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Moog Minimoog – Soft-Synths im Vergleich

Praxis

Wie klingen einzelne Patches?

Im Praxisteil möchten wir keine physikalischen Studien über die akustischen Eigenschaften der einzelnen Klangbausteine wie Oszillator und Filter durchführen. Fakt ist: Softwareprodukte untereinander und der Minimoog selbst klingen natürlich immer verschieden. Ich selber hatte über 15 Jahre lang einen modifizierten Minimoog (Lintronics) und muss gestehen, dass die Emulationen bei mir weitaus öfter im Einsatz sind als einst das Original. Hören wir zunächst, was jede der sechs Minimoog-Emulationen nach der Installation klanglich anbietet.

Den Anfang macht der Softube Model 72. Seine Preset-Offerte ist qualitativ eher durchwachsen und trifft meinen persönlichen Geschmack nicht so wirklich. Trotzdem war es eine pure Freude, den Model 72 anzuspielen, denn dieser Vintage-Sound klingt authentisch. Das Preset „Percussive Stereo Bass“ zeigt einen im Single-Trigger-Mode artikulierten Minimoog-Bass und das Stereo-Doubling-Feature. Alle drei Oszillatoren sind beim zweiten Bass-Preset „Model Base“ im Einsatz – ein fetter Sound, der sehr an den Minimoog erinnert.

Synapse Audio hat The Legend mit vielen guten Presets ausgestattet. Das Instrument klingt sehr lebendig, kräftig und im Vergleich zum Model 72 auch gleich viel moderner. Das Preset „Bass Carpet RH“ bringt die Effekte mit Delay und ein wenig Reverb ins Spiel. Mit The Legend sind auch viele polyfone Sounds möglich, die sich für Ambient und andere Spielarten der elektronischen Musik empfehlen. Ein Beispiel liefert das Pad „Night Witches KS“. 

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Softube Model72 Preset „Percussive Stereo Bass“ Softube Model72 Preset „Model Base“ Synapse Audio The Legend Preset „Bass Carpet RH“ Synapse Audio The Legend Preset „Night Witches KS“ Arturia Mini V3 Preset „Clickn Cut“ Arturia Mini V3 Preset „Radiosity“ Arturia NI Monark Preset „Positive Impact“ Arturia NI Monark Preset „Plunked“ GForce Midimonsta Preset „AllFunkBasses“ GForce Midimonsta Preset „Off Sweet“ u-he Diva Preset „HS Bass Nine“ u-he Diva Preset „HS Jupiter Falling“ Cherry Audio Memorymode Preset „Soft Bass Pluck (J3PO)“ Cherry Audio Memorymode Preset „Mini Glider“ Cherry Audio Memorymode Preset „ Downhill Slalom (HUS)“ Cherry Audio Miniverse Funky Electric Cherry Audio Miniverse Know Alias Cherry Audio Miniverse Nice Perc Cherry Audio Miniverse Juicy Brass Cherry Audio Miniverse Cold Fusion Solo Cherry Audio Miniverse Electrobass Cherry Audio Miniverse Taurus Dron UAD Minimoog The Hooverz UAD Minimoog Octave Prog UAD Minimoog On Holiday

Zahlreiche Ideen sind in der großen Bibliothek des Arturia Mini V3 verpackt. Sein Klang befindet sich nicht so nahe am Minimoog wie der des Model 72 von Softube, dafür inspiriert er aber musikalisch mit modulativen Sequenzen. Genau dies demonstrieren die beiden Presets „Clickn Cut“ und „Radiosity“, die übrigens als Hommage an Kraftwerk zu verstehen sind.

Kraftstrotzend, bissig und direkt zeigt sich der Monark von Native Instruments mit seiner gut sortierten Library. Für die beiden Preset-Demos haben wir bewusst auf zusätzliche Effekt- oder MIDI-Plugins verzichtet. „Positive Impact“ ist ein Chord-Sound und der Bass „Plunked“ hat einen zweiten Oszillator in hoher Fußlage. Der NI Monark kommt öfter bei einigen Maschine Expansions zur Sache. 

Der Basisklang von GForce Midimonsta ähnelt dem puren Retro-Sound des Softube Model 72, die Library ist aber vielfältiger. Eine Feature, das im Demo unbedingt mit dem Preset „AllFunkBasses“ demonstriert werden muss: Das schnelle Wechseln zwischen mehreren Klänge per Tastatur. Auch beim zweiten Preset „Off Sweet“ wird es genutzt. Kreative Musiker können damit Morphing und spannende Klangphrasen realisieren.

Man darf bei u-he Diva schon ein bisschen suchen, bis man unter den vielen Presets einen Sound erwischt, der ausschließlich auf den Komponenten des Minimoog beruht. Ein solches Preset ist der Bass „HS Bass Nine“. Eine Kreuzung aus Jupiter-8 und Minimoog stellt wiederum das zweite Preset „HS Jupiter Falling“ dar. Diva ist eben ein Allrounder mit exzellentem Klang.

Cherry Audio Miniverse und der UAD Spark Minimoog sind funktionell wie klanglich wahre Puristen. Sie verzichten auf interne Effekte und liefern insgesamt die typischen Retro-Sounds des Minimoog in einer Qualität, bei der man einfach nicht meckern darf.

Wie bewähren sich die Emulationen im Demo-Arrangement?

Zum Produzieren nutzt man fast immer mehrere Presets gleichzeitig. Daher haben wir auch bei einer Minimoog-Emulation mehrere Instanzen geöffnet. Für einen möglichst fairen Vergleich bleiben Effekte, Polyfonie und Arpeggiator außen vor. Nicht jede Emulationen verfügt über dieses Features. Manche Presets mussten also entsprechend abgewandelt werden. So auch schon beim ersten Arrangement, ein simpler Funk im Tempo von 100 bpm. Neben einem Drumkit kommen jeweils ein Bass- und ein Lead-Preset des virtuellen Minimoog zum Tragen. Alle Emulationen meistern die erste Vergleichsrunde mit Bravour. Zwar sind die Factory Presets für sich genommen schon unterschiedlich programmiert, man wird aber schon seine persönlichen Favoriten herausfinden.

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Minimoog Emulation Softube Model72: Demo-Song 100 bpm Minimoog Emulation Synapse Audio The Legend: Demo-Song 100 bpm Minimoog Emulation Arturia Mini V3 Demo-Song: 100 bpm Minimoog Emulation NI Monark Demo-Song: 100 bpm Minimoog Emulation GForce Midimonsta: Demo-Song 100 bpm Minimoog Emulation u-he Diva: Demo-Song 100 bpm

Das nächste Demo-Arrangement liegt bei 120 bpm. Auch bei dieser Nummer sind es zwei unterschiedliche Spuren für den Minimoog. Der erste Track enthält einen Bass, der das Decay der Filterhüllkurve gut beobachten lässt. Für den zweiten Sound haben wir nach Presets gesucht, die einen dreistimmigen Chord pro unterschiedlich gestimmtem Oszillator bieten.

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Minimoog Emulation Softube Model72: Demo-Song 120 bpm Minimoog Emulation Synapse Audio The Legend: Demo-Song 120 bpm Minimoog Emulation Arturia Mini V3 Demo-Song: 120 bpm Minimoog Emulation NI Monark Demo-Song: 120 bpm Minimoog Emulation GForce Midimonsta: Demo-Song 120 bpm Minimoog Emulation u-he Diva: Demo-Song 120 bpm

Im dritten und letzten Demo geht es um die Qualitäten für Ambient und andere sphärische Musik. Hier fallen die verwendeten Presets ziemlich unterschiedlich aus. Die eine Spur ist für einen Bass Drone Sound vorgesehen, während die zweite freier instrumentiert werden kann. Je nach Emulation darf also auch ein Arpeggiator mitspielen. Bei allen Instrumenten haben wir noch den jeweils gleichen Reverb hinzugemischt. Das ist erforderlich, weil der NI Monark überhaupt keine Effekte integriert und ohne Effektunterstützung für Ambient nicht zu gebrauchen ist.

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Minimoog Emulation Softube Model72: Demo-Song 70 bpm Minimoog Emulation Synapse Audio The Legend: Demo-Song 70 bpm Minimoog Emulation Arturia Mini V3 Demo-Song: 70 bpm Minimoog Emulation NI Monark Demo-Song: 70 bpm Minimoog Emulation GForce Midimonsta: Demo-Song 70 bpm Minimoog Emulation u-he Diva: Demo-Song 70 bpm

Fazit

Eine der preiswertesten Emulationen überzeugt in der Praxis am meisten, das freut! Insbesondere der zeitgemäße Sound und die simple Bedienung sind bei „The Legend“ von Synapse Audio einfach klasse. Es kommt wirklich das Gefühl auf, mit einem Editor für den realen Minimoog zu arbeiten! Aber auch der Memorymode von Cherry Audio besticht durch ein fantastische Preis-Leistungs-Verhältnis bei etwas anderen klanglichen Möglichkeiten.

Wer auf möglichst zahlreiche Vintage-Patches abzielt, gönnt sich dem Minimonsta von GForce Software. Leider macht hier das Soundtüfteln wegen der kleinen und überladenden Oberfläche aber etwas weniger Spaß. Darin punktet hingegen der Arturia Mini V dank seiner vielen Extra-Features, die den Minimoog für aktuelle elektronische Musik fit machen. 

Softube wiederum besticht mit exzellenten klanglichen Eigenschaften, die in der mitgelieferten Preset Library aber leider nicht ganz auf den Punkt kommen. Wenn es funktionell, sachlich oder minimalistisch bleiben soll, ist auch der Monark von Native Instruments sowie der Cherry Audio Miniverse oder UAD Spark Minimoog eine gute Wahl. Und für alle unschlüssigen Fans analoger Synthesizer bleibt der Universal Soldier – mit u-he Diva ist man bestens breit aufgestellt und macht nie was falsch.

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von Matthias Sauer

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