumindest in Deutschland. Wer mal auf ein Ufip-Becken gehauen hat, weiß jedoch, dass die Instrumente sehr musikalisch und ausgewogen klingen, in den letzten Jahren hat man zudem tolle Serien wie die Est.1931 oder die Blast-Modelle vorgestellt. 2020 wurde das Portfolio um eine weitere Reihe ergänzt, die wir heute in Augenschein nehmen wollen. Omnia heißt sie, und – wie der Omnibus – soll sie für alle und jeden sein, oder einfach: extrem vielseitig. 

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Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bedient sich Ufip eines eigenen Gussverfahrens namens Rotocasting. Hierbei wird die flüssige Bronze in eine schnell rotierende Form gefüllt, Lufteinschlüsse oder Unregelmäßigkeiten im Material sollen so minimiert werden. Gleichzeitig entsteht eine spezielle Anatomie mit dickerer Kuppe und dünner werdenden Rändern. Ob das zu ähnlich guten Ergebnissen wie bei früheren Testbecken der Marke führt, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

Details

Die besondere Bauweise ist ein Alleinstellungsmerkmal bei Ufip

Direkt aus dem italienischen Werk in der Toskana kommen unsere Testexemplare, die Inspektion des Kartoninhalts zeigt, dass ein großer Teil der Omnia-Modellpalette dabei ist. Dazu zählen zwei Hi-Hats in 14 und 15 Zoll, zwei Ridebecken der Dimensionen 20 und 22 Zoll sowie vier Crashes in 16, 18, 19 und 20 Zoll. Nicht Teil dieses Tests sind zwei Crashes in 17 und 21 Zoll, Fans ungerader Größen finden zudem ein 21er Ride im Portfolio. Sehen wir uns zunächst die generelle Bauart der Instrumente an. Wie auch bei seinen anderen Oberklasseserien bedient sich Ufip einer eigenen B20 Bronze-Rezeptur, deren Verarbeitung stark von den Instrumenten anderer Hersteller abweicht. Rotocasting nennt sich das Verfahren, bei dem die flüssige Legierung in eine sich schnell drehende Gussform gefüllt wird. Die Kuppe und die Anatomie der Becken werden somit in einem Arbeitsprozess bestimmt. Andere Hersteller walzen das Material aus, schneiden es zu und pressen, beziehungsweise hämmern die Kuppe und die Wölbung im weiteren Prozess in das Becken hinein. Das spezielle Verfahren begründet Ufip mit Vorteilen wie Spannungsfreiheit sowie einer besonders gleichmäßigen Materialstruktur. Dicke Kuppen und eine zu den Rändern hin graduell abnehmende Materialstärke sind eine weitere Folge der Konstruktion, welche natürlich auch bei den Omnias erkennbar ist. 
Womit wir bei den Eigenheiten der Serie wären. Alle Instrumente fallen in die leichte Kategorie, was eine schnelle Ansprache und einen tendenziell dunkleren Grundton ermöglichen soll. Weiterhin werden alle Becken beidseitig und vollflächig mit relativ breiten Messern abgedreht. Dies geschieht ebenso per Hand wie die Hämmerung, welche sich über die Profile der Instrumente erstreckt, die Kuppen bleiben ausgespart. Sehr gut finde ich, dass die jeweiligen Gewichte auf den Kuppeninnenseiten vermerkt werden. Kommen wir nun zu den Eigenheiten der einzelnen Type

Fotostrecke: 5 Bilder 16″, 18″, 19″, 20″: Hier seht ihr die Omnia Test-Crashes.

Auffallend kleine Kuppen bei den Crashes 

Was mir bei den vier Crashes sofort ins Auge fällt, sind die sehr kleinen Kuppen. Die Größe der  Kuppe bestimmt über die Stabilität des Instrumentes, eine große Kuppe trägt daher zu einem höheren Obertonanteil und damit größerer Durchsetzungsfähigkeit bei. Nimmt man bei unseren Testexemplaren noch die Gewichte von 1020 beim 16er, 1300 beim 18er, 1450 beim 19er und 1730 Gramm beim 20er hinzu, dürften wir es also mit zügig ansprechenden, wenig aggressiv klingenden Becken zu tun haben. Damit es den Crashes nicht an Durchsetzungskraft fehlt, wurden die Profile relativ stark gewölbt, was den Instrumenten Steifigkeit verleiht und damit die Mitten fokussiert.

Die beiden Rides werden stärker gehämmert

Sehr dünne Ridebecken mögen zwar einige Jazzdrummer begeistern, den Anspruch, besonders vielseitig zu sein, erfüllen sie jedoch meistens nicht. Das weiß auch Ufip, und so hat man die Gussformen mit deutlich mehr Bronze befüllt als bei den Crashes. 2100 Gramm beim 20er und 2770 Gramm beim 22er haben die Schmiede in den Kuppen unserer Testrides vermerkt. Gleichzeitig kommt hier eine noch tiefere Hämmerung zum Einsatz, die Kuppen wachsen auch nur proportional mit. Damit dürfte es also trotzdem nicht zu gongig werden, im Gegenteil. Auch die Profile fallen etwas flacher aus als bei den Crashes. 

Die Hi-Hats fügen sich nahtlos ein

Bei den beiden Hi-Hats in 14 und 15 Zoll finde ich die gleichen Bearbeitungsmerkmale wie bei den Crashes wieder. Die Hämmerung ist deutlich zu erkennen, dabei aber nicht so markant wie bei den Ridebecken. 1006 auf 1210 Gramm lautet das Gewichtsverhältnis von Top- zu Bottombecken der 14er Modelle, mit 1100 zu 1300 Gramm fallen die 15er naturgemäß etwas schwerer aus. Insgesamt sind dies jedoch ziemlich „goldene“ Werte für einen ausgewogenen Mix aus Ansprache, Lautstärke und getretenem Sound. Die Verarbeitung aller Testbecken fällt äußerst sauber und makellos aus. 

Fotostrecke: 5 Bilder Ebenfalls mit kleinen Kuppen ausgestattet, aber deutlich schwerer als die Crashes: 20er und 22er Ride.
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